Gaius Plinius Caecilius Secundus, auch Plinius der Jüngere, lateinisch Plinius minor (* zwischen 25. August 61 und 24. August 62 n. Chr. in Novum Comum, jetzt Como, Oberitalien; † um 113 oder 115 in der Provinz Bithynien-Pontus oder kurz nach seiner Heimkehr) war ein römischer Senator und Schriftsteller.
Mit 18 Jahren (ca. 80 n. Chr.) trat Plinius bereits als Gerichtsredner auf. In diesem Alter heiratete er seine erste Frau, deren Name ebensowenig bekannt ist wie der seiner späteren zweiten Frau. Seine dritte Ehe ging Plinius etwa im Jahre 100 mit einer Calpurnia ein, die in mehreren seiner Briefe erwähnt wird.
Im Alter von 19 Jahren wurde Plinius Priester des vergöttlichten Kaisers Titus. Er machte eine Beamtenkarriere und war nacheinander Militärtribun in Syrien (82 n. Chr.), Quästor, Prätor (93/94) und Konsul (100 n. Chr.). Plinius war auch öfter mit finanziellen Aufgaben betraut, mit denen er offenbar einige Erfahrung erworben hatte. So war er in den letzten Jahren der Herrschaft Domitians Verwalter der staatlichen Kasse für die Veteranenversorgung (praefectus aerarii militaris), von 98 bis 101 Verwalter der nach ihrem Aufbewahrungsort im Saturntempel benannten Staatskasse (aerarium Saturni).
Schließlich wurde er unter dem Kaiser Trajan zum außerordentlichen Statthalter der Provinz Bithynien-Pontus mit Sitz in Nikomedia (heute türkische Stadt Izmit) ernannt (lat.: legatus pro praetore provinciae Ponti et Bithyniae consulari potestate). 113 n. Chr. (nach anderen Quellen 115) starb Plinius der Jüngere vermutlich in der Provinz am Schwarzen Meer oder kurz nach seiner Heimkehr.
Am bekanntesten sind allerdings seine Briefe, die Epistulae, geworden. 369 Briefe sind in zehn Büchern zusammengefasst. Die ersten neun Bücher enthalten 248 Briefe, die Plinius an 105 verschiedene Adressaten gerichtet hatte. Dies waren Freunde, persönliche Bekannte und bekannte Zeitgenossen. Diese Briefe veröffentlichte Plinius selbst, bevor er nach Bithynien ging. Das zehnte Buch umfasst seine Korrespondenz mit Kaiser Trajan (121 Briefe, auch Antwortschreiben des Kaisers). Darin ging es unter anderem um Fragen des Plinius zum Umgang mit der christlichen Minderheit. In den an den Historiker Tacitus gerichteten Briefen 16 und 20 des 6. Buches beschrieb Plinius den Ausbruch des Vesuv (Plinius-Explosion), bei dem sein Onkel und Mentor Plinius der Ältere ums Leben gekommen war.
Plinius achtete besonders darauf, die äußere Form seiner Briefe (Adressat, Absender, Grußformel) zu bewahren. In jedem seiner Briefe behandelte er ein bestimmtes Thema. Die Briefe des Plinius schneiden nahezu alle Bereiche des Lebens der römischen Oberschicht an. Auch wenn die meisten dieser in einem sprachlich „mittleren Stil“ verfassten Mitteilungen für die Veröffentlichung überarbeitet wurden, geben sie doch detaillierte Einblicke, sowohl in das Alltags- als auch in das politische Leben und die gesellschaftlichen Verhältnisse in Rom. Einige Themen die Plinius aufzeigte waren: persönliche Anliegen, Berichte, Politik, Beschreibung seiner Villen, Landschaftsschilderungen, Bildungsfragen etc. Nur die Briefe im 10. Buch sind chronologisch geordnet.
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