Mit dem Philippinisch-Amerikanischen Krieg von 1899 bis 1902 bezeichnet man den Kampf der philippinischen Unabhängigkeitsbewegung gegen die neue Kolonialmacht der Vereinigten Staaten. Unter Emilio Aguinaldo proklamierte die Unabhängigkeitsbewegung Katipunan eine nationale Republik, die mit dem Ende des Widerstands ihre Grundlage verlor. Der Konflikt war eine direkte Folge des von den USA 1898 gewonnenen Spanisch-Amerikanischen Kriegs, bei der die Unabhängigkeitbewegung die USA gegen Spanien unterstützt hatte. Den amerikanischen Truppen gelang in einer Reihe von Feldzügen die Unterwerfung der meisten Inseln des philippinischen Archipels und die Errichtung einer Kolonialherrschaft, welche bis zur japanischen Besetzung der Inseln im Zweiten Weltkrieg andauerte.
Um die spanische Herrschaft zu brechen, aber auch aufgrund der argwöhnisch betrachteten Unabhängigkeitserklärung, wurden in der Folge Truppen in Marsch gesetzt, die im August die spanische Garnison in Manila besiegten und von da ab die Stadt besetzt hielten. Dies war gleichzeitig die letzte Kampfhandlung und Abschluss des spanisch-amerikanischen Kriegs.
Im Juni 1898 wurde in den USA die Anti-Imperialist League gegründet, die sich gegen die Annektierung von den Philippinen und anderen Gebieten aussprach. Zu ihm gehörten prominente Persönlichkeiten wie Mark Twain, Andrew Carnegie und Carl Schurz.
Im Januar 1899 kam es zur Ausrufung der philippinischen Verfassung und zur Gründung der philippinischen Republik. Schon einen Monat zuvor hatten jedoch Spanien und die USA den Pariser Vertrag unterzeichnet, nach dem die Philippinen, ebenso wie Guam und Puerto Rico, den USA gegen Zahlung von 20 Millionen Dollar als Besitz überschrieben werden sollten. Die Frage der Ratifizierung durch den US-Kongress löste eine heftige Debatte aus, denn der Erwerb von Kolonien widersprach dem amerikanischen Selbstverständnis als einer Nation, die selbst erst durch eine Rebellion gegen das Mutterland entstanden war.
Mark Twain schrieb in der in der Presse unter anderem: ""Why, we have gotten into a mess, a quagmire from which each fresh step renders the difficulty of extrication immensely greater. I'm sure I wish I could see what we were getting out of it, and all it means to us as a nation."
Letztlich setzten sich die Imperialisten mit knapper Mehrheit durch, wodurch der Vertrag im Februar ratifiziert wurde. Auf den Philippinen war man sich der Gefahr eines möglichen Krieges mit den USA infolge des Pariser Vertrags bewusst. Die Truppen der nationalen Armee wurden daher vorsorglich um Manila zusammengezogen, wo es mehrfach zu gegenseitigen Provokationen mit US-Truppen kam. Zum Ausbruch des Krieges kam es am 4. Februar, als eine US-Patrouille das Feuer auf eine Gruppe philippinischer Soldaten eröffnete.
Eine groß angelegte Aktion zur Eroberung des philippinischen Hauptquartiers in Zentral-Luzon schlug 1900 fehl, da Aguinaldo rechtzeitig entkommen konnte. Er führte danach den Kampf vom Norden der Insel aus weiter. Nach diesem Fehlschlag gab der amerikanische Befehlshaber Elwell S. Otis seinen Posten ab. Neuer Befehlshaber wurde General Arthur MacArthur, der Vater des späteren Befehlshabers der Pazifikstreitkräfte Douglas MacArthur. Im selben Jahr wurde auch William H. Taft auf die Philippinen entsandt. Ihm gelang es, einen Teil der Oberschicht für eine amerikanisch geführte Zivilverwaltung zu gewinnen.
Unter MacArthurs Kommando und dem seines Nachfolgers Adna R. Chaffee wurde die Strategie der verbrannten Erde intensiviert. Auf den kleineren Inseln wurde nach einem festen Schema vorgegangen: zunächst wurde die Bevölkerung aufgefordert, sich in Sammellagern einzufinden. Wer nach Ablauf einer festgelegten Frist außerhalb der Lager angetroffen wurde, galt als feindlicher Kombattant und wurde erschossen. Die auf diese Weise entvölkerten Dörfer wurden in Brand gesteckt.
Etliche Greueltaten der US-Armee fanden ihren Weg in die amerikanische Presse. Es wurde Folter gegenüber philippinischen Gefangenen angewandt, insbesondere der berüchtigte water cure bei dem Wasser gewaltsam durch den Mund eingeflößt wurde, um Todesangst vor dem Ertrinken zu erzeugen, ähnlich dem Schwedentrunk. In einigen Dörfern wurden wahllos Männer, Frauen und Kinder über 10 Jahre ermordet.
Aguinaldo erteilte 1900 auch den Befehl, zu einer Guerillataktik überzugehen, da die vorhergehenden Kämpfe die hoffnungslose Überlegenheit der Amerikaner hinsichtlich Bewaffnung und Ausbildung gezeigt hatten. Zu einer kurzzeitigen Offensive der Philippiner kam es Ende 1900, kurz vor den amerikanischen Präsidentschaftswahlen. Das verfolgte Ziel einer Beeinflussung des Wahlkampfs wurde damit nicht erreicht, Präsident McKinley wurde wiedergewählt.
Im Frühjahr 1901 wurde Aguinaldo schließlich gefasst, der Krieg wurde aber von anderen Generälen fortgesetzt. Erst der neue US-Präsident Theodore Roosevelt erklärte am 4. Juli 1902 den Krieg für beendet. Etwa 1 Million Philippiner kamen aufgrund des Kriegs ums Leben, die rein militärischen Verluste waren deutlich niedriger und beliefen sich auf etwa 4.000 Amerikaner und 20.000 Philippiner.
Im September 1901 wurden etliche amerikanische Soldaten auf Balangiga, Samar durch philippinische Guerillas getötet. Zur Vergeltung ordnete General und Veteran des Wounded-Knee-Indianermassakers Jacob H. Smith an, Samar in eine "heulende Wildnis" zu verwandeln: "I want no prisoners. I wish you to kill and burn; the more you kill and burn the better it will please me." Die Greueltaten von General Smiths Truppen wurden erst im März 1902 in den USA bekannt, führten aber dort zu großer Empörung und zum Militärgerichtsverfahren gegen General Smith.
Von Januar bis Juni 1902 fand unter dem Vorsitz des Republikanischen Senators Henry Cabot Lodge eine Senatsuntersuchung zu den Verbrechen des Philippinisch-Amerikanischen-Krieges statt. Die Untersuchung führte zu keinem Ergebnis, abgesehen von mehreren umfangreichen Berichten.
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