Die Phillips-Kurve ist ein einfaches ökonomisches Modell, das den Zusammenhang zwischen der Veränderung von Löhnen bzw. Preisen auf der einen und Arbeitslosigkeit auf der anderen Seite erklärt. Die Phillips-Kurve wurde erstmalig 1958 vom englische Statistiker und Ökonomen Alban William Housego Phillips publiziert und ist seitdem mehrfach modifiziert worden, etwa von Paul Samuelson und Robert Solow 1960.
Die Phillips-Kurve wurde dabei vermehrt als Speisekarte angesehen, aus der man die für das eigene Land optimale Kombination aus Arbeitslosigkeit und Inflation frei wählen könne. Berühmt ist dabei der Ausspruch des damaligen deutschen Bundeskanzlers Helmut Schmidt geworden, ihm seien fünf Prozent Inflation lieber als fünf Prozent Arbeitslosigkeit. (Laut Professor Kurt W. Rothschild sagte der österreichische Bundeskanzler Bruno Kreisky ähnliches.) Als Folge dieser Erkenntnis ließen viele Regierungen eine relativ hohe Inflation zu, weil sie annahmen, dass dies zu niedrigeren Arbeitslosigkeitszahlen führen würde.
In den 1970er Jahren herrschte in vielen Ländern jedoch eine Stagflation, was zunächst als Widerlegung der Phillips-Kurve gesehen wurde. Spätere Analysen ergaben allerdings auch für die siebziger Jahre einen stabilen Zusammenhang von Arbeitslosigkeit und Inflation, wenn man die Inflationsrate um durch Rohstoffmärkte induzierte Preissteigerungen bereinigt, denn es waren zum Teil die steigenden Rohölpreise, die die Stagflation ausgelöst hatten.
Angebotsseitig wurde dies folgendermaßen gedeutet: Zur Senkung der Arbeitslosigkeit müsse man nicht eine höhere Inflation zulassen, sondern vielmehr die Rigiditäten auf dem Arbeitsmarkt beseitigen.
Von keynesianischer Seite hat die monetaristische Phillips-Kurve viel Kritik erfahren - bedeutet die Darstellung der Monetaristen doch, dass vor allem die Geldpolitik nicht zur Stimulierung des Wirtschaftswachstums genutzt werden könne, sondern sich auf die Erhaltung der Preisstabilität konzentrieren solle, sowieso nichts Erstrebenswertes durch eine Geldpolitik erreicht werden könne, die nicht strikte Preisstabilität verfolge. Die Kritiker sehen darin
Allerdings beinhaltet die Botschaft der Monetaristen auch einen optimistischen Inhalt: Eine auf Disinflation ausgerichtete Wirtschaftspolitik müsse nicht mit der Problematik starker Beschäftigungseinbrüche leben.
Das monetaristische Standardmodell der Phillipskurve sieht formal wie folgt aus
Hierbei sind die Lohnzuwachsrate (= ), die natürliche Arbeitslosenrate, die tatsächliche Arbeitslosenrate, die Inflationsrate (= ) und die erwartete Inflationsrate, jeweils für die Periode
Die höhere Beschäftigung ist nach diesem Verständnis jedoch lediglich darauf zurückzuführen, dass bei steigenden Preisen und (zunächst) gleich bleibenden Nominallöhnen der Reallohn der Arbeitnehmer zurückgegangen ist, weswegen die Unternehmen mehr Arbeitskräfte einstellen. Da die Arbeitnehmer dies nicht vorhersehen, spricht man in diesem Zusammenhang von einer Überraschungsinflation. Damit entspricht die um Erwartungen modifizierte Phillips-Kurve der modifizierten zumindest kurzfristig.
In der langen Frist erkennen jedoch die Arbeitnehmer, dass sich ihre Löhne nicht an die aktuelle Inflationsentwicklung angepasst haben, weswegen sie von ihren Arbeitgebern Nominallohnsteigerungen zum Ausgleich der Inflationsverluste fordern. Demnach steigen die Nominallöhne letztlich also im gleichen Maß wie die Inflation, weshalb die Beschäftigung (bei gleich bleibender Inflation) wieder aufs ursprüngliche Niveau zurückgeht (3). Da dieser Sachverhalt bei jeder wirtschaftspolitischen Einflussnahme auf die Inflation auftrete, sei die Phillips-Kurve in der langen Frist senkrecht, so die monetaristische Sichtweise.
Dem Modell zugrunde liegt hierbei die Annahme adaptiver Erwartungen, d. h. die Wirtschaftssubjekte vermuten, dass die bisherige Wirtschaftspolitik auch in Zukunft beibehalten wird. Geht man jedoch davon aus, dass die Wirtschaftssubjekte über alle vorhandenen relevanten Informationen verfügen (Annahme rationaler Erwartungen, siehe dazu Robert E. Lucas, Thomas J. Sargent, Robert J. Barro und Neil Wallace), so werden sie die von der Zentralbank induzierte Überraschungsinflation antizipieren und zeitgleich höhere Nominallöhne fordern, so dass der Umweg über die kurzfristige Perspektive entfällt - die Phillips-Kurve wäre dann auch in der kurzen Frist senkrecht.
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