Stpiusx.jpg Pius X., eigentlich Giuseppe Melchiorre Sarto (* 2. Juni 1835 in Riese, Provinz Treviso; † 20. August 1914 in Rom) war Papst von 1903 bis 1914. Mit Recht wurde Pius X. ein "konservativer Reformpapst" genannt.
Am 4. August 1903 wurde er nach viertägigem Konklave zum Nachfolger von Papst Leo XIII. gewählt. Die Wahl erfolgte im siebten Wahlgang. Noch zu Beginn des Konklaves hatte der Kardinalstaatssekretär Mariano Rampolla del Tindaro als aussichtsreichster Kandidat gegolten. Tatsächlich erhielt Kardinal Rampolla in den ersten drei Wahlgängen auch jeweils die meisten Stimmen, wenngleich keine zur Wahl ausreichende Mehrheit. Nach dem zweiten Wahlgang ließ Kaiser Franz Joseph ein Veto Österreichs gegen eine etwaige Wahl Rampollas erklären. Ob dies aber tatsächlich der Grund für die spätere Wahl Kardinal Sartos gewesen ist, lässt sich nicht verifizieren.
Die Krönung von Papst Pius X. fand am 9. August 1903 im Peterdom statt. Pius X. war ausgesprochen konservativ. Er verurteilte den Modernismus in zahllosen Veröffentlichungen, unter anderem 1907 in dem Dekret Lamentabili und in der Enzyklika Pascendi. 1910 führte er den Antimodernisteneid ein. Er ist einerseits als der unbeugsame Antimodernistenpapst in die Geschichte eingegangen, andererseits hat er im innerkirchlichen Bereich Reformen von bleibenden Wert durchgeführt. Insbesondere hatte Pius X. den Mut zu Reformen der Liturgie, für die er das Prinzip der actuosa participatio (tätigen Teilnahme) der Laien formulierte. Dieses Prinzip wurde durch das II. Vatikanische Konzil (1962-1965) ausgeweitet, indem die Volkssprache in der Hl. Messe gestattet wurde.
Berühmt wurde Pius X. u.a. durch die Empfehlung des täglichen Kommunionsempfangs sowie durch die Zulassung der Kinderkommunion. Sein Anliegen war es, der Religion eine größere gesellschaftliche Wirksamkeit zu verschaffen.
In sein Pontifikat fallen Auseinandersetzungen mit europäischen Staaten, so wurden die diplomatischen Beziehungen zu Spanien und Frankreich abgebrochen und 1905 das Konkordat mit Frankreich (von 1801) aufgehoben.
Pius X. starb am 20. August 1914 in Rom und ist im Petersdom beigesetzt. Entgegen der Tradition wurde sein Leichnam auf eigenen Wunsch nicht einbalsamiert. Sein Nachfolger war Papst Benedikt XV..
Pius X. wurde durch Papst Pius XII. im Jahr 1951 selig- und im Jahr 1954 heilig gesprochen. Seit dem ruht er in einem Glassarg im Petersdom, Gesicht und Hände durch eine Metallmaske verdeckt. Er ist der erste heilig gesprochene Papst seit mehreren Jahrhunderten.
Sein Geburtsort Riese wurde nach seiner Heiligsprechung zu seinen Ehren in „Riese Pio X“ umbenannt. 1985 wurde von der Gemeinde Riese Pio X und der Provinz Treviso eine Stiftung eingerichtet, die Fondazione Giuseppe Sarto, die sich mit der Erforschung und Dokumentation seines Lebens und Wirkens beschäftigt.
Mann | Papst | Heiliger | Italiener | Geboren 1835 | Gestorben 1914
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