Der Begriff Platen-Affäre bezeichnet die öffentliche Auseinandersetzung zwischen Heinrich Heine und seinem Schriftstellerkollegen August Graf von Platen, eine der heftigsten und zugleich meistdiskutierten Kontroversen der Literaturgeschichte.
Heinrich Heine veröffentlichte als Anhang des zweiten Bandes seiner "Reisebilder" Epigramme des Dichters Karl Immermann, durch die sich Platen angegriffen fühlte. Platen, der sich zuvor schon negativ über Heine geäußert hatte, verübelte ihm, Immermanns Spott veröffentlicht zu haben. Er begann, Heine wegen seiner jüdischen Herkunft zu verhöhnen und zu beschimpfen. Heine, der sich dadurch grundsätzlich in Frage gestellt sah, scheute nicht davor zurück, Platens Homosexualität publik zu machen. Die Auseinandersetzung wurde auf unwürdige Art fortgesetzt.
Die Platen-Affäre ist zum einen Beispiel für die heftigen Angriffe, denen sich Heinrich Heine wegen seiner jüdischen Abstammung ausgesetzt sah. Zum anderen zeigt sie, dass Heines Versuch, durch die protestantische Taufe 1825 dieser Diskriminierung zu entgehen, scheiterte.
Die Kontroverse wird - auch in Abhängigkeit von der grundsätzlichen Haltung zu Heine - unterschiedlich beurteilt. Es stellt sich vor allem die Frage, ob die Veröffentlichung der Epigramme lediglich Anlass zu einer judenfeindlichen Offensive gegen Heine war und ob es angemessen war, Platen durch Bekanntmachung seiner Homosexualität unmöglich zu machen.
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"Platen-Affäre".
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