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Pierre Etienne Laval (* 28. Juni 1883 in Châteldon, Département Puy-de-Dôme/Frankreich; † 15. Oktober 1945 in Fresnes, Département Seine/Frankreich) war ein französischer Politiker und Ministerpräsident. Laval.gif Laval begann seine politische Karriere bei den Sozialisten, rückte aber zunehmend nach rechts. Ab 1925 besetzte er mehrere Ministerämter. In den Jahren 1932 und 33 sowie 1935 und 36 war er französischer Ministerpräsident. 1934 vertrat er sein Land bei den Verhandlungen des Völkerbundes über die Saarfrage. Als Außenminister entwarf er 1935 zusammen mit seinem britischen Amtskollegen Samuel Hoare den Hoare-Laval-Pakt, durch den Italien Zugeständnisse in Äthiopien erhielt.

Nach dem Einmarsch der Wehrmacht in Frankreich während des Zweiten Weltkriegs wurde Laval am 16. Juli 1940 stellvertretender Ministerpräsident - vorerst gab es keinen Ministerpräsidenten - und Außenminister des Vichy-Regimes unter dem greisen Marschall Philippe Pétain. Am 13. Dezember desselben Jahres wurde er jedoch wieder von Pétain entlassen und verhaftet. Auf Druck Adolf Hitlers wurde er am 18. April 1942 erneut als Ministerpräsident berufen, woraufhin die US-Regierung ihren Botschafter aus Vichy abberief.

In einer Rundfunkansprache vom 22. Juni bekräftigte er den Glauben an den Sieg Nazi-Deutschlands und rief die Franzosen auf, sich freiwillig zur Relève in der deutschen Industrie zu melden. Im Juli 1942 sorgte er dafür, dass jüdische Kinder in die Vernichtungslager deportiert wurden mit den Worten: Aus Gründen der Menschlichkeit hat der Ministerpräsident (entgegen den ursprünglichen deutschen Anweisungen) durchgesetzt, dass Jugendliche und Kinder unter 16 Jahren ihre Eltern begleiten dürfen. Dieses Zitat markiert zugleich eine Perversion der Sprache. Zu diesem Zeitpunkt wollten die Nazis diese Kinder noch nicht haben.

Im Januar 1943 gründete er die Milice française, die unter der Führung von Joseph Darnand stand.

Laval blieb bis 1944 Ministerpräsident. Danach wurde er gewaltsam nach Sigmaringen gebracht, wo er mit Marschall Pétain gemeinsam das Schloss bewohnte, eine Exilmarionettenregierung mit Kabinettssitzungen und eigener Wache führte, bis er im Mai 1945 nach Spanien floh. Er wurde in Barcelona verhaftet, auf Antrag von General de Gaulle am 30. Juli 1945 an Frankreich ausgeliefert und dort wegen Hochverrats zum Tode verurteilt. Nachdem er in einem erfolglosen Selbstmordversuch im Gefängnis von Fresnes (bei Paris) eine Zyankalikapsel geschluckt hatte, wurde er dort am 15. Oktober erschossen.

Literatur


  • Christiane Florin Philippe Pétain und Pierre Laval. Das Bild zweier Kollaborateure im französischen Gedächtnis Frankfurt/M.: Peter Lang, 1997

Literatur


Mann | Franzose | Premierminister (Frankreich) | Außenminister (Frankreich) | Geboren 1883 | Gestorben 1945

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