Das Klavier (von lat. clavis „Taste“ über frz. clavier * „Tastatur“) gehört zur Gruppe der Tasteninstrumente und dient dem Klavierspiel. Beim Klavier wird der Klang durch eingebaute Hämmer erzeugt, die auf die Saiten schlagen, von ihnen zurückprallen und von einer speziellen Mechanik (Repetitionsmechanik) zurückgezogen werden. Dabei lösen sich die Dämpfer von den Saiten und verbleiben solange von ihnen losgelöst, bis die Taste losgelassen wird. Die Tasten selbst befinden sich hierbei auf einer Klaviatur (Tastatur) an der Vorderseite des Instruments.
Der ebenfalls übliche Name Piano ist eine Verkürzung der ursprünglichen Bezeichnungen „Pianoforte“ und „Fortepiano“ (v. ital. piano „leise“ und forte [ „laut“), die sich darauf bezogen, dass es mit diesem Instrument im Gegensatz zu früheren Tasteninstrumenten möglich ist, durch unterschiedlich festes Anschlagen der Tasten nach Belieben leise oder laut zu spielen.
Bauformen und Sprachgebrauch
Klaviere gibt es in zwei Hauptbauformen:
Flügel und
Pianino.
Der Flügel steht frei im Raum, Raste und Resonanzboden sind parallel zum Boden; beim Pianino stehen Raste und Resonanzboden senkrecht zum Boden, so dass man es platzsparend an die Wand stellen kann.
Historische Bauformen waren der
Lyraflügel und das
Tafelklavier.
Die Begriffe „Klavier“ und „Piano“ sind die Oberbegriffe für die verschiedenen Bauformen. In Österreich wird „Piano“ allerdings oft auch synonym für „Pianino“ verwendet.
Die englischen Bezeichnungen sind „grand piano“ oder kurz „grand“ für den Flügel, „upright piano“ oder kurz „upright“ für das Pianino.
Flügel und Pianino haben viele Gemeinsamkeiten und einige wichtige Unterschiede.
- Alle Bauteile (Korpus, Gusseisenplatte, Resonanzboden, Stimmstock, Klaviatur, Spielwerk, Saiten und Pedale) finden sich sowohl beim Flügel als auch beim Pianino
- Flügel und Pianinos sind mehrchörig, d.h. bis auf die Basslage finden sich für jeden Ton zwei oder drei Saiten
- Die Klanganlage (Gussrahmen, Resonanzboden und Saiten) sind beim Flügel horizontal angeordnet, beim Pianino hingegen vertikal. Dieses hat drei klangliche Konsequenzen:
- Beim Flügel strahlt der Klang vom Resonanzboden im wesentlichen nach unten und oben ab. Unten wird er vom Fußboden reflektiert und verteilt, oben entweder vom geschlossenen Deckel gedämpft oder vom geöffneten Deckel gebündelt zur Seite hin abgestrahlt. Beim Pianino strahlt der Klang zunächst nach vorne und nach hinten ab. Bei der üblichen Aufstellung wird der hintere Anteil direkt von der Zimmerwand reflektiert und zurück auf den Resonanzboden gelenkt. Der vordere Anteil wird vom Gehäuse mit Spielapparat und Spieler reflektiert.
- Ein Tastendruck führt zu einer Aufwärtsbewegung des hinteren Teils der Tastenwippe. Beim Flügel wird dadurch der Hammer nach oben an die Saite geschleudert. Das Gewicht des Hammers ist direkt an der Taste spürbar und ermöglicht eine differenzierte Klanggestaltung. Beim Pianino muss die Aufwärtsbewegung der Tastenwippe in eine Vorwärtsbewegung des Hammers umgesetzt werden. Dadurch wird der Kontakt zum Hammer etwas indirekter.
- Das linke Pedal verschiebt beim Flügel den gesamten Spielapparat und führt zu einer Klangfarbenänderung (una corda). Beim Pianino werden mit dem linken Pedal die Ausgangslagen der Hämmer zu den Saiten hin verlagert. Dadurch wird der Klang etwas leiser, ändert aber seine Farbe nur wenig.
Aufbau
Piano-keyboard.jpg
Das Klavier besteht aus den folgenden Komponenten:
- Klaviatur und Mechanik
- Raste (aus Holz), eine Balkenkonstruktion, auf der Resonanzboden und Stimmstock aufgeleimt sind
- Stimmstock (aus Holz), in welchem die drehbaren Wirbel stecken, auf denen die Saitenenden aufgewickelt sind
- Rahmen (aus Gusseisen) als „Gerüst“, welches die Saiten und deren Spannung (immerhin 16–25 t) aufnimmt
Klaviatur
Klaviatur.png
Eine
Oktave besteht aus sieben (heute meistens weißen) Vordertasten - (früher oft mit
Elfenbein, heute meistens mit
Kunststoff belegt). Sie bringen die
Stammtöne c-d-e-f-g-a-h hervor. Dazwischen befinden sich die fünf (heute meistens schwarzen) Halbtontasten - Hintertasten (bei hochwertigen Instrumenten auch heute noch aus
Ebenholz) cis/des, dis/es, fis/ges, gis/as, ais/b.
Pianinos und Flügel sowie einige Digitalpianos verfügen damit im allgemeinen über 88 Tasten (52 weiße und 36 schwarze), also 7 1/4 Oktaven, welche einen Tonumfang vom ‚‚A (Subkontra-A) bis zum c’’’’’ abdecken. Ältere Klaviere haben auch manchmal einen Umfang von nur 7 Oktaven, historische Instrumente einen wesentlich geringeren. Zu Mozarts Zeiten war z. B. ein Tonumfang von 5 Oktaven üblich (Kontra F - f3). Der Wiener Hersteller Bösendorfer fertigt seine größten Konzertflügel mit noch größerem Tonumfang, bis hin zum 290-cm-Konzertflügel „Imperial“ mit über 8 Oktaven Tonumfang (Subkontra C bis c5). Verkaufargument ist ein größerer Mitklang bei gehaltenem Legato-Pedal; echte Verwendung finden diese Tasten nach Bösendorfer-Webseite bei Kompositionen von Bartók, Debussy, Ravel und Busoni.
Pedale
Der Klang kann durch zwei oder drei
Pedale beeinflusst werden.
- Legato-Pedal: Das rechte Pedal sorgt dafür, dass alle die Saiten berührenden Dämpfer aufgehoben werden und der Ton somit nach dem Anschlagen und Loslassen einer Taste weiterklingen kann. Außerdem schwingen die nun ungedämpften Saiten anderer Töne mit, was dem Klavier einen volleren Klang gibt.
- Das mittlere (nicht bei allen Klavieren vorhandene) Pedal kann unterschiedliche Funktionen haben. Beim Moderatorpedal wird durch die Betätigung ein Filzstreifen zwischen Hämmer und Saiten geschoben, welches das Instrument deutlich leiser macht. Diese Vorrichtung kann auch durch einen verschiebbaren Knopf links der Klaviatur oder durch einen Hebel unter der Klaviatur bewegt werden. Bei manchen Instrumenten (vor allem aus den 60er Jahren des vorigen Jahrhunderts) sind am Filzstreifen Metallplättchen befestigt, welche dem Klavier einen klimpernden, Cembalo-ähnlichen Klang verleihen. Da diese Metallplättchen vor allem die Umspinnung der Basssaiten beschädigen können, sei vor der Verwendung dieser Vorrichtung gewarnt. Beim Sostenuto-Pedal bleiben die Dämpfer der Tasten, die gerade gedrückt werden, abgehoben, solange man das Sostenuto-Pedal niedertritt. Alle anderen Dämpfer funktionieren normal. Dieses Pedal findet vor allem in der Klaviermusik des 20. Jahrhunderts Verwendung. Bei Pianos hat das mittlere Pedal meistens die Moderatorfunktion, bei Flügeln ist es meistens ein Sostenuto.
- Piano-Pedal: Das linke Pedal bewegt beim Klavier die Hämmer der Klaviermechanik näher an die Saiten, so dass die Kraft, die jeder Hammer bei Betätigung aufbauen kann, geringer ist. Damit wird das Spielen besonders leiser Stellen vereinfacht. Beim Flügel heißt das Pedal „Verschiebung“. Die gesamte Mechanik wird nach rechts bewegt, so dass die Hämmer nicht mehr alle drei Saiten eines Saitenchors treffen – daher auch die Bezeichnung una corda („eine Saite“). Es verändert sich dadurch auch die Klangfarbe, weil nunmehr eine Saite existiert, die nicht durch direkten Anschlag, sondern durch Resonanz erregt wird. Außerdem treffen bei der Verschiebung andere Stellen des Hammerfilzes auf die Saiten. Diese Stellen sind anders intoniert (d. h. vom Klavierstimmer mit der Intoniernadel aufgeweicht bzw. mit einer Feile gehärtet) als die Filzstellen, die in Normalstellung die Saiten anschlagen.
Im 18. und 19. Jahrhundert gab es bei manchen Klavieren auch noch mehr Pedale, mit denen dann verschiedene Klangeffekte erzielt werden konnten. Beispielsweise war es damit möglich, Papier-, Pergament-, Filzstreifen etc. zwischen Hämmer und Saiten zu führen und damit unterschiedliche Klänge zu erzielen. Auch im Klavier eingebaute Schellen oder kleine Trommeln konnten so zum Klingen gebracht werden ("alla turca" Effekt). Bei manchen Instrumenten baute man statt der Pedale sogenannte Kniehebel ein, welche die gleiche Funktion erfüllten.
Klangerzeugung
Eine Besonderheit des Klaviers ist, dass die Töne bis auf etwa die untersten zwei
Oktaven nicht nur von einer, sondern zwei bis drei identisch gestimmten Saiten erzeugt werden, einem so genannten Saitenchor. Ursprünglich war dieses dazu gedacht, die Lautstärke des Klaviers zu erhöhen; es führt aber zu einem komplexen Verlauf des Klanges, der sich aus Sofort- und Nachklang zusammensetzt.
Sofortklang
Als
Sofortklang wird der laute, aber schnell abklingende Teil des Klaviertones bezeichnet. Er entsteht hauptsächlich durch die vertikale Schwingung der Saiten, die so über den Steg ihre Schwingungsenergie schnell an den
Resonanzboden und als
Schall an die Luft abgeben kann.
Die Saiten eines Saitenchors werden aufgrund von geringen Unregelmäßigkeiten des Hammers mit leicht unterschiedlicher Amplitude angeschlagen und geben, da sie in
Phase schwingen, ihre Energie schnell an die Luft ab. Sobald allerdings eine Saite zur Ruhe gekommen ist, beginnen die Saiten des Saitenchors als gekoppelte Pendel zu schwingen und tauschen ihre Energie hauptsächlich gegeneinander aus, bis sie schließlich aufgrund der
Dämpfung zur Ruhe kommen.
Nachklang
Als
Nachklang wird der leisere, dafür aber länger klingende Teil des Klaviertones bezeichnet. Er entsteht vor allem durch die immer leicht angeregte horizontale
Schwingung der Saiten, die ihre
Energie nur sehr schwer über den Steg an die Umgebung abgeben können.
Die entsprechende Saite wird nicht gedämpft.
Bei der Verwendung des linken Pedals bleibt von Anfang an eine der Saiten in Ruhe. Der Saitenchor als System gekoppelter Pendel gibt seine Energie dann nur sehr langsam an den Resonanzboden ab. Sie bleibt dem System lange erhalten und führt zu einem leisen, aber sehr lang anhaltenden Ton. Dieses ist vor allem bei Pianostellen erwünscht, da der Ton viel länger über der Umgebungslautstärke bleibt, als es nur mit dem Sofortklang möglich wäre.
Geschichte
Zu den Vorläufern des Klaviers gehört das
Clavichord. Im
15. Jahrhundert wurde das erste
Tasteninstrument mit
Hammermechanik entworfen.
Bartolomeo di Francesco Cristofori entwickelte 1709 bzw. 1711 in Florenz das erste moderne Hammerklavier, bei dem ein Hammer mittels einer Stoßzunge gegen die Saite geschleudert wird und sie zum freien Schwingen sofort wieder freigibt.
Zwei weitere Erfindungen waren notwendig, um das Instrument spielbar zu machen:
- ein Mechanismus, der das Zurückfallen des Hammers auf die Saite verhindert (wodurch ein zweiter Ton entstünde);
- ein Dämpfer, der die Saite nach Loslassen der Taste dämpft.
Zusätzlich stammt von Christofori die Doppelsaite, bei der jeder Ton durch zwei gleich gestimmte Saiten erzeugt wird.
Durch Betätigen des (heute linken) Piano-Pedals werden die Hämmer leicht seitlich verschoben, so dass nur eine Saite angeschlagen und der Ton somit leiser wird.
Er erfand ebenso das (heute rechte) Legato-Pedal, durch das die Dämpfer auch nach Loslassen der Taste nicht auf die Saiten fallen, der Ton also länger nachklingt.
Im Jahre 1726 hatte Christofori sein Instrument vollendet. Es umfasste vier Oktaven (heutige meistens 7 1/4, s. o. unter Klaviatur). Heute gibt es noch zwei Originale, eines befindet sich in Leipzig und eines in New York.
In Deutschland wurde kurz darauf das erste „Pianoforte“ von Gottfried Silbermann gebaut und unter dem Namen Hammerklavier populär.
Weitere Entwicklungen folgten:
- 1775 – Johann Andreas Stein erfindet die Prellmechanik und macht damit Hammerflügel modulationsfähiger und klangvoller.
- 1820 – R. Wornum leitet mit der Entwicklung des ersten Pianinos die Ablösung des Tafelklaviers ein.
- 1821 – Sébastien Érard entwickelt die Repetitionsmechanik, die das virtuose schnelle Spiel und eine rasche Anschlagfolge ermöglicht.
- 1826 – Die Hammerköpfe erhalten einen Filzbelag.
- 1830 – Kreuzsaitiger Bezug: Die Saiten liegen nicht mehr alle parallel, sondern werden in zwei Gruppen aufgeteilt: Die tiefere, linke Hälfte wird nach rechts, die höhere rechte nach links geneigt und steht teilweise hinter der rechten. Beim Flügel kann dadurch viel Platz gespart werden; das Klavier in seiner heutigen Form mit waagerechter Oberplatte wird dadurch erst ermöglicht.
Der Klavierpart eines Stückes wird für gewöhnlich mit zwei Notenzeilen notiert, die durch
Taktstriche und eine geschweifte Klammer am Anfang des Systems verbunden sind. Für die rechte Hand ist die obere, für die linke die untere Zeile vorgesehen, jedoch ist dieses bei entsprechender Bezeichnung nicht zwingend. Die obere Zeile wird mit einem
Violinschlüssel, die untere mit einem
Bassschlüssel versehen; dieses kann sich im Verlauf des Stückes beliebig ändern.
Die Noten können zur Angabe des empfohlenen Fingersatzes mit den darüber oder darunter geschriebenen Zahlen 1 bis 5 versehen werden (1 = Daumen, 2 = Zeigefinger usw.).
Die Benutzung von Sostenuto- und Piano-Pedal liegt bei den meisten Stücken in der Interpretation des Pianisten (das Moderatorpedal ist bei Konzertinstrumenten ohnehin nicht vorhanden). Das Sostenuto-Pedal wird i. a. eingesetzt, wenn ein einzelner Ton fortdauern soll, während beide Hände des Pianisten wieder mit anderen Stimmen beschäftigt sind (Orgelpunkt, vgl. beispielsweise Allegro barbaro von Béla Bartók). Ist es nicht vorhanden, muss der Pianist oft das Legato-Pedal einsetzen und damit die Dämpfung auch für die nachfolgenden Töne aufheben. Ein vom Komponisten ungewollt breiiger Klang ist dann nicht zu vermeiden.
Niedertreten und Loslassen des Legato-Pedals wird seit seinem Aufkommen Mitte des 19. Jhdts. meistens mit „Ped ... *“ unter der Basszeile notiert.
Bekannte Hersteller
Bekannte Klavierbauer sind (in alphabetischer Reihenfolge):
Bechstein, Berdux, Blüthner, Bösendorfer, Broadwood, Friedrich Ehrbar, Erard, Euterpe, Fazioli, Feurich, August Förster, Grotrian-Steinweg, Wilh.Hoffmann, Hofmann&Czerny, Ibach, Kaps, Kawai, Lauberger&Gloss, Pallik & Stiasny, Petrof, Pfeiffer, Pleyel, Rönisch, Rösler, Samick, Sauter, Schiedmayer, Schimmel, Seiler,Wilhelm Spaethe, Gera, Steingraeber & Söhne, Steinway & Sons, Wilhelm Steinberg, Streicher, Thürmer, Yamaha, Zeitter & Winkelmann, und Zimmermann
Es versteht sich von selbst, dass Hersteller in unterschiedlichen Preisklassen sich in sämtlichen Einzelheiten des Instrumentenbaus unterscheiden können. Weniger offensichtlich ist dem interessierten Käufer, dass sich die Preisunterschiede verschiedener Produktlinien eines einzelnen Herstellers nicht nur durch die Größe der Instrumente ergibt, welche zweifelsfrei ein wichtiger Faktor bei der Klangentwicklung ist, aber nicht der einzige. Ein Hersteller verwendet bei seinen Modellen bisweilen Klangholz und Filz stark unterschiedlicher Güte. Der Preisunterschied erklärt sich daher meistens nur zu einem geringen Teil durch die gewachsenen Dimensionen.
Klaviermusik
Das Klavier fand weitestreichende Verbreitung in fast allen Sparten der
Musik. Ob als Soloinstrument mit oder ohne begleitendes
Orchester, als begleitendes
Instrument für
Kunstlied, als
Ensemble-Instrument in der
Kammermusik, als markantes Instrument zur Begleitung von
Stummfilmen – wohl für kaum ein anderes Instrument entstand eine derart reichhaltige
Literatur, zu der von nahezu allen
Komponisten beigetragen wurde und wird. Auch aus
Jazz und
Popmusik ist das Instrument nicht wegzudenken. Darüberhinaus dient das Klavier allgemein als Proben-Begleitinstrument (vgl.
Klavierauszug,
Korrepetitor), und zur Nachahmung von Instrumentalensembles und ganzer
Orchester. Seit dem 20. Jahrhundert sogar zur Wiedergabe außereuropäischer Ensemblemusik durch Umstimmen von
Tonalität und
Mensur.
Nicht als Klaviermusik bezeichnet wird Musik, bei der dem Piano innerhalb eines Ensembles oder Orchesters eine gleichrangig mitwirkende oder begleitend untergeordnete Rolle zukommt. Das gilt auch für Vokalmusik, bei der das Piano als Begleitinstrument zu Sologesang oder Chorgesang eingesetzt wird.
Wichtige Gattungen der Klaviermusik sind das zur Orchestermusik gehörende Klavierkonzert (Piano und Orchester) und das zur Kammermusik gehörende Klaviertrio (Piano, Violine, Violoncello), das sowohl eine musikalische Gattung als auch eine Besetzung bezeichnet.
Klavierspiel
Gould in Russia 1957.jpg
Ein Klavierspieler spielt nach
Noten oder aus dem
Gedächtnis. Klavierspiel kann auch im Konzert mit anderen
Musikinstrumenten einschließlich des
Gesangs dargeboten werden. Gutes Klavierspiel umfasst das Beherrschen der
Klavierschule (z.B.
Fingersatz, Fingerfertigkeit), ein bestimmtes musikalisches Fundament (z.B.
Musikalität,
Virtuosität) und enthält einen künstlerischen Ausdruck (
Interpretation). Je höher die Ansprüche an das Klavierspiel sind, umso wichtiger ist ein perfekt gestimmtes (
„wohltemperiertes“) Klavier.
Klavierspiel kann auch als Stimme in einem Gesamtwerk, z.B. Duett, Trio, Quartett, Quintett, Orchester, vorgetragen werden. Häufig wird auch der Gesang und das Ballett durch das Klavierspiel untermalt (Begleitung).
Für das Zusammenwirken zweier Klavierspieler gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder bespielen beide gemeinsam ein Klavier (vierhändiges Spiel), oder sie verwenden zwei Instrumente – erstere Variante bietet sich für Hausmusik an, letztere ist eher konzertant: nur in wenigen Privathäusern finden sich zwei Klaviere. Ein Musikstück ist entweder für die eine oder für die andere Variante komponiert. Die Wahl zur Aufführung liegt nur dann in der Freiheit der Pianisten, wenn sie sich möglicherweise entscheiden, ein Stück für vierhändiges Spiel an zwei Klavieren zu geben. Das konzertante vierhändige Spiel ist eher Spezialistenarbeit. Oftmals findet man Geschwisterpaare, die auf dieses Spiel spezialisiert sind; Bekannte Vertreterinnen sind die Schwestern Katia und Marielle Labèque.
Man lernt das Klavierspielen entweder autodidaktisch oder bei einem Klavierlehrer: Privat in einer Musikschule oder an einem Konservatorium. Fortgeschrittenes Klavierspiel ist unter anderem auch Lehrgegenstand an Musikhochschulen und Kunstuniversitäten („Klavierfach“ bzw. „Klavierklassen“). In Meisterklassen wird das Können zur Perfektion gebracht.
Professionelle Klavierspieler heißen Pianisten, nach der früheren Bezeichnung Piano(forte) für ein Klavier.
Siehe auch
- Flügel, Pianino, Pianola, Digitalpiano, Präpariertes Klavier, Keyboard, Cembalo, Clavichord, Kinderklavier, Kunstspielklavier, Reproduktionsklavier
- Klavierstimmer, Klavierstimmung, Klavierstück, Klavierauszug
- Etüde
- Liste von Pianisten
- Jazzpiano
Weblinks
Klavier
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