Philipp Heinrich Scheidemann (* 26. Juli 1865 in Kassel; † 29. November 1939 in Kopenhagen) war ein sozialdemokratischer Politiker. Er war der erste Reichskanzler (damals Ministerpräsident genannt) der Weimarer Republik.
Am 9. November 1918 rief Scheidemann von einem Fenster des Reichstagsgebäudes und kurz darauf von einem Fenster der Reichskanzlei die Republik aus. Scheidemann gehörte zur Zeit der Weimarer Republik dem Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold an.
Am 4. Juni 1922 - während seiner Amtszeit als Oberbürgermeister von Kassel - verübten Mitglieder der rechtsextremen Organisation Consul ein Attentat mit Blausäure auf ihn. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten am 30. Januar 1933 verließ Scheidemann Deutschland und floh zunächst nach Prag, ehe er über die Schweiz, Frankreich und die USA nach Dänemark emigrierte. Am 29. November 1939 starb er in Kopenhagen.
Während des Ersten Weltkriegs wandte sich Scheidemann gegen die Propaganda für einen Siegfrieden und trat für einen Verständigungsfrieden ein.
In Kassel war Scheidemann von 1908 bis 1911 Stadtverordneter.
Im Verlauf der Novemberrevolution wurde er Mitglied im Rat der Volksbeauftragten zusammen mit Friedrich Ebert, und Otto Landsberg von der SPD, sowie Hugo Haase, Wilhelm Dittmann und Emil Barth von der USPD. Vom 13. Februar bis zum 20. Juni 1919 war Scheidemann der erste Reichsministerpräsident (Reichskanzler) einer demokratisch gewählten Regierung in Deutschland, trat jedoch aus außenpolitischen Gründen zurück. Er hatte sich gegen die Unterzeichnung des Versailler Vertrages festgelegt - eher, so sagte er, sollte ihm die Hand verdorren.
Als Nachfolger von Erich Koch war Scheidemann Oberbürgermeister in Kassel von 1920 bis 1925.
Mann | Deutscher | Reichskanzler (Weimarer Republik) | Politiker (Weimarer Republik) | SPD-Mitglied | Reichstagsabgeordneter | Oberbürgermeister (Kassel) | Staatssekretär (Deutsches Reich) | Geboren 1865 | Gestorben 1939
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