Als Pilzinfektion (Fachbegriff: Mykose) bezeichnet man generell eine Infektionskrankheit, die durch einzellige Pilze (Fungi) verursacht wurde. Die Erreger können Dermatophyten (Hautpilze), Hefepilze oder Schimmelpilze sein.
Die Pilzinfektionen lassen sich einteilen in oberflächliche Pilzinfektionen – dazu gehören Infektionen der Haut, der Nägel und der Schleimhäute – sowie systemische Pilzinfektionen
Besonders häufig ist der Fußpilz (Tinea pedis), der beim Barfußgehen in Schwimmbädern oder gemeinsam benutzten Badezimmern übertragen wird.
Pilzinfektionen der Schleimhäute werden meist durch Pilze der Gattung Candida hervorgerufen, insbesondere durch Candida albicans. Candida albicans und andere Candida-Arten sind Sprosspilze, die bei vielen Menschen auf den Schleimhäuten des Verdauungstrakts vorkommen (z. B. Zunge). Eine Infektion ist fast immer ein Zeichen eines geschwächten Immunsystems. Sie stellt sich auf den Schleimhäuten als weißer Belag mit umgebender Rötung dar, was als Kandidose oder als Soor bezeichnet wird (weitere Informationen siehe dort).
Zu den systemischen Pilzinfektionen zählen aber auch Infektionen mit so genannten „primär pathogenen“ Pilzen. Dabei handelt es sich um Pilze, die auch bei Menschen mit weitgehend gesundem Immunsystem schwere systemische Pilzinfektionen auslösen können, z. B die Blastomykose oder die Histoplasmose. Diese Erreger kommen in Europa aber durchweg nicht vor.
Bei Pilzinfektionen der Schleimhäute wird das Antimykotikum – je nach der befallenen Schleimhaut - in Form von Salben, Lutschtabletten, Säften oder Zäpfchen an den Zielort gebracht. Dabei sollten vor allem Antimykotika verwendet werden, die nicht in den Blutkreislauf gelangen, um die Nebenwirkungen gering zu halten. Eine systemische Behandlung – d.h. eine Behandlung mit Antimykotika, die in den Blutkreislauf gelangen – sollte nur angewendet werden, wenn die lokale Therapie nicht wirkt.
Bei systemischen Pilzinfektionen müssen die Antimykotika meist intravenös verabreicht werden. In diesem Fall sind sie aber relativ toxisch, d. h. sie sind mit Nebenwirkungen verbunden und können – je nach dem verwendeten Präparat - Leber und Nieren schädigen. Azolderivate (Fluconazol, Itraconazol) können auch in Tablettenform angewendet werden, da sie über den Verdauungstrakt in den Blutkreislauf gelangen.
Zur allgemeinen Systematik möglicher Infektionswege siehe Infektion und Infektionsweg.
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