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Eine Plattform bezeichnet im Zusammenhang mit Automobilen eine technische Basis, auf der äußerlich verschiedene Modelle aufbauen. Sie stellt eine Einheit dar, die keinen Einfluss auf die Außenhaut eines Fahrzeuges haben darf, d.h. ein Chassis einschließlich des Radhauses innen.

Damit verbunden ist eine stückkostengünstige Fertigung der Einzelteile. Ferner werden Entwicklungskosten eingespart. Nachteil ist bei Ausbleiben einer Komponente aus Gründen von Fertigungsproblemen, Streiks etc. ein Stillstand fast aller Bänder des jeweiligen Plattformmodells.

Auch muss die technische Zuständigkeit bei der Konstruktion und Auslegung vollständig geklärt sein. Wird z. B. ein Blechteil ohne Absprache mit der TE der anderen Konzernmarke geändert, so kann das negative Auswirkungen auf die planmäßige Fertigung eines Automobiles haben.

Die Fahrzeuge einer gemeinsamen Plattform können sich mehr oder weniger stark unterscheiden. Die wenigsten Unterschiede gibt es, wenn quasi nur das Markenlogo ausgetauscht wird (vgl. Badge Engineering), wie z. B. aus dem Audi 50 der erste VW Polo gemacht wurde.

Unterschiedliche Bauarten, also Schrägheck, Stufenheck oder Kombi, nutzen auch die gleiche Plattform, die sich meist nur in der Länge unterscheidet. Zusätzlich ist hier meist auch die Karosserie bis zur B-Säule identisch. In der Zeit vor selbstragenden Karosserien unterschied man zwischen dem Rahmen und der Karosserie. So konnten auf den Rahmen eines Herstellers verschiedene Motoren und Karosserien aufgebaut werden.

Merkmale einer gemeinsamen Plattform


Plattformen werden häufig von verschiedenen Marken innerhalb eines Konzernverbunds genutzt. Wesentliche Merkmale einer gemeinsamen Plattform sind Fahrwerk und Antrieb.

Beispiel VW Golf (4.Generation)

Beispielhaft für Plattformstrategie ist der Volkswagen-Konzern der auf einer gemeinsamen Plattform, basierend auf dem VW Golf der vierten Generation (in Deutschland zwischen 1997 und 2003) u. a. auch den VW Bora, VW New Beetle, Skoda Octavia, Seat Leon, Seat Toledo, Audi A3 und Audi TT baut bzw. gebaut hat.

Die VW-interne Plattformbezeichnung hierfür lautet PQ34. Zur Erläuterung:

  • P = Plattform
  • Q = Einbaulage Motor, Q = Quer (von "links nach rechts"), L = Längs (von "vorne nach hinten")
  • 3 = Fahrzeugtyp A-Klasse (ugs. "Golfklasse")
  • 4 = 4. Generation (vgl. Golf IV)

Analog sitzen aktuelle Projekte auf der Plattform PQ35 des Golf V. Der aktuelle Passat (Modelljahr 2005) baut auf der Plattform PQ46 auf, der Vorgänger war auf PL45 gebaut. Die anderen Bezeichnungen s.o.

Die Plattform beinhaltet am Bsp. VW-Konzern folgenden Funktionsgruppen:

  • Aggregate (Motor, Getriebe nebst Lagerung)
  • Vorderachse
  • Lenkung und Lenksäule
  • Schaltung
  • Fußhebelwerk
  • Hinterachse
  • Bremsanlage
  • Kraftstoffbehälter
  • Abgasanlage
  • Räder (Größen)
  • Reifen
  • Vorderwagen (Längsträger, Radhäuser)
  • Stirnwand (inkl. Heizung und Klima)
  • Mittelboden (Boden vorn)
  • Hinterwagen (Boden hinten, Längsträger, Radhäuser innen)
  • Sitzgestelle
  • Verkabelung genannter Komponenten

Die restlichen Teile des Fahrzeuges werden in Hutteile und Systemteile unterteilt. Der Hut ist dann unter anderem die Rohkarosse, die sich erheblich unterscheiden kann (vergleiche VW Golf V und Seat Altea). Systemteile sind eigentlich Gleichteile (COP = Carry Over Parts) die übernommen werden, aber der jeweiligen Konzern-Marke angepasst werden. Beispiele: Radzierblende oder das Airbagmodul im Lenkrad, völlig gleich, nur anderes Markensymbol.

Kraftfahrzeuge mit gemeinsamer Plattform


Plattformen innerhalb eines Automobilkonzerns, oder eines Gemeinschaftsunternehmen, das oft hierzu zur Kostensparung gegründet wird. Unterschiedliche Bauarten werden nur aufgeführt, sofern sie einen anderen Markennamen tragen.

PKW

DaimlerChrysler:

DaimlerChrysler/Mitsubishi: Fiat:

Fiat/Ford: Ford: GM: Porsche: PSA: PSA und Toyota: Renault/Nissan: Volkswagen: Volkswagen und Porsche:

Vans

GM: PSA und Fiat: Volkswagen und Ford:

Kastenwagen und Nutzfahrzeuge

PSA und Fiat: Renault/Nissan und GM:

Alternative Methoden zur Kostenreduktion


  • Lizenzproduktion: Eine andere Art der Kostenreduktion ist die Lizenzproduktion (z.B. Fiat Panda als Seat Marbella oder Opel Kadett als Daewoo Nexia), bei der jedoch im Gegensatz zur Strategie der gemeinsamen Plattform die Modelle nicht gleichzeitig auf den Markt kommen, sondern eigentlich ausgelaufene Modelle unter Lizenz weiter herstellen.

Siehe auch


Kraftfahrzeugtechnik | Automobil

Automobile platform

 

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