| Wappen | Karte | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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| Wappen Pirmasens.jpg | Lage der kreisfreien Stadt Pirmasens in Deutschland.png | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Basisdaten | bgcolor="#FFFFFF" | Bundesland: | Rheinland-Pfalz | bgcolor="#FFFFFF" | Landkreis: | Kreisfreie Stadt | bgcolor="#FFFFFF" | Höhe: | etwa 360 - 400 m ü. NN | bgcolor="#FFFFFF" | Fläche: | 61,37 km² | bgcolor="#FFFFFF" | Einwohner: | 43.232 (31. Oktober 2005) | bgcolor="#FFFFFF" | Bevölkerungsdichte: | 704 Einwohner je km² | bgcolor="#FFFFFF" | Postleitzahl: | 66953 - 66955 | bgcolor="#FFFFFF" | Vorwahl: | 06331 | bgcolor="#FFFFFF" | Kfz-Kennzeichen: | PS | bgcolor="#FFFFFF" | Gemeindeschlüssel: | 07 3 17 000 | bgcolor="#FFFFFF" | Adresse der Stadtverwaltung: | Exerzierplatzstraße 17 66953 Pirmasens | bgcolor="#FFFFFF" | Website: | www.pirmasens.de | bgcolor="#FFFFFF" | E-Mail-Adresse: | info@pirmasens.de | bgcolor="#FFFFFF" | Oberbürgermeister: | Dr. Bernhard Matheis (CDU) | |
Pirmasens liegt am südwestlichen Rand des Pfälzer Waldes. Im Westen liegen die Stadt Zweibrücken und der Saar-Pfalz-Kreis, im Norden die Kreise Kusel und Kaiserslautern, im Nordosten der Kreis Bad Dürkheim, im Osten der Kreis Südliche Weinstraße und im Süden die Staatsgrenze zu Frankreich mit dem "Pays de Bitche" (Bitscher Land).
Seine erste urkundliche Erwähnung fand Pirmasens um 860 als "pirminiseusna", eine dem Kloster Hornbach unterstehende Siedlung. Der Name geht auf den Hl. Pirminius zurück, den Gründer des Klosters Hornbach.
Der Landgraf Ludwig IX. von Hessen-Darmstadt fühlte sich im Jagdschloss seines Vaters in Pirmasens so wohl, dass er der Siedlung 1763 die Stadtrechte verlieh und seine Residenz hierher verlegte. Er baute in Pirmasens eine Garnison auf, da er im elsässischen Buchsweiler keine bewaffneten Soldaten stationieren durfte. Die Stadt bekam eine Stadtmauer, ein Schloss, einen Exerzierplatz und die größte Exerzierhalle Europas nach jener im russischen Sankt Petersburg. Mit dem Tod des Landgrafen im Jahr 1790 wird die Garnison aufgelöst und kurze Blüte der Stadt ist vorbei. 1793 schlagen Preußen und Braunschweig die französische Moselarmee in der Schlacht von Pirmasens, trotzdem gehört Pirmasens von 1793 - 1815 zu Frankreich.
1923/24 versuchen pfälzischen Separatisten, in Pirmasens dauerhaft Fuß zu fassen, scheitern aber am 12. Februar 1924: Es kommt zur gewaltsamen Stürmung des Bezirksamts, des Sitzes der separatistischen Stadtregierung und zu mehreren Todesopfern auf beiden Seiten.
Am 9. November 1938 Zerstörung der Synagoge während der sog. "Novemberpogrome", noch heute erinnert die Synagogengasse an den Standort des Gebäudes. Der 15. März 1945 bringt die Zerstörung der Innenstadt durch einen alliierten Bombenangriff, am 22. März 1945 marschieren amerikanische Truppen ein, der Zweite Weltkrieg ist für die Bevölkerung zu Ende.
1946 wird Pirmasens Teil des neugegründeten Bundeslandes Rheinland-Pfalz. Der Standort Pirmasens der FH Kaiserslautern wird 1989 gegründet. 1997 schließlich verlassen die US-Truppen fast vollständig den Standort Husterhöhe - die Erschließung eines neuen Stadtviertels beginnt.
Entwicklung der Einwohnerzahl (ab 2002 31. Dezember):
Stadtratswahl vom 13. Juni 2004:
CDU 46,0% (-1,8) - 21 Sitze (-1)
SPD 23,8% (-11,4) - 11 Sitze (-5)
WGR 10,8% +3,7) - 5 Sitze (+3)
REP 10,2% (+7,3) - 5 Sitze (+5)
Grüne 4,3% (+0,3) - 2 Sitze (=)
Andere 5,1% (+2,0) - 0 Sitze (-1)
Pirmasens war seit dem 19. Jahrhundert das Zentrum der deutschen Schuhindustrie. Die einsetzende Globalisierung, also die mangelhafte Konkurrenzfähigkeit, in Verbindung mit der Lohnentwicklung in Deutschland erschwerte den Unternehmen ab etwa 1970 in zunehmendem Maß die Massenproduktion. Ein Großteil der ansässigen Schuhfabriken musste inzwischen aufgeben, andere konnten durch Auslagerung der Produktion ins Ausland sowie Spezialisierung auf Nischensegmente überleben. Viele tausend Arbeitsplätze sind so weggefallen.
Nicht viel besser erging es Lederhandel, Maschinenbau und Chemie, wo es nur in begrenztem Umfang gelang, neue Kunden zu finden, und die "Globalisierung" ebenfalls ihre Spuren hinterließ. Auch hier gingen viele Arbeitsplätze verloren.
Die Auflösung der großen amerikanischen Garnison in mehreren Schritten ab ca. 1980 schließlich ließ die Lage nach dem Empfinden vieler Bürger verzweifelt werden, mit Arbeitslosenquoten in der Kernstadt um 20%.
Die Grenzlage und die nicht optimale Verkehrsanbindung müssen als Standortnachteile gewertet werden, obwohl die Lage in der Westpfalz so schlecht nicht ist, vergleicht man sie mit Brandenburg oder Mecklenburg-Vorpommern. Die auch anderswo bekannte Stadtflucht verzerrt die Statistik, und die Lebensqualität ist gut.
Ein Hoffnungsträger ist die Konversion des ehemaligen Kasernengeländes für die Fachhochschule und für Unternehmensgründungen. Erste Erfolge sind sichtbar, auch wenn von einer Trendwende noch nicht gesprochen werden kann. Die Arbeitslosenquote in der Westpfalz insgesamt liegt weiterhin über dem Bundesdurchschnitt. Jedenfalls wartet man nicht mehr auf Hilfe von außen, sondern versucht, selbst Lösungen zu finden, unter anderem mit dem klaren Bekenntnis der Stadtverwaltung und des rheinland-pfälzischen Verkehrsministeriums zum vierspurigen Ausbau der B 10 zwischen der A 8 und der A 65 in Landau. Auch den lange vernachlässigten Standortfaktor der in Deutschland einmaligen Ballung von Kompetenz in Sachen Schuhfertigung wird wieder vermehrt als Vorteil erkannt.
Obwohl mitten im Herzen Europas gelegen ist Pirmasens mit günstigen Verkehrsverbindungen nicht gesegnet. Die A 8 bindet die Stadt an das Saarland an, über die lediglich einspurig gebaute A 62 ist der Anschluss nach Kaiserslautern und Trier gewährleistet. Nach Osten hin bindet die B 10 die Südwestpfalz an die Rheinschiene an, wobei ein Ausbau zur vierspurigen Schnellstrasse das infrastrukturelle Defizit verbessern soll.
Über die 6,97 km lange Stichstrecke Pirmasens Nord - Pirmasens Hauptbahnhof wird die Stadt Pirmasens an das regionale Schienennetz angebunden. Vom Verteilerbahnhof Pirmasens-Nord führt in westliche Richtung die Queichtalbahn (Kursbuchstrecke 675) nach Landau, in östlicher Richtung die Schwarzbachtalbahn (Kursbuchstrecke 674) nach Saarbrücken und in nördlicher Richtung die Biebermühlbahn (Kursbuchstrecke 672) nach Kaiserslautern. Alle Verbindungen gehören zum Nahverkehr der DB, Fernverkehrszüge fahren auf den Strecken von und nach Pirmasens heute nicht mehr. Der ehemalige Güterbahnhof in Pirmasens wurde Ende der 1990er-Jahre aufgelassen und findet heute seine Nutzung als Diskothek.
Pirmasens war und ist immer noch von der Schuhindustrie geprägt. Das große Sterben der Schuhfabriken in den letzten dreißig Jahren hat deutliche Spuren hinterlassen, mit 'Peter Kaiser' ist in Pirmasens die älteste Schuhfabrik Deutschlands zu finden, gegründet 1838. Viele leer stehende Fabrikationsflächen wurden in den letzten Jahren sinnvoll umgewandelt, es entstanden etwa der 'Neuffer-Komplex', der Ärzte, Unternehmen und einen Radiosender beherbergt. Doch nicht nur die Schuhfertigung selbst, auch ihre Zulieferindustrie haben Pirmasens geprägt und prägen die Stadt immer noch. Die chemische Industrie, die etwa Leisten und Sohlen produziert - beispielsweise die Firma 'Framas', die für Adidas und Nike sämtliche Leisten liefert - ist immer noch ein großer Arbeitgeber. In direkter Nachbarschaft finden sich auch die Chemiefirmen 'Profine', unter dem Namen 'Kömmerling' lange größter Arbeitgeber der Stadt und 'Keck', die mit ihren Industriefarben unter anderem Adidas beliefern. Galt früher, dass jeder deutsche Fuß einmal Pirmasenser Schuhe trug, so hat heute fast jeder Fußballer schon einmal gegen einen mit Pirmasenser Farben hergestellten Ball getreten.
Nach langen Jahren des Niedergangs ist die Park & Bellheimer AG (hervorgegangen aus der 'Parkbrauerei Pirmasens & Zweibrücken AG') seit ihrer Übernahme durch die Mannheimer Eichbaum-Brauereien wieder eine Brauerei mit Zukunft, die in der Region Flagge zeigt und mit ihrem Valentins-Weißbier momentan in ganz Deutschland populär wird.
Die Umnutzung alter Industrie- und Militärflächen ist für Pirmasens ein großes Problem, aber auch eine große Chance, da so junge Unternehmen sich kostengünstig ansiedeln können. Etwa die Firma 'Convar', weltweit bekannter Spezialist für Datenrettung, die schon Datenträger aus den Trümmern des World Trade Centers wiederherstellte, oder das Call-Center 'SympaTel', dass zu Deutschlands größten gehört und in Pirmasens einer der größten Arbeitgeber ist.
Pirmasens beherbergt eine Abteilung der Fachhochschule Kaiserslautern, die auf dem Konversionsgebiet „Husterhöhe“ ausgebaut wird. Ein weiteres Angebot zur nachschulischen Bildung ist die Deutsche Schuhfachschule, die mittlerweile ein Bestandteil der Berufsbildenden Schule ist.
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