Ein Plagiat (von lat. plagium, "Menschenraub" abgeleitet) ist die Vorlage fremden geistigen Eigentums bzw. eines fremden Werkes als eigenes Werk oder als Teil eines eigenen Werkes. Es ist unter bestimmten Voraussetzungen strafbar und verpflichtet dann den Plagiator zum Schadenersatz.
Dieses Beispiel macht deutlich, dass im Unterschied z.B. zur Kopie die Aneignung eines Werkes auch in anderen Kulturen und Zeitaltern weitgehend geächtet war.
Allerdings war es z.B. im Barock in der Musik durchaus üblich, nicht nur beliebte Teile früherer eigener, sondern auch fremder Kompositionen mit der Technik der so genannten Parodie in neue Werke einzuarbeiten ohne darauf ausdrücklich hinzuweisen. Obwohl aus heutiger Sicht problematisch kann man allerdings davon ausgehen dass die "Zitierten" - zumindest wenn es sich um bekanntere Komponisten mit gesichertem Status handeltete - sich durchaus geschmeichelt fühlten ihre Werke so beliebt zu wissen.
Neben der Jagd nach Geld oder Anerkennung können auch politische Gründe die Motivation zum Plagiat liefern. So wurde ein Teil der Berichte über angebliche Massenvernichtungswaffen des Irak, die den Einmarsch der USA rechtfertigen sollten, wörtlich (mit allen Rechtschreibfehlern) einer etwa 10 Jahre alten Diplomarbeit entnommen.
In der Wissenschaft wird – anders als in der Literatur – bereits die Paraphrasierung eines Textes oder die nicht gekennzeichnete Übernahme einer Argumentation ohne Quellenangabe als Plagiat verstanden. Man unterscheidet zwischen Totalplagiat, bei dem ein kompletter Text übernommen wird, und Teilplagiat, sowie zwischen dem Verbalplagiat, das Formulierungen exakt übernimmt, und dem schwieriger aufzudeckenden Ideenplagiat, bei dem lediglich Gedanken übernommen werden, ohne deren Urheber zu zitieren. Außerdem gibt es Sonderformen wie das Autoplagiat, bei dem eigene Arbeiten mehrfach verwertet werden. Oft werden Plagiate damit zu rechtfertigen versucht, dass man zugibt, den zugrundeliegenden Text zwar "irgendwann" gelesen, die Quelle dann aber vergessen zu haben.
Vom Plagiat ist die Fälschung zu unterscheiden, da die Fälschung keine getreue Kopie eines Werkes unter Verheimlichung der echten Autorenschaft darstellt, sondern im Gegensatz zu einer eigenen Leistung die Autorenschaft eines anderen unterstellt. Auch "Nachzieher", sogenannte Me-too-Produkte sind keine Plagiate.
Besonders schwierig wird die Abgrenzung, ob es sich tatsächlich um ein Plagiat handelt oder gar eine Urheberrechtsverletzung vorliegt, wenn z.B. bei erfolgreichen Werken belletristischer Bestsellerautoren von Dritten plötzlich die Urheberschaft auf gewisse Grundideen und -themen, nicht jedoch deren fiktiv-literarische Umsetzung, beansprucht und mit früher von ihnen verfassten sachliterarischen Werken begründet wird. Der gesunde Menschenverstand würde eigentlich nahe legen, dass es sich nicht um ein Plagiat handelt, weil die Zielsetzung der Bücher ganz verschieden ist. Zudem hat in solchen Fällen der Romanautor das Werk des anderen nicht im eigentlichen Sinne verwendet, sondern nur dort geäußerte Ideen und Themen als Inspiration für seine fiktive Geschichte genutzt. Dennoch werden - wohl im Hinblick auf die Millionensummen um die es oft geht - derartige Vorwürfe regelmäßig vor Gerichten erörtert.
Verdachtsmomente für das Vorliegen eines Plagiats sind beispielsweise gegeben, wenn der Stil eines Textes uneinheitlich ist oder ungewöhnliche Begriffe verwendet werden. Neben der stichprobenartigen Überprüfung von Textpassagen in Suchmaschinen gibt es auch die Möglichkeit, spezielle Prüfprogramme zur Aufdeckung von Plagiaten zu nutzen. Während einfaches Copy & Paste von Webseiten mittlerweile recht einfach aufzudecken ist, fallen Übernahmen aus entlegenen Quellen häufig nicht sofort auf. Dazu zählen Plagiate aus Diplom- oder Magisterarbeiten, für die meist keine Veröffentlichungspflicht besteht, oder Übersetzungen aus fremdsprachigen Quellen.
Plagiate werden jedoch nicht nur von Studierenden begangen, auch Dozenten bedienen sich gelegentlich aus Arbeiten, die sie betreut haben. Da der ursprüngliche Autor oft in einem Abhängigkeitsverhältnis steht, ist Widerstand dagegen selten. Eine besonders perfide Methode des Plagiats ist es, im Rahmen des Peer reviews eine zur Veröffentlichung vorgesehene Arbeit abzulehnen oder wenigstens deren Annahme zu verzögern, die Ergebnisse dann aber für eigene Arbeiten zu nutzen.
In der Universität Bielefeld wird seit ein paar Jahren campusweit, obligatorisch und kontinuierlich die Plagiariatsnachweis-Software Turnitin (dt. reich es ein) eingesetzt, das auch in den USA, Kanada und Großbritannien sehr verbreitet ist. Auf dem entstandenen deutschsprachigen Markt für solche Produkte konkurrieren
Bei der Ahndung entdeckter plagiierter Arbeiten gibt es je nach (Hoch-)Schule und Schwere des Vergehens große Unterschiede. In den USA existieren relativ häufig sogenannte Honor Boards, deren Mitglieder selber Studierende sind. Dieser aus der Gruppe der nahezu Gleichaltrigen zusammengestellten Entscheidungsgremien obliegt es, die konkrete Bewertung und Bestrafung bis hin zu einer möglichen Exmatrikulation vorzunehmen. Der Vorteil, nicht Angehörige der Dozentenschaft damit zu befassen, liegt in der größeren Nähe der Gleichaltrigen zur Lebenswelt und damit der realistischeren Einschätzung der Motivlage und Rückfallgefahr der Delinquenten.
Auf der Konsumgütermesse "Ambiente" ist 2006 zum 30. Mal der Plagiarius-Preis verliehen worden. Die Laudatio hielt Graf Faber-Castell, Chef des bekannten Schreibgeräteherstellers. Dessen Ururgrossvater sah sich bereits 1875 veranlasst, den Erlass eines Markenschutzgesetzes voranzutreiben. In den letzten zwei Jahren sind allein 2 Millionen Fälschungen von Produkten dieses renommierten Unternehmens in China sichergestellt worden. Solche Funde sind jedoch nur die Spitze des Eisberges und zeigen das Ausmaß des Problems. In der chinesischen Kulturtraditition gilt es als ehrenhaft, z.B. Bildwerke von Meistern zu kopieren. Im heutigen China werden viele westliche Produkte ohne Lizenzerwerb industriell nachgebaut.
Kathy Acker begründete eine Kunstform des "Plagiarismus". Die Anwendung dieser Kunstform und die Verwendung von Textpassagen des Bestsellerautors Harold Robbins führte zu einem Prozess, der schließlich eingestellt wurde.
Der Autor Dan Brown und sein Verlag Random House wurden wegen des Bestsellers "Sakrileg" und dem gleichnamigen Film erfolglos von einem französischen Schriftsteller verklagt.
Laut Gerichtsentscheid unbegründetete Plagiatsvorwürfe gegenüber der afroamerikanischen Schriftstellerin Nella Larsen führten dazu, dass sich die Autorin gänzlich vom Schreiben abwandte.
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