article

Als Pilzinfektion (Fachbegriff: Mykose) bezeichnet man generell eine Infektionskrankheit, die durch einzellige Pilze (Fungi) verursacht wurde. Die Erreger können Dermatophyten (Hautpilze), Hefepilze oder Schimmelpilze sein.

Die Pilzinfektionen lassen sich einteilen in oberflächliche Pilzinfektionen – dazu gehören Infektionen der Haut, der Nägel und der Schleimhäute – sowie systemische Pilzinfektionen

Oberflächliche Pilzinfektionen


a) Pilzinfektionen der Haut

Pilzinfektionen der Haut (Dermatomykose), der Haare oder der Nägel werden bei Menschen mit gesundem Immunsystem meistens durch Dermatophyten hervorgerufen. Diese Fungi imperfecti, die meist der Abteilung der Schlauchpilze angehören, werden indirekt über Hautschuppen von Mensch zu Mensch übertragen. Sie können chronische Hautinfektionen an allen Körperteilen verursachen. Der wissenschaftliche Name dieser Pilzinfektionen lautet „Tinea“, gefolgt von dem lateinischen Namen des befallenen Körperteils. Auch andere Dermatophytenarten von Tieren – oder seltener aus dem Boden – können akute Infektionen (Dermatophytose oder Dermatophytie) verursachen.

Besonders häufig ist der Fußpilz (Tinea pedis), der beim Barfußgehen in Schwimmbädern oder gemeinsam benutzten Badezimmern übertragen wird.

b) Pilzinfektionen der Schleimhäute

Auch die Schleimhäute in Mund, Nase, Rachen, Verdauungstrakt und Geschlechtsorganen können von Pilzinfektionen befallen sein. Bei Menschen mit gesundem Immunsystem treten Pilzinfektionen der Schleimhäute jedoch allenfalls an den Geschlechtsorganen auf (siehe Vaginale Pilzinfektion).

Pilzinfektionen der Schleimhäute werden meist durch Pilze der Gattung Candida hervorgerufen, insbesondere durch Candida albicans. Candida albicans und andere Candida-Arten sind Sprosspilze, die bei vielen Menschen auf den Schleimhäuten des Verdauungstrakts vorkommen (z. B. Zunge). Eine Infektion ist fast immer ein Zeichen eines geschwächten Immunsystems. Sie stellt sich auf den Schleimhäuten als weißer Belag mit umgebender Rötung dar, was als Kandidose oder als Soor bezeichnet wird (weitere Informationen siehe dort).

Systemische Pilzinfektionen


Systemische Pilzinfektionen werden auch als Systemmykosen bezeichnet (auch der Anglizismus „invasive“ Pilzinfektionen scheint sich einzubürgern). Dabei handelt es sich um Pilzinfektionen, bei denen der Erreger – meist über die Lunge - in den Blutkreislauf gelangt ist und innere Organe befallen hat. Systemische Pilzinfektionen sind äußerst ernsthafte Erkrankungen, die sehr schwer zu beherrschen sind und zum Tod führen können. Sie befallen normalerweise ausschließlich Menschen mit einem sehr geschwächten Immunsystem, wie z. B. Patienten nach einer Operation, nach einer Transplantation, nach einer Chemotherapie oder Patienten mit Immunschwächekrankheiten wie z. B. AIDS. Dies bezeichnet man als „opportunistische“ Infektion, weil der Erreger sozusagen „die gute Gelegenheit ausnutzt“. Erreger sind beispielsweise Cryptococcus neoformans und verschiedene Aspergillen.

Zu den systemischen Pilzinfektionen zählen aber auch Infektionen mit so genannten „primär pathogenen“ Pilzen. Dabei handelt es sich um Pilze, die auch bei Menschen mit weitgehend gesundem Immunsystem schwere systemische Pilzinfektionen auslösen können, z. B die Blastomykose oder die Histoplasmose. Diese Erreger kommen in Europa aber durchweg nicht vor.

Diagnose


Die Diagnose von Pilzinfektionen erfolgt normalerweise durch Entnahme von Proben und anschließende Aufzucht (Kultivierung) des Erregers. Diese Kultivierung ist notwendig, um den Erreger zu identifizieren, dauert aber oft sehr lange und ist schwierig. Aus diesem Grund kann (und darf) mit der Behandlung meist nicht gewartet werden, bis der Erregertyp eindeutig feststeht. Der Arzt muss sich vielmehr auf sein „Gefühl“ verlassen bzw. Breitband-Antimykotika anwenden, was natürlich wiederum die Bildung von Resistenzen begünstigt.

Therapie


Zur Therapie stehen Antimykotika zur Verfügung. Bei Pilzinfektionen der Haut werden sie als Creme oder Salbe lokal auf die Haut aufgetragen.

Bei Pilzinfektionen der Schleimhäute wird das Antimykotikum – je nach der befallenen Schleimhaut - in Form von Salben, Lutschtabletten, Säften oder Zäpfchen an den Zielort gebracht. Dabei sollten vor allem Antimykotika verwendet werden, die nicht in den Blutkreislauf gelangen, um die Nebenwirkungen gering zu halten. Eine systemische Behandlung – d.h. eine Behandlung mit Antimykotika, die in den Blutkreislauf gelangen – sollte nur angewendet werden, wenn die lokale Therapie nicht wirkt.

Bei systemischen Pilzinfektionen müssen die Antimykotika meist intravenös verabreicht werden. In diesem Fall sind sie aber relativ toxisch, d. h. sie sind mit Nebenwirkungen verbunden und können – je nach dem verwendeten Präparat - Leber und Nieren schädigen. Azolderivate (Fluconazol, Itraconazol) können auch in Tablettenform angewendet werden, da sie über den Verdauungstrakt in den Blutkreislauf gelangen.

Zur allgemeinen Systematik möglicher Infektionswege siehe Infektion und Infektionsweg.

Weblinks


Infektionskrankheit

Mycosis | Micosis | Mycose | פטרת | Mycose | Grzybica

 

This article is licensed under the GNU Free Documentation License. It uses material from the "Pilzinfektion".

Home Pageartsbusinesscomputersgameshealthhospitalshomekids & teensnewsphysiciansrecreationreferenceregionalscienceshoppingsocietysportsworld