Pisagua ist eine Hafenstadt im Norden Chiles in der Región de Tarapacá. Die Stadt liegt ca. 50 km westlich der Panamericana und wird nicht von öffentlichen Verkehrsmitteln angefahren.
Pisagua war ursprünglich einer der Hauptausfuhrhäfen für den Salpeter. Mit dem Ende des Bergbaues begann der Niedergang der Stadt. Heute leben nur noch circa 300 Menschen in der weitgehend verödeten Stadt, an deren einstige Blütezeit noch das erhaltene, aus Holz erbaute, Stadtheater erinnert. Die Stadt wird nur noch über Notstromaggregate am Leben erhalten. Tourismus gibt es praktisch nicht, trotz des weiten Pazifikstrandes.
Die Stadt wurde am 2. November 1879 während des Salpeterkriegs von chilenischen Truppen erobert und ging nach dem Friedensvertrag von Ancon 1883 von Peru an Chile. Eine nationale Gedenkstätte erinnert an dieses Ereignis.
Wegen ihrer Lage am Rande der Atacama und in großer Entfernung von anderen Städten wurde die Region um Pisagua mehrfach zur Anlage von Gefangenenlagern genutzt. Während des Salpeterkriegs waren dort peruanische Kriegsgefangene interniert. 1946 richtete der chilenische Präsident Gabriel González Videla erstmals ein Konzentrationslager für politische Gegner ein. Auch während des Pinochet-Regimes befand sich 1973 und 1974 in Pisagua ein Konzentrationslager, in dem zahlreiche politische Gegner der Regierung gefangen gehalten wurden.