Mantle Plume oder nur Plume entstammt dem französisch-englischen Wort für Helmbusch und ist die Form des Aufstrombereichs heißen Magmas, die sich nach oben hin helmbuschartig verbreitert.
Es handelt sich bei Plumes um aufsteigende Ströme heißen Materials aus dem tiefen Erdmantel, die sich in Form einer schmalen Säule zur Erdoberfläche bewegen. Sie stellen einen wichtigen Teil der Mantelkonvektion dar. Sie bilden sich nach einer verbreiteten Annahme in knapp 2900 Kilometern Tiefe an der thermischen Grenzschicht (D"-Schicht) zwischen dem äußeren Erdkern und dem Erdmantel. Neuere Untersuchungen lassen jedoch vermuten, dass wenigstens ein Teil der heute vermuteten Plumes in oder direkt unterhalb der Mantelübergangszone (410 km bis 660 km Tiefe) entstehen. Nachdem sie den zähplastischen Erdmantel durchquert haben, verbreitern sie sich pilzförmig unter der Lithosphäre. Im obersten Teil des Erdmantels überschreitet der Plume die Soliduskurve des Mantels, d.h. seine Temperatur liegt oberhalb der Temperatur, bei der Mantelgestein unter dem herrschenden Druck anfängt zu schmelzen. Je weiter der Plume aufsteigt, desto weiter schreitet die Aufschmelzung infolge der Dekompression fort. Die Schmelzen trennen sich vom Muttergestein ab und strömen durch das Netzwerk der durch das Schmelzen gebildeten Gesteinsporen aufwärts, da sie eine geringere Dichte haben als das Gesteinsresiduum und zudem durch mechanische Spannungen im Muttergestein und den Auflastdruck ausgepreßt werden. Wenn sie schließlich die Obergrenze der Schmelzzone im Mantel erreichen, können Sie durch Dikes (Gänge) an Schwächezonen der Erdkruste bis an die Erdoberfläche gelangen und damit Verursacher von Hot-Spot-Vulkanismus werden.
'Normale' Plumes zeichnen sich durch relativ eng begrenzte vulkanische Erscheinungen aus wie z.B. der Plume unter der Vulkaneifel, unter der Inselkette von Hawaii oder unter Island.
Von Superplumes spricht man, wenn die entsprechenden vulkanischen Erscheinungen nicht nur relativ begrenzt sind, sondern Regionen von der Größenordnung eines Kontinents betreffen. Sie bewirken sehr großflächige Hebungen bzw. Auswölbungen des Geoids: So wird z.B. die Landmasse und der sie umgebende Ozeanboden des südlichen Afrikas seit den letzten 100 Millionen Jahren langsam gehoben, und gehört nun mit einem Durchmesser von mehr als 1600 km und einer Höhe von rund 1500 m zu den größten Plateaus der Erde.
In Folge des Superplume-Vulkanismus wurden ganze Landstriche mit mehr als zwei Kilometer dicken Basaltschichten bedeckt. Beispiele dafür sind z.B: die Paraná-Basalte in Brasilien oder der Sibirische Trapp im Norden Russlands.
Kontinentale Ausbrüche von Superplumes waren nur Einzelfälle. Das bekannteste Beispiel, welches neben dem Einschlag von KT-Impakt vor 65 Millionen Jahren auf der Halbinsel von Yucatán ebenfalls mit dem Aussterben der Dinosaurier in Verbindung gebracht wird, ist der Plutonausbruch vor 65 Millionen Jahren, der das Hochland von Dekkan in Vorderindien formte.
Viel häufiger jedoch fanden Auswirkungen von Superplumes an den Ozeanböden statt. Darüber hinaus sind die ozeanischen Basaltplateaus wesentlich größer als die kontinentalen. So besteht das größte ozeanische Plateau (im West-Pazifik) vermutlich aus der 25-fachen Basaltmasse im Vergleich zur größten kontinentalen Decke.
Aller Wahrscheinlichkeit nach haben sich in der Kreidezeit, die vor etwa 135 Millionen Jahren begann und vor ca. 65 Millionen Jahren endete, gewaltige Superplume-Aktivitäten abgespielt. Offenbar war der Westpazifik am stärksten betroffen, wie Untersuchungen des hier besonders zerfurchten Ozeanbodens zeigen. Die heiße Gesteinsschmelze muss ein mehrere tausend Kilometer großes Areal überflutet haben, das ist ein zehnfaches der Flächen, die heute von Plume-Aktivitäten geformt werden.
Die Superplume-Aktivität vor rund 120 Millionen Jahren konnte nicht ohne weitreichende Folgen bleiben:
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"Plume (Geologie)".
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