Pocketkamera.jpg Als Pocketkamera bezeichnet man in der Fotografie eine Kamera, die Pocketfilm (Typ 110) verwendet, ein 1972 von Kodak eingeführtes System, das mit Filmkasetten arbeitete.
Die schon seit 1938 gebaute Kleinstbildkamera von Minox verwendete ein nochmals kleineres Bildformat und ist deswegen separat zu betrachten.
Zwei Hersteller boten sogar eine Spiegelreflexkamera für Pocketfilm an: Minolta stellte auf der Photokina 1976 die Auto 110 Zoom SLR vor, mit futuristisch anmutenden, flachen Design und einem Zweifach-Zoom-Objektiv. Asahi Pentax brachte 1979 mit der Auto 110 ein Modell mit Wechselobjektiven und dem Aussehen einer geschrumpften Kleinbildkamera heraus. Es kostete im Set mit Weitwinkel-, Normal- und Teleobjektiv, Blitzgerät, motorischen Filmtransport und Filter rund 1.000 DM.
Die meisten Modelle konnten mit Blitzwürfeln betrieben werden, wobei aber stets ein Verlängerungsstück verwendet werden musste, um die Entfernung vom Objektiv zum Lichtquelle zu vergrößern, andernfalls kam es bei Personenaufnahmen sehr leicht zu rot leuchtenden Augen. Dies führte 1976 zu einer neuen Form der Blitzwürfel, dem Topflash: Dieser war von flacher, länglicher Form und besaß zwei Anschlüsse, um ihn auf der Kamera zu befestigen. Zunächst wurden die oberen vier oder fünf Blitze gezündet, dann konnte man ihn umdrehen, um die übrigen zu zünden. So war ein stets genügender Abstand zum Objektiv gewährleistet. Selbstverständlich gab es auch Elektronenblitze, bei manchen Kameras sogar eingebaut - sie hatten dann gewöhnlich eine längere Form.
Für ein typisches Programm möge die Betrachtung der Agfa-Kameras dienen. Es gab die Modelle 1008, 2008, 3008, 4008, 5008 und 6008, wobei die 8 bereits auf den Topflash-Anschluss hinweist. Die 1008 kam als ganz einfache Kamera mit einer Belichtungseinstellung daher, die 2008 für rund 100 DM mit zwei Einstellungen (Sonne und Wolken), die 3008 mit drei Einstellungen. Alle besaßen ein Fixfokus-Objektiv mit Lichtstärke 11,0 beziehungsweise 6,3 bei der 3008. Die 4008 für ca. 180 DM bot Entfernungseinstellung und elektronische Belichungssteuerung bis zu 15 s Verschlusszeit, was Nachtaufnahmen erlaubte. Die Topmodelle hatten ein mit f/2,7 lichtstarkes Objektiv, das sich bis auf 50 cm fokussieren ließ sowie eine eingebaute Nahlinse, die es sonst als Zubehör gab. Bei allen geschah der Filmtransport durch zusammendrücken der Kamera, was sich mit dem Slogan Ritsch-Ratsch-Klick enorm werbewirksam einsetzen ließ. In der Ruhestellung waren Objektiv und Sucher abgedeckt. Später kamen die Modelle 2008 telepocket und 4008 telepocket mit zuschaltbarer Vorsatzlinse heraus, 1978/79 noch die Serie 901 mit eingebauten Motor, die sich dann aber nicht mehr zusammendrücken ließ.
Mit allen Pocketkameras konnte man aufgrund ihres geringen Gewichts leicht verwackelte Bilder erzeugen, davon abgesehen ließen sich aber problemlos qualitativ gute Ergebnisse erzielen. Dies galt insbesondere für die Spiegelreflexkameras mit ihren erweiterten Möglichkeiten.
Pocketkameras wurden u. a. hergestellt von:
Pocket-Kameras von Agfa:
Pocket-Kameras von Minolta:
Pocket-Kameras von Rollei:
Eine Sonderbauart der Pocketkamera ist die Astrocam von Estes. Die Astrocam ist eine Modellrakete, die auf ihrer Spitze eine Pocketkamera trägt. Mit Hilfe der Astrocam kann man selbst Luftaufnahmen anfertigen.
This article is licensed under the GNU Free Documentation License.
It uses material from the
"Pocketkamera".
Home Page • arts • business • computers • games • health • hospitals • home • kids & teens • news • physicians • recreation• reference • regional • science • shopping • society • sports • world