Plattenspieler350.jpg Als Plattenspieler (engl. Turntable oder record player) bezeichnet man ein üblicherweise elektrisches Gerät zum Abspielen von (analogen) Schallplatten. Vorläufer waren die mechanischen Geräte Grammophon und Phonograph.
In der Regel können Plattenspieler Schallplatten mit zwei Geschwindigkeiten abspielen: 331/3 UpM (Umdrehungen pro Minute), 45 UpM. Seltener ist auch ein Abspielen von älteren Platten mit 78 UpM oder 162/3 UpM möglich.
Gr_igla_01_ubt.jpeg DJs setzen hier vor allem den Technics 1210 MK2 ein, aber auch diverse mehr oder weniger verbesserte Nachbauten sind erhältlich. Besonders die Firma Vestax hat sich in dieser Hinsicht hervorgetan. Diese Plattenspieler sind auch in der Lage, ihre Drehgeschwindigkeit in einem gewissen Prozentbereich stufenlos zu verändern. Beim Technics 1200 bzw. 1210 MK II sind dies +/- 8 %, wobei auch Umbauten existieren, die diesen Bereich auf bis zu +/- 30 % erweitern. Die später eingeführten Ausführungen à la M5G erweitern den Bereich auf +/- 16% . Hier kann der Pitchbereich per Schalter entsprechend umgeschaltet werden. Dieser Pitchregler ermöglicht es, Musikstücke mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten entsprechend anzugleichen, um einen Beat durchgängig beizubehalten. Durch Manipulation der Abspielgeschwindigkeit verändert sich allerdings zudem stets die Tonhöhe der gespielten Schallplatte. Darauf lässt sich die englische Bezeichnung Pitch zurückführen, die übersetzt Tonhöhe oder auch Tonlage bedeutet.
Seit einiger Zeit gibt es auch wieder einen Vinylrecorder, mit dem man Platten aufnehmen kann, ohne sie zu pressen – hier werden die Platten geschnitten. Vorfahren dieses Gerätes waren die in den fünfziger Jahren herausgebrachten Heim-Folienschneidegeräte mit 78 U/Min., die sich jedoch aufgrund des hohen Nadelrauschens qualitativ nicht gegen die frühen Heim-Tonbandgeräte behaupten konnten.
Bekannte Hersteller, die gegenwärtig noch High-End-Plattenspieler herstellen, sind unter anderem Linn, Transrotor, Clearaudio, Thorens, Roksan und Rega.
Einen vollkommenen eigenen Weg geht die japanische Firma ELP Corporation, die Laserplattenspieler entwickelt, bei der die Schallplatten berührungslos mittels Laserlicht ausgelesen werden. Der Nachteil dieser Konstruktion besteht neben dem hohen Preis in der extremen Empfindlichkeit beim Abtasten von verschmutzten Schallplatten, weshalb eine Plattenwaschmaschine zum Lieferumfang gehört
Plattenspieler werden mit verschiedenen Antriebsarten, also der Art wie der Plattenteller in Drehung versetzt wird, hergestellt. Diese unterschiedlichen Antriebsarten sind zum Teil historisch bedingt, zum Teil aber auch entwickelt worden, um verschieden technische Anforderungen zu erfüllen, z. B.
Verbreitet sind oder waren der Direktantrieb, der Riemenantrieb und der Reibradantrieb.
Beim Direktantrieb ist die Achse des Plattentellers gleichzeitig die Achse des Antriebsmotors. Bei einigen Modellen, z. B. Technics 1210, ist der Plattenteller Teil des Motors. Hier wirken die Elektromagnete des Motors direkt auf den Plattenteller, bzw. der Plattenteller liegt auf dem Rotor des Motors auf. Die Änderung der Plattentellerdrehzahl wird direkt über die Drehzahländerung des Motors erreicht. Wird die Motordrehung über ein Zahnrad auf die Plattentellerachse übertragen, z. B. um einen Motor mit höherer Drehzahl einzusetzen, wird ebenfalls von Direktantrieb gesprochen.
Direkt angetriebene Plattenspieler sind vor allem im DJ-Bereich verbreitet. Direktangetriebene Plattenspieler können mit extrem kurzer Hochlaufzeit gebaut werden.
Beim Riemenantrieb wird die Drehung der Motorachse mit einem Gummiriemen oder -band auf den Plattenteller übertragen. Diese Bauart ist weit verbreitet, da der Riemenantrieb eine mechanische Entkopplung zwischen Motor und Plattenteller zulässt, und somit unerwünschte Vibrationen im Plattenteller minimiert werden können.
Die Drehzahlsteuerung erfolgt beim Riemenantrieb entweder über Steuerung der Motordrehzahl oder über die Verwendung unterschiedlicher Übersetzungen zwischen Motorachse und Plattenteller. Dies wird mit unterschiedlich großen Laufscheiben auf der Motorachse erreicht. Der Antriebsriemen muss zum Wechseln der Geschwindigkeit von einer Scheibe auf die andere umgehängt werden.
Plattenspieler mit Riemenantrieb erreichen teilweise bessere Gleichlaufeigenschaften und geringere Störeinflüsse auf das Tonabnehmersystem als direkt getriebene, haben aber meist sehr lange Hochlaufzeiten. Ordentlich konstruierte Direktantriebe stehen den Riementrieblern in nichts nach - zudem entfällt der Riemen, welcher einem von der Beschaffenheit des Gummis und der Masse des Plattentellers abhängigen Verschleiß unterliegt.
Beim Reibradantrieb wird die Übertragung der Drehung durch ein Gummirad erreicht. Der Motor treibt das Reibrad an, das wiederum die Drehung auf die Innenseite des Plattentellers überträgt. Dadurch kann eine sehr gute Übertragung des Drehmoments auf den Plattenteller, und damit ein schnelles Hochdrehen des Tellers erreicht werden. Nachteilig ist jedoch die Gefahr, Vibrationen des Motors über die relativ starre Kopplung zwischen Motorachse und Plattenteller in den Teller einzukoppeln.
Reibradantrieb wird heute nur noch von wenigen Herstellern angeboten, allerdings nur bei Billiglaufwerken. In den 50er und 60er Jahren gebaute Klassiker sind z.B. Garrard 301 und 401 sowie der Thorens TD-124. Letzterer arbeitet mit einer Kombination aus Reibrad- und Riemenantrieb. Der Motor treibt über einen kurzen Riemen das den Plattenteller treibende Reibrad an. So wird eine Entkoppelung des Motors vom Plattenteller erreicht. Auch die Hersteller Braun, Perpetuum Ebner (PE), Elac, Bang & Olufsen u.a. bedienten sich dieses Antriebskonzeptes. Die Aufzählung aller Hersteller und Modelle würden den Rahmen jedoch sprengen.
Die genannten Modelle sind auch heute noch sehr gesucht und genügen höchsten Ansprüchen
Siehe hierzu die separaten Artikel Tonabnehmer bzw. Tonarm
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