Der Physiologus ist ein frühchristliches Kompendium der Tiersymbolik.
Der ursprüngliche Physiologus enthielt 48 Abschnitte, die meist reale oder fabelhafte Tiere, aber auch unbelebte Gegenstände behandeln. Der spätere byzantinische Physiologus enthielt weitere Zusätze. Es gibt darüberhinaus noch eine dem Kirchenvater Basilius zugesprochene veränderte, stärker moralisierende Version, die 30 Abschnitte enthält.
Die einzelnen Abschnitte sind meist so aufgebaut, daß nach einer Einleitung, die das Tier benennt, und einer formelhaften Wendung „Der Physiologus sagt von ...“ Aussagen über das Verhalten des Tieres in bestimmten Situationen gemacht werden. Nach diesem „naturwissenschaftlichen“ Teil werden in einem „theologischen“ Teil die beschriebenen „Fakten“ christlich allegorisch ausgedeutet. Abgeschlossen wird der Abschnitt meist durch die Formel „Ja, schön hat der Physiologus vom ... gesprochen!“. In der Version nach Basilius schließt sich dann noch eine moralisierende Auslegung an.
Die größte Wirkung entfaltete der Physiologus im Bereich der christlichen Ikonographie. Besonders der Löwe, der seine Jungen durch Anhauchen belebt, der Pelikan, der mit seinem Blut seine Jungen, die er selbst getötet hatte, wieder lebendig macht (die Version, daß der die Jungen mit seinem Blut nährt, ist eine spätere Verharmlosung der Geschichte), das Einhorn, der Phoenix werden häufig dargestellt.
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