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Plattling ist eine Stadt im niederbayerischen Landkreis Deggendorf.
Geografie
Geografische Lage
Plattling bildet gemeinsam mit
Deggendorf in der Region
Donau-Wald ein
Oberzentrum.
Neun Kilometer
ONO vom Ortskern Plattlings mündet die
Isar in die Donau. Dieses Mündungsgebiet ist von hoher landschaftlicher Schönheit und eignet sich hervorragend für ausgiebige Fußwanderungen oder Radtouren. Bei der ehemaligen "Grafenmühle" (nunmehr Wirtshaus mit Garten) und dem früheren Elektrizitätswerk befindet sich das Isar-Informationszentrum mit Ausstellungen zur Geologie und Biologie dieser Kulturlandschaft. Dieser Bereich gehört mit dem rechtsseitigen Isarufer jedoch bereits zur Nachbargemeinde
Moos, während die Isarmündung selber, einschließlich der letzten 1 630 Meter vor der Mündung, zum Stadtgebiet von
Deggendorf gehört. In der Nähe kann man im Sommer mit der Radfähre "Altaha" zum gegenüberliegenden Donauufer (
Niederalteich) übersetzen.
Es existieren folgende Gemarkungen: Pankofen, Pielweichs, Plattling.
Stadtgliederung
Plattling hat folgende Stadtteile:
- Plattling Stadt
- Altholz
- Enchendorf
- Enzkofen
- Höhenrain
- Holzschwaig
- Rohr
- Pankofen
- Pankofen-Bahnhof
- Pielweichs
- Ringkofen
- Scheuer
- Schiltorn
- Singerhof
Geschichte
Urkundlich erwähnt wird Plattling erstmals für das Jahr
898. Bis
1379 lag Plattling am östlichen Isarufer, wovon auch heute noch die aus dem 13. Jahrhundert stammende Pfarrkirche St. Jakob zeugt; wegen ständiger Überschwemmungen wurde der Ort damals jedoch ans westliche Isarufer verlegt. Plattling gehörte zum Rentamt Straubing und zum Landgericht Natternberg des Kurfürstentums Bayern. Plattling besaß ein Marktgericht mit magistratischen Eigenrechten. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde. 1888 erfolgte die Stadterhebung.
Plattling ist eine Nibelungenstadt. Im Nibelungenlied (21. Abenteuer) wird nämlich erwähnt, dass Kriemhild auf ihrem Zug ins Hunnenland vom Passauer Bischof Pilgrim empfangen wurde und man in "Pledelingen" ihnen "Gemach" schuf. Alle 4 Jahre (z. B. 2002) finden im Sommer die Nibelungenfestspiele statt, alle 2 Jahre (z. B. 2004) ein Nibelungenmarkt.
Während der Zeit des Nationalsozialismus befand sich in Plattling ein Außenlager des Konzentrationslagers Flössenbürg.
Politik
Stadtrat
Städtepartnerschaften
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Sport
Black Hawks Plattling - (
American Football Mannschaft in der 2. Bundesliga Süd)
Regelmäßige Veranstaltungen
Alle 4 Jahre (z.B. 2002) finden im Sommer die Nibelungenfestspiele statt, alle 4 Jahre (z.B. 2004) ein Nibelungenmarkt.
Verkehr
- Eisenbahn
- Plattling ist vor allem eine Eisenbahnstadt. Am 20. September 1860 wurde die 76,3 Kilometer lange Bahnstrecke von Straubing über Plattling nach Passau eröffnet. 1877 wurde die Verbindung in den Bayerischen Wald nach Bayerisch Eisenstein, die sogenannte Waldbahn in Betrieb genommen und 1880 das Teilstück zwischen Landau an der Isar und Landshut, so dass nunmehr Plattling direkt mit München verbunden war. Dadurch konnten z.B. Viehtransporte in die Landeshauptstadt viel effektiver abgewickelt werden. Plattling wurde so zum wichtigsten Verkehrsknotenpunkt Niederbayerns. Am 28. Juli 1888 wurde Plattling durch Prinzregent Luitpold zur Stadt erhoben. Am 16. April 1945 wurde der Bahnhof durch einen Bombenangriff vollständig zerstört, in den folgenden Jahren aber wieder aufgebaut. Die 1957 einsetzenden Elektrifizierungsmaßnahmen führten letztlich zur Abwertung des Eisenbahn-Standorts Plattling; am 6. März 1974 fuhr zum letzten Mal eine Dampflok vor einem fahrplanmäßigen Personenzug von Plattling in den Bayerischen Wald. Das Plattlinger Bahnbetriebswerk, das jahrzehntelang für die Instandhaltung von Dampflokomotiven zuständig war, wurde 1985 endgültig aufgegeben. Aber auch heute noch ist Plattling ein wichtiger Umschlagplatz für Personen und Güter, da sich hier die in Nord-Süd-und Ost-West-Richtung verlaufenden Bahnstrecken kreuzen.
- Bahnhof Plattling
Ansässige Unternehmen
In Plattling wurde
1961 die größte
Rübenzuckerfabrik Deutschlands errichtet ("
Südzucker"), auch eine große Papierfabrik ("MD Plattling") ist dort angesiedelt.
Persönlichkeiten
Söhne und Töchter der Stadt
Literatur
- Ein Bilderreise durch den Landkreis Deggendorf, hrsg. vom Landratsamt Deggendorf, 2002, ISBN 3-00-008866-0
- Dieter Vogel (Hrsg.): Der Gäuboden. Heimatbuch, Vilsbiburg 1996, ISBN 3-9804048-2-X
- Historischer Eisenbahnverein Plattling: Festschrift 125 Jahre Eisenbahnerstadt Plattling 1860 - 1985, Plattling 1985
- Werner Reinhard: Die Grafenmühle (Maxmühle) bei Sammern, Gemeinde Moos, Deggendorfer Geschichtsblätter 20/1999
- Michael S. Westerholz: Kranke krepierten natürlich wie das Vieh - Erinnerungen an das KZ Plattling Eine Reportage, Deggendorf, 1995, ISBN 3-98-047970-6
Weblinks
Ort in Bayern | Deggendorf
Plattling