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45023.jpg: Mitglieder der SA hindern jüdische Studenten am Betreten der Universität Wien]] Unter einem Pogrom (m. o. n) versteht man eine gewaltsame Massenausschreitung gegen Mitglieder einer religiösen, nationalen, ethnischen oder andersartigen (etwa durch Nutzung fiktiver Kriterien geschaffenen) Minderheit, verbunden mit Plünderung und Misshandlungen bis hin zu Mord und Genozid.

Der Begriff stammt aus dem Russischen und bedeutet übersetzt Verwüstung, Zerstörung, Krawall (погрóм, abgeleitet von громить = demolieren, zerstören). Der Begriff wird zunächst verwendet für die Judenverfolgungen im Mittelalter durch die Christen. Diese Judenverfolgungen waren religiös motiviert: Im Laufe der Jahrhunderte nach Jesu Kreuzigung verschärfte sich die Ansicht, dass die Juden insgesamt am Tode Jesu schuld waren und insofern „Gottesmörder“ seien. Auch für die Pest-Epidemie im 14. Jahrhundert waren die Juden die Sündenböcke. Bohdan Chmelnyzkyj, 1654 Gründer des Kosakenstaates, war auch für antisemitische Übergriffe berüchtigt. Während der Kämpfe sollen Pogrome über 100.000 polnischen Juden das Leben gekostet haben.

Juden-Pogrome traten sodann im zaristischen Russland (heute Polen, Ukraine, Weißrussland, Bessarabien) in regelmäßigen Abständen auf. Über die Gründe ist nichts näher bekannt, anzunehmen ist allerdings, dass ihnen antisemitische Ressentiments zugrunde lagen, da sich in Pogromen massenhaft irrationale Bedrohungsvorstellungen ausleben. Zwischen 1903 und 1906 kamen bei Pogromen in Russland schätzungsweise 2000 Juden ums Leben. Besonders bekannt wurden die Pogrome von Kischinew in der heutigen moldawischen Hauptstadt Chişinău. Sie wurden wohl zumindest teilweise von der russischen Regierung bewusst geschürt. Aufgrund dieser Ereignisse kam es zu einer ersten größeren Auswanderungswelle russischer Juden nach Palästina.

Später wurden auch staatlich ausgelöste Verfolgungsaktionen gegen Juden als Pogrome bezeichnet, beispielsweise 1938 die Novemberpogrome 1938 (umstritten auch „Reichskristallnacht“ genannt, siehe nationalsozialistische Diktatur in Deutschland).

Noch heute gedenken deutsche Juden in tiefer Trauer des großen Pogroms von Köln im Jahre 1096 (siehe Deutscher Kreuzzug).

Einer der letzten, vielleicht sogar der letzte antijüdische Pogrom in Europa fand 1946 im polnischen Kielce (Pogrom von Kielce) statt.

Ein bekanntes Beispiel für Pogrome gegen religiöse, insbesondere christlicher Minderheiten fand 1955 in der Türkei statt. In der Nacht vom 6. auf den 7. September 1955, wurden im Land schwerste Pogrome entfacht. Die korrupte türkische Regierung des Ministerpräsidenten Adnan Menderes hatte mit politischen und wirtschaftlichen Problemen zu kämpfen und suchte nun erfolgversprechende Sündenböcke, die sie in den griechisch sprechenden Christen und anderen nichtmuslimische Minderheiten (Griechen, Juden, Armenier, Aramäer) fand. Mord, Vergewaltigung und schwerste Misshandlung gingen mit der Zerstörungswut einher. Bis heute hat sich noch keine türkische Regierung zu dieses Ausschreitungen bekannt.

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