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Schlaraffenland.jpg | Brueghel-tower-of-babel.jpg Pieter Brueghel der Ältere * (* zwischen 1525 und 1530 vermutlich in Breda oder Bree in Limburg (Belgien); † 5. September 1569 in Brüssel), genannt de Drol ('der Drollige') oder Bauernbrueghel, ist ein Maler der niederländischen Renaissance. Er ist landläufig bekannt für seine Darstellungen des bäuerlichen Lebens im Flandern des 16. Jahrhunderts. Weitere Informationen zur Schreibweise seines Namens finden sich weiter unten. In diesem Artikel wird zur Vereinheitlichung die Schreibweise "Brueghel", wie auch im Titel, verwendet.

Leben


Über Pieter Brueghels Leben ist nicht sehr viel bekannt, nur einige Eckdaten lassen sich mit Sicherheit festmachen. Nach Carel van Manders "Het Schilderboeck" (Buch der Maler), das 1604 in Amsterdam veröffentlicht wurde, war Brueghel Schüler des Antwerpener Künstlers Pieter Coecke van Aelst. Brueghel macht dort 1551 seinen Meister und arbeitet zunächst in der bedeutenden Kupferwerkstatt von Hieronymus Cock in Antwerpen. Während einer Italienreise zwischen 1552 und 1555, auf welcher sich schon ein Schwerpunkt seines Schaffens abzeichnet, die Landschaftsdarstellung, lebt er ab 1553 für einige Zeit in Rom, wo er für den Miniaturmaler, Giulio Clovio arbeitet. Danach kehrt er nach Antwerpen in Cocks Kupferwerkstatt zurück. 1563 heiratet er Mayken Coecke, die Tochter seines ehemaligen Lehrmeisters, in der Kirche von Notre-Dame de la Chapelle in Brüssel, wo er sich schließlich niederlässt. Brueghel stirbt am 5. September 1569 und wird in Notre-Dame de la Chapelle in Brüssel beigesetzt.

Zu den Förderern Brueghels zählen: Kardinal Antoine Perrenot de Granvelle (Minister des Königs Philipp II. von Spanien und Berater der Statthalterin in den Niederlanden, Maria von Parma) - Niclaes Jonghelinck (reicher Antwerpener Sammler und Bruder des Bildhauers Jacques Jonghelinck) - Abraham Ortelius bzw. Ortel (Antwerpener Geo- und Kartograph, Buchhändler).

Sein eigenwilliger Stil ist zwischen Manierismus und Barock anzusiedeln. Eines seiner großen Vorbilder war Hieronymus Bosch, dessen Bildsprache er vor allem in seinen frühen Werken oft zitierte (so z.B. in "Die tolle Grete" oder dem Engelssturz). Manchmal scheint es, als benutze Brueghel seine Themen nur als Vorwand für Landschaftsdarstellungen, denn auf fast jeder seiner Malereien erblickt man flämische Landschaften, die sich, von einem sehr feinen Pinselduktus bestimmt, bis zum Horizont ziehen und die jeweilige Szene einrahmen, manchmal gar dominieren.

Eines seiner berühmtesten Werke ist das Bild mit dem Titel Die niederländischen Sprichwörter (heute in der Gemäldegalerie in Berlin), auf dem über hundert niederländische Sprichwörter zum Teil grotesk in Szene gesetzt sind. Bilder wie dieses, mit 100 und mehr dargestellten Personen (auch "Wimmelbilder" genannt), finden sich häufig in seinem Oeuvre, und immer schafft er es durch geschickte Bildkompositionen, den Bildraum nicht chaotisch und überfüllt erscheinen zu lassen.

Besonders bekannt wurde Brueghel bereits sehr früh (z.B. in Carel van Manders Urteil) für seine Darstellungen des bäuerlichen Lebens, wie sie sich in der "Bauernhochzeit" oder dem "Bauerntanz" finden. Jedoch kann Brueghels Oeuvre keineswegs darauf reduziert werden, tatsächlich besteht sein Gesamtwerk nur zu einem sehr geringen Teil aus solcherart Genremalerei. Brueghels Bildsprache ist äußerst komplex, jedes kleine Detail seiner Werke ist beabsichtigt und meist ein Bedeutungsträger. Symbole von Tod und Verderben, von Sünde (vgl. die Stichfolge "Die Todsünden"), aber auch von Lebensfreude und Tugenden (vgl. die Stichfolge "Die Tugenden", "Die Kinderspiele") ziehen sich durch sein gesamtes Oeuvre und wollen entdeckt und bedacht werden. Das Motiv der "verkehrten Welt" ist hierbei von zentraler Bedeutung und Schlüssel zum Verständnis vieler seiner Werke.

Mit Brueghel erreichte die flämische Malerei ihren Höhepunkt, die meisterhafte Ausführung und Tiefsinnigkeit seiner Werke wurde weder vor noch nach seinen Lebzeiten erreicht. Zusammen mit seinen Söhnen, Pieter Brueghel dem Jüngeren (genannt der "Höllenbrueghel") und Jan Brueghel dem Älteren (genannt der "Blumenbrueghel"), welche auch mit Vorliebe seine Bilder kopierten, begründete er die Künstler-Dynastie Brueghel.

Zur Schreibweise des Namens


Im Gegensatz zu seinen Nachfahren, die sich durchgängig „Brueghel“ schrieben, existieren für seinen Namen die unterschiedlichsten Schreibweisen. Auf Stichen nach seinen Werken findet man neben „Brueghel“, „Breugel“ und „Breughel“ auch solch heute exotisch anmutende Schreibweisen wie „Brügel“, Brügl“, „Brögel“ und sogar „Briegel“. Er selbst signierte seine Werke anfangs mit „Brueghel“, änderte diese Schreibweise dann aber ab 1559 bewusst in „Bruegel“ um. Der Grund dafür ist jedoch unbekannt. In der Folgezeit existierten beide Namensformen in der Kunstwissenschaft einträglich nebeneinander, wobei sich die meisten Autoren für die Schreibweise ohne das „h“ entschieden. Ab dem 20. Jahrhundert wurde die Schreibweise mit „h“ immer seltener verwendet und ist heute kaum noch anzutreffen. Selbst die meisten Museen nutzen in ihren Publikationen die Schreibweise „Bruegel“, die mittlerweile auch vom Rijksbureau voor Kunsthistorische Documentatie als die bevorzugte Schreibweise angegeben wird.

Werke in Auswahl


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Literatur


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  • Roger H. Marijnissen: Bruegel. Das vollständige Werk, Köln 2003, ISBN 3-89340-046X.
  • Rainald Grosshans: Pieter Bruegel d. Ä.: Die niederländischen Sprichwörter. Berlin: Gemäldegalerie 2003, ISBN 3-88609-484-7.
  • Martin Missfeldt: Pieter Bruegel d. Ä.: Die niederländischen Sprichwörter. CD-ROM, DUPLICON, 1998, ISBN 3-936697-02-7.
  • Robert L. Delevoy: Brueghel. Biographisch-Kritische Studie. Aus dem Französischen von Karl Georg Hemmerich (umfangreiche Bibliographie). In: Albert Skira (Hrsg): Der Geschmack unserer Zeit, Genève 1959.
  • John Vermeulen: Die Elster auf dem Galgen. Ein Roman aus der Zeit Pieter Bruegels, Zürich 1995. ISBN 3-257-22830-9
  • Müller Jürgen: Das Paradox als Bildform. Studien zur Ikonologie Pieter Bruegels d.Ä., München 1999.

Weblinks


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