Die Geschichte der Philosophie bietet eine Übersicht der philosophischen Strömungen vom Beginn der europäischen Philosophie im Griechenland des 6. Jahrhunderts v. Chr. bis zur Gegenwart.
Es gehört zu den Eigentümlichkeiten der Philosophie, dass die Philosophen zu allen Zeiten immer wieder mit völlig neuen Erklärungsmodellen daher gekommen sind. Anders als in den Sachwissenschaften gibt es in der Philosophie keinen oder kaum Wissensfortschritt im eigenen Fach. Hingegen müssen Philosophen sich zu allen Zeiten mit ihren Grundfragen an die jeweiligen Erkenntnisse der Sachwissenschaften anpassen und deren jeweils neuen Wissensstand zur Erklärung der Welt heranziehen. Aus diesem systematischen Unterschied zu den Wissenschaften erklärt sich das besondere Interesse der Philosophie an der eigenen Ideengeschichte.
Aus dieser Sichtweise ergeben sich die unterschiedlichen Aspekte zur Klärung des historischen Selbstverständnisses:
Philosophiegeschichte kann man personenorientiert, werkorientiert oder problemorientiert angehen. Im Philosophie erfolgt eine Einteilung nach großen Epochen, wobei die wesentlichen Personen mit ihren wesentlichen Werken und ihre Antworten zu den wesentlichen Fragen herausgearbeitet werden.
Eine grobe Einteilung nach Epochen kann wie folgt vorgenommen werden:
Bei einer so groben Unterteilung gehen selbstverständlich viele einzelne Gesichtspunkte und Meinungen unter. Deren Betrachtung soll den einzelnen Abschnitten über die jeweiligen größeren Perioden vorbehalten bleiben. Die Einteilung beinhaltet des Weiteren eine Ausblendung der nichteuropäischen Philosophiegeschichte, da diese vor allem in China und Indien weitgehend eigenständig verlief und einer gesonderten Darstellung bedarf. Eine Betrachtung der Philosophiegeschichte kann natürlich nicht unabhängig von der allgemeinen politischen und kulturellen Geschichte und der geistesgeschichtlichen Entwicklung vorgenommen werden.
Wenn man sich mit der Geschichte der Philosophie befasst, sollte man sich auch immer darüber im Klaren sein, dass man dies mit einer vorgeprägten Sichtweise aufgrund der eigenen Vorbildung und Einstellungen und damit interpretierend tut.
Bis in die Gegenwart lehnen viele Philosophen weitgehend die Religion ab und betrachten die Philosophie als der Religion überlegen. Die Spannung zwischen Philosophie und Religion wird eindrücklich in dem Roman „Der Name der Rose“ von Umberto Eco geschildert, wo es den Mönchen verboten ist, Schriften des Philosophen Aristoteles zu lesen. Andererseits gab es immer wieder mathematisch und naturwissenschaftlich hoch gebildete Philosophen von Blaise Pascal bis Carl Friedrich von Weizsäcker, die ihre Positionen aus einem tiefen Glauben heraus begründen.
Seit dem Mittelalter ist Philosophie ein universitäres Lehrfach. Es war zunächst ein ergänzendes und hierarchisch untergeordnetes Lehrfach zur Theologie. Erst seit der Säkularisation im 17. Jahrhundert sind Philosophie und Theologie weitgehend getrennt. Mit Kant und Nietzsche ging die Hoffnung auf metaphysische Gewissheit verloren. Nikolaus Kopernikus, Charles Darwin und Albert Einstein veränderten das Weltbild gravierend. Aussagen über das Sein, den Sinn des Lebens, aber auch über den Ursprung der Werte wurden fraglich. In der Moderne verbleibt der Philosophie überwiegend die Aufgabe der Reflexion und der Diskussion mit den Fachwissenschaften über ihre Voraussetzungen, d.h. die Bedingungen der Möglichkeit Wissen zu erlangen. Die seit dem 18. Jahrhundert an den großen Universitäten eingerichteten philosophische Lehrstühle gerieten im 19. und 20. Jahrhundert in ihrer inhaltlichen Ausrichtung zunehmend unter den Spezialisierungsdruck der sich verselbständigenden Fachwissenschaften. Seit der Aufklärung, aber besonders unter dem Eindruck des sowjetischen Marxismus und vor allem des Nationalsozialismus wurden Ideologie und Totalitarismus immer mehr Feindbilder der Philosophie. So findet der Diskurs der Philosophie an den Universitäten häufig nicht nur von der Religion, sondern auch von den Sozialwissenschaften, von Literatur und Kunst weitgehend abgetrennt als theoretische Philosophie mit einer starken Betonung von Wissenschaftstheorie, Sprachanalyse und Logik statt. Darüber hinaus sind die Universitäten in ihrem Selbstverständnis geprägt durch die Vermittlung der sogenannten philosophischen Disziplinen Logik, Ethik, Erkenntnistheorie, Wissenschaftstheorie und Philosophiegeschichte im Rahmen der Lehrerausbildung. Dennoch gibt es auch in der Fachwissenschaft immer wieder Impulse am öffentlichen Diskurs der Gegenwart teilzunehmen wie z.B. in ethischen Fragen zur Technik, zur Ökologie, zur Genethik, in der Medizin oder in der interkulturellen Philosophie.
Seit im 18. Jahrhundert die Aufklärer Voltaire, Rousseau und Diderot (als Impulsgeber der Enzyklopädie mit dem Ziel der Aufklärung durch Wissen) in Frankreich philosophes genannt wurden, versteht man hier in der Tradition von Montaigne allgemein unter Philosophen gelehrte Schriftsteller, die sich über populäre, also über alle angehende Themen auslassen – so auch Goethe und Schiller. Denker des 18. und 19. Jahrhunderts wie Adam Smith, Abraham Lincoln, Jean Paul, Friedrich Nietzsche, Emile Zola, Leo Tolstoj, Karl Marx, Sigmund Freud oder Søren Kierkegaard wurden ebenso populär als Philosophen verstanden, wie in der Gegenwart so unterschiedliche Geister wie Erich Fried, Ernst Jünger, Robert Jungk, Paul Watzlawick, Hans Magnus Enzensberger, Umberto Eco, Carl Friedrich von Weizsäcker, Stanisław Lem und Peter Sloterdijk. Sie alle haben keine philosophischen Lehrstühle, reflektieren aber die Philosophiegeschichte und geben philosophische Orientierung.
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