Pietro Bembo (* 20. Mai 1470 in Venedig; † 18. Januar 1547 in Rom) war ein italienischer Humanist, Kardinal und Gelehrter.
Unter seinen italienischsprachigen Werken sind besonders Gli Asolani (Venedig 1505) hervorzuheben, ein philosophischer Dialog über die (platonische) Liebe im Stil Boccaccios, mit einer Widmung an Lucrezia Borgia, die er in Ferrara kennen gelernt hatte und mit der ein Verhältnis gehabt haben soll. Unter seinen sprachpuristischen Schriften sind die Prose della volgar lingua (Venedig 1525) von besonderer Bedeutung für die Weiterentwicklung der italienischen Sprache. Bembo verteidigt hier – wiederum in der Form eines Dialogs – sein Modell einer Sprache, die sich an die "tre corone" der italienischen Literatur Dante, Petrarca und Boccaccio anlehnt und sich damit gegen die abweichenden Modelle von Machiavelli, Castiglione und Trissino. Hiermit hatte er entscheidenden Einfluss auf die Accademia della Crusca, die in ihrem Wörterbuch von 1612 dem Beispiel Bembos folgt.
Von seinen Gedichten sind weiterhin die Rime (Venedig 1530) und die Carmina (Venedig 1533) erwähnenswert, in denen er sich als ein geschickter, allerdings häufig manieristischer Nachahmer Petrarcas erwies. Sein italienischer Briefwechsel erschien 1745 in Venedig unter dem Titel Lettere volgari in fünf Bänden.
Bembos gesammelte Werke erschienen 1729 in Venedig (4 Bände) und in Mailand 1808 und 1824 (12 Bände).
Humanist | Römisch-katholischer Bischof (16. Jh.) | Kardinal (16. Jh.) | Bibliothekar | Autor | Literatur (16. Jh.) | Literatur (Italienisch) | Italiener | Geboren 1470 | Gestorben 1547
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