Unter Pigmenten (lat. pigmentum, Farbe, Schminke: Quelle: Der kleine Stowasser) versteht man Farbmittel, die (im Gegensatz zu den Farbstoffen) im Anwendungsmedium (Bindemittel, Verdünnungsmittel) nicht löslich sind und deshalb in der farbigen Endanwendung als fein verteilte Feststoffe (Pigmentteilchen) vorliegen. Ihr Farbeindruck entsteht entweder durch Absorption oder Reflexion (Remission) bestimmter Frequenzanteile des sichtbaren Lichts. Speziell spricht man von Pigmenten
Technische Verwendung finden Pigmente
Pigmente werden gemischt oder als Primärpigmente verwendet
Es gibt keine allgemeingültige Nomenklatur der Pigmente. Infolge der langen Entwicklung der Anwendungs- und Herstellungstechniken besitzt beinahe jedes Pigment eine Reihe so genannter Beinamen. Gebräuchliche Namen werden oft erst durch Hinzufügung von naturwissenschaftlichen, zumeist aus der Chemie stammenden Begriffen eindeutiger definierbar.
Da verschiedene Pigmente gemeinsame Eigenschaften aufweisen, lassen sie sich zu Gruppen zusammenfassen. Je nach Fachrichtung (Chemie, Maltechnik) fällt eine solche Einteilung unterschiedlich aus.
Die meisten anorganischen Pigmente zeichnen sich dadurch aus, dass sie mit dem Sauerstoff der Luft nicht chemisch reagieren, daher äußerst resistent gegen Alterung sind und ihre Farbe praktisch beliebig lange beibehalten, wobei diese jedoch durch die Alterung eines organischen Malmittels, wie etwa Öl, mit der Zeit beeinträchtigt werden kann. Zudem sind sie meist hitzebeständig, sodass z.B. bei der Porzellanmalerei nur anorganische Pigmente zum Einsatz kommen können – organische Pigmente würden beim Brennen zerstört. Anorganische Pigmente weisen gegenüber den organischen eine geringere Vielfalt auf. Darüber hinaus sind sie häufig gesundheitlich bedenklich, soweit es sich um Schwermetallverbindungen handelt (v.a. Chrom-, Blei- und Cadmiumpigmente).
Nicht in jeden Fall lässt sich am Material feststellen, ob es natürlicher oder künstlicher Herkunft ist. Das gilt beispielsweise für bestimmte eisenoxidhaltige Farbschichten der prähistorischen Malerei. Das darin nachweisbare rote Pigment könnte aus natürlichem Vorkommen stammen oder gezielt aus gelbem Ocker am Lagerfeuer erzeugt worden sein. Ähnliche Schwierigkeiten ergeben sich im Falle von Zinnober. Der Name des Pigments Zinnober (Quecksilbersulfid) sagt nichts darüber aus, ob es natürlichen Ursprungs ist oder hergestellt wurde. Hinzu kommt, dass der Name Zinnober im Altertum auch ein Synonym für rot war oder gleichbedeutend für Minium (Mennige, Blei(II)/(IV)-Oxid) steht. Deshalb entbehrt eine in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts verbreitete Untergliederung der anorganischen Pigmente in natürliche und künstliche der allgemeinen Gültigkeit.
Zur Gruppe der künstlich organischen Pigmente zählen auch Farblacke. Dabei handelt es sich um Produkte aus löslichen Farbstoffen (Färbemitteln), die auf Substrate fixiert wurden. Für dieses chemo-technische Verfahren (Verlackung) wurden verschiedene Methoden entwickelt. Es besteht eine Analogie zur Fixierung eines Farbstoffes an eine Textilfaser. Substratfarben bestehen also aus einer farbtongebenden Komponente und einem mehr oder weniger farblosen Pigment, dem Substrat. Beide Komponenten werden in einem Umwandlungsprozess wasser- und bindemittelunlöslich aneinander gebunden. In der Antike und im Mittelalter wurden meist Pflanzenfarbstoffe (Färberpflanze) auf ein weißes Substrat wie Kreide oder Bleiweiß aufgezogen; dabei wurden Beizstoffe wie Alaun und Soda zugesetzt, die die Verbindung zwischen Farbstoff und Substrat verbesserten und fixierten.
Andere synthetisch-organische Farbstoffe erfüllen die für Pigmente unabdingbare Eigenschaft der Unlöslichkeit, wie z. B. die (Teerfarbstoffe) Permanentgelb oder Heliogenblau. Im Handel erhältliche Pigmente dieser Art sind oft verschnitten, mit Substraten gestreckt.
Auch unter den organischen Pigmenten und Farbstoffen finden sich Verbindungen und Verbindungklassen, die gesundheitlich bedenklich oder gefährlich sind, z.B. die Azofarben.
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