Polymethylmethacrylat (Kurzzeichen PMMA), bekannter unter den Handelsnamen „Plexiglas“ (Fa. Röhm) oder auch als Acrylglas ist ein synthetischer, glasähnlicher thermoplastischer Kunststoff. In den ehemaligen RGW-Staaten wurde PMMA als Piacryl bezeichnet.
H CH3 | | ··· -C-C- ··· | | H COOCH3
PMMA entsteht durch Polymerisation des monomeren Methacrylsäuremethylester.
Die ineinander verflochtenen Polymerketten geben dem Plexiglas seinen Namen (lat. plectere = flechten).
PMMA verbrennt knisternd, mit gelblicher Flamme, süßlichem Geruch, ohne zu tropfen und ohne Rückstände. Beim Beklopfen mit dem Fingernagel klingt PMMA im Gegensatz zu transparentem Polystyrol nicht blechern.
Eigenschaften von PMMA:
Auch die Möglichkeiten der Formgebung sind sehr vielfältig. So kann es nicht nur als Glasersatz bei Fenstern eingesetzt werden, sondern auch für Haushaltsgegenstände wie z. B. Schüsseln.
PMMA ist sehr spannungsrissempfindlich. Daher dürfen Plexiglasflächen auch nicht mit Alkohol oder Lösungsmitteln gereinigt werden.
PMMA ist unentbehrlich in der Medizin besonders der Zahnmedizin, wo es für Prothesen eingesetzt wird. Hierfür wird der Kunststoff mit Metallsalzen eingefärbt, so dass die typische rosa Farbe entsteht. In durchsichtiger Form wird er für Verbandsschienen eingesetzt. Der Kunststoff wird frei angemischt und härtet unter Hitze und Druck aus. Es können auch Aktivatoren zugesetzt werden.
PMMA ist zudem Bestandteil von Fotolacken, welche in der Photolithographie Verwendung finden.
Weitere Einsatzgebiete:
Kfz-Industrie: Rückleuchtenglas, Reflektor, Lichtleiter, Blinkerglas
Elektroindustrie: Lichttechnik, Leuchtenabdeckung
Optische Industrie: Schauglas, Linsen, Brillenglas, Prismenplatten, Lichtleiter
Haushaltsartikel: Tastenkappe, Handydisplay, Gehäuse
Bauwesen: Polymerbeton, Industriefussboden, Verglasungen (z.B. Doppelstegplatten), Sanitärbauteil (z.B. Badewanne), Möbel
Orthopädie: Knochenzement (z.B. zur Verankerung von Hüftendoprothesen)
Zahnmedizin: Total- und Teilprothesen
Textilindustrie: Bestandteil von Polyacrylfasern, siehe Polyacrylnitril
Halbleiterindustrie: Verwendung als Resist in der Elektronenstrahllithographie
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