George-Henry-Boughton-Pilgrims-Going-To-Church.jpg (1867)]] Die Pilgerväter (engl.: Pilgrim fathers) waren die ersten englischen Siedler in Neuengland. Sie waren religiöse Separatisten, die Anfang des 17. Jahrhunderts nach Nordamerika segelten und dort eine Kolonie gründeten.
Die verschiedenen Mitglieder der Gruppe hatten sich von der englischen Staatskirche (Church of England) getrennt, weil sie der Meinung waren, dass die Kirche die mit der englischen Reformation begonnenen Aufgaben nicht vollendet hatte. Einige Mitglieder der Gruppe verließen unter Führung der Reverends William Brewster und Richard Clifton ihre Heimat in und um Scrooby (Nottinghamshire) und segelten nach Amsterdam, um religiöser Verfolgung durch ihre englischen Mitbürger zu entgehen. Sie blieben zwölf Jahre lang in der Nähe von Leiden. 1617 kamen viele von ihnen wegen schlechter wirtschaftlicher Verhältnisse und wegen des holländischen Einflusses, dem sie ausgesetzt waren, zu der Überzeugung, dass es das Beste sei, weiterzuziehen, und zwar in die neue Welt.
Außerdem hatten sie Bedenken gegen die in jener Zeit in Holland herrschende Moral und wegen ihrer Kinder, die in einer niederländischen Umgebung aufwachsen mussten. Ein weiterer Aspekt ergab sich daraus, dass einige Mitglieder der Gruppe, wie zum Beispiel Brewster, Schriften verfassten und nach England schickten, die von der dortigen Regierung als umstürzlerisch angesehen wurden. Die Engländer übten diplomatischen Druck auf die Holländer aus, das zu unterbinden und die holländische Regierung begann, dem nachzukommen.
Knapp die Hälfte der englischen Exilanten in Holland entschloss sich 1620, an Bord der Speedwell nach Southampton zu segeln. Dort taten sie sich mit einer größeren Gruppe religiöser Separatisten an Bord der Mayflower zusammen. Nach einem Zwischenstopp im südenglischen Plymouth stachen sie im September 1620 mit 102 Passagieren an Bord in See. Ihr Ziel war ein Gebiet namens Nord Virginia in der Nähe des Hudson River.
Nachdem sie erkannt hatten, dass sie zum Erreichen ihres ursprünglichen Ziels eine weitere lange Seereise unternehmen müssten, entschlossen sich die Kolonisten, ihren ursprünglichen Plan zu ändern und an dem Ort, an dem sie nun waren, eine Niederlassung zu gründen. Da sie keine offizielle Ermächtigung hatten, das Gebiet zu kolonisieren, kamen sie zusammen und gaben sich ihre eigene Satzung, die als 'Mayflower Compact' (Mayflower Vertrag) bekannt ist. Darin legten sie unter anderem fest, dass sie eine sich selbst regierende Gemeinschaft bilden wollten.
Nach einiger Zeit stellten sie fest, dass der sandige Boden bei Provincetown sie nicht ernähren konnte. Deshalb beschloss eine Gruppe von ihnen, auf die andere Seite der Bucht von Cape Cod zu segeln. Am 21. Dezember landeten sie in der Nähe des heutigen Plymouth (Massachusetts). Ein Großteil der restlichen Siedler folgte fünf Tage später. Ihre kleine Küstensiedlung bezeichneten sie als "Gods Own Country", ein Begriff, der bis heute allgemein geläufig ist. Später eintreffende Gruppen wie die 1682 unter ihrem Anführer William Penn gelandete Sekte der Quäker hatte unter den Repressalien der Siedler zu leiden. Da sich die Sekte Idealen wie Glaubensfreiheit und sozialer Gerechtigkeit verpflichtet fühlte und aus dieser Haltung heraus die Rechte der Indianer respektierte und ihnen für Land einen fairen Preis zahlte, wurde sie zur Zielscheibe für die "Pilgrim Fathers." Es gibt belegte Fälle dafür, dass Quäker von Siedlern gefoltert und ermordet worden sind.
In weiterer Folge schufen sie die erste auf nordamerikanischem Boden gültige geschriebene Verfassung. (Die Irokesen hatten jedoch damals bereits seit einiger Zeit eine komplexe, mündlich überlieferte Verfassung.)
Der Nachweis von Vorfahren unter den Pilgervätern gilt in den USA als eine Art "amerikanischer Uradel". Mehrere amerikanische Präsidenten zählen Pilgerväter zu ihren Vorfahren: mindestens John Adams, sein Sohn John Quincy Adams, Franklin D. Roosevelt, Richard Nixon, Gerald Ford, George H. W. Bush und sein Sohn George W. Bush.
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