Die Piñata * ist in Lateinamerika und in Spanien verbreitet und wird vorwiegend als Kinderspiel angesehen. Piñatas sind bunt gestaltete Figuren aus Pappmaché, die traditionell mit Süßigkeiten, Früchten und Geschenken gefüllt sind.
Regeln
Ähnlich wie bei dem
Spiel „
Topf schlagen“ schlagen Kinder abwechselnd mit verbundenen Augen darauf ein, bis die
Piñata zerbricht und es Überraschungen regnet. Die
Piñata hängt dabei meist an einem
Seil, über den Kindern und ist nur mit einem Stock erreichbar. Dann müssen sich alle Kinder die Augen verbinden, und jedes Kind darf dreimal versuchen mit einem Stock die
Piñata zu treffen und dabei zu zerbrechen.
Zerbricht die
Piñata, dürfen alle
Kinder wieder sehen und soviel aufheben, wie sie erwischen können. Danach kann eine neue
Piñata aufgehängt werden, und das Spiel beginnt wieder von vorne.
Bedeutung
Für Lateinamerika und insbesondere für
Mexiko ist die
Piñata das Symbol für
Fiestas schlechthin.
Die traditionelle
Piñata war eine Kugel mit sieben kegelförmigen Spitzen, welche die sieben
Todsünden symbolisierten. Heute hat die
Piñata ihren religiösen Symbolismus jedoch vollends verloren und dient allein dem Spaß.
Moderne
Piñatas haben die Form von
Comicfiguren oder anderen wohlbekannten Symbolen. Manche haben sogar die Form von
Politikern, auf die besonders gerne kräftig geschlagen wird. In der Vorweihnachtszeit sind Sterne am beliebtesten, weil sie an den
Stern von Betlehem erinnern.
Geschichte
Ursprünglich kommt die
Piñata aus
China, wo sie
Marco Polo zum ersten Mal sah. Meist hatte sie dort die Form einer Kuh. Mit buntem Papier und anderen dekorativen Dingen beklebt begrüßte man mit ihr das neue Jahr. Die Figuren wurden mit Stöcken zerschlagen und anschließen verbrannt, die Asche aufgesammelt und als Glücksbringer für das kommende Jahr aufbewahrt.
Die Sitte wurde in
Südeuropa im 14. Jahrhundert bekannt und fand Anklang in der
Fastenzeit.
Wortbedeutung
Das
italienische Wort "pignatta" bedeutet soviel, wie "Zerbrechlicher Topf". Dieser Tontopf dient zum Wasser holen. Die Form dieses Gefäßes ähnelt einer
Ananas, die auf
Spanisch "piña" heißt.
Verbreitung
Als sich der
Brauch in Spanien verbreitete, bekam der erste Sonntag der Fastenzeit den Namen
Danza de la Piñata. Die Spanier benutzten dabei ebenfalls einen Wassertopf. Dieser ursprünglich einfache Tontopf wurde bunt bemalt und mit Wimpeln und Papierbüschel dekoriert.
Anfang des 16. Jahrhunderts nutzten spanische Missionare die Piñata, um ihre religiösen Zeremonien für die Indianer attraktiver zu machen. Dieser Brauch hat sich seit dem bis zum heutigen Tag in ganz Lateinamerika, wie in Teilen Nordamerikas verbreitet.
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