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Pierre Brice (* 6. Februar 1929 in Brest, Frankreich; eigentlich Pierre Louis le Bris) ist ein französischer Schauspieler, der vor allem durch die Winnetou-Filme bekannt wurde.
Mit neunzehn Jahren meldete sich Brice freiwillig zum Indochinakrieg. Als sein Trupp dort einmal eine Mine auslöste, wurde er zwar durch die Luft gewirbelt, blieb aber im Gegensatz zu zweien seiner Kameraden, denen Gliedmaßen amputiert werden mussten, nahezu unverletzt. Später war er Fallschirmjäger im Algerienkrieg. Danach begann er seine Schauspielerkarriere und wirkte in Italien, Frankreich und Spanien an einigen B-Filmen mit, u.a. in der italienisch-französischen Komödie Die Puppe des Gangsters .
Von 1962 bis 1968 spielte Brice in insgesamt elf Karl-May-Filmen vor allem an der Seite des US-Amerikaners Lex Barker die Rolle des Apachenhäuptlings Winnetou, die ihn in Deutschland zum Star machte. Brice und Barker waren auch privat bis zu Lex Barkers Tod 1973 befreundet. Nachdem erfolgversprechende Rollen ausblieben, verkörperte er von 1976 bis 1980 sowie 1982 bis 1986 bei den Karl-May-Festspielen im sauerländischen Elspe, die indianische Heldenfigur. 1988 bis 1991 war er bei den Karl-May-Spielen in Bad Segeberg und sorgte dort für das Weiterleben des Mythos Winnetou. 1999 führte er in Bad Segeberg auch Regie.
Nach den Kinoerfolgen als Winnetou spielte er in Boulevard-Theaterkomödien oder in seichten Fernsehproduktionen, wie beispielsweise in Ein Schloss am Wörthersee oder Die Hütte am See. 1979 wurde für das Fernsehen Mein Freund Winnetou gedreht, 1997 dann Winnetous Rückkehr für das ZDF. Dieses Projekt erhielt allerdings vernichtende Kritiken aus Karl-May-Fankreisen. 2004 war er in einer Nebenrolle in der Schweizer Fehrnsehsoap Lüthi und Blanc zu sehen.
Pierre Brice lebt mit seiner deutschen Frau Hella Krekel auf einem Landsitz in der Nähe von Paris. In Frankreich ist Pierre Brice bis heute nahezu unbekannt (1960 hatte er einen Kurzauftritt neben Catherine Deneuve in L'homme à femmes und 1990 eine Gastrolle in der Serie Orages d'été).
1992 erhielt Pierre Brice das Bundesverdienstkreuz erster Klasse.
Pierre Brice schrieb seine Biographie "Winnetou und Ich", die seit Ende September 2004 erhältlich ist. "Bevor irgendjemand eine Biografie über mich schreibt, habe ich mich entschieden, selbst meine Lebensgeschichte als Autobiografie aufzuschreiben", erklärt er den Grund. "Nur wenige Leute wissen, wie ich vor und seit Winnetou gelebt habe und lebe. Winnetou war ein wichtiger Teil meines Lebens und ich habe ihm viel zu verdanken. Doch neben Winnetou haben noch viele andere Menschen und Situationen eine wichtige und prägende Rolle in meinem Leben gespielt."
Wie sein Kollege Lex Barker nahm auch Pierre Brice ab etwa 1965 verschiedene Musiktitel als Sänger auf. Er war dabei etwas produktiver als Lex Barker, der es nur auf zwei Musikstücke brachte.
Auch bei Pierre Brice wurden die ersten Aufnahmen vom Komponisten Martin Böttcher arrangiert und eingespielt.
Der Sampler Winnetou du warst mein Freund (1996, Bear Family Records) enthält mehrere von Brice gesungene Lieder und auch die Gesangsleistungen von Lex Barker.
Mann Franzose Schauspieler Popsänger | Filmschauspieler Fernsehschauspieler | Träger des Bundesverdienstkreuzes | Karl May geboren 1929
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