Philae, seen from the water, Aswan, Egypt, Oct 2004.jpg | Philae from southeast.jpg
Philae ist eine durch den Assuan-Staudamm überflutete Insel im ägyptischen Niltal.
Der Tempel wurde unter den Ptolemäern erbaut, aber auch noch die römischen Herrscher bauten an dem so weit entfernten Heiligtum. Isis, die im Gebiet um den Katarakt als Herrin der Überschwemmung verehrt wurde, war im gesamten Römischen Imperium als Göttin der Fruchtbarkeit, der Liebe und der Erlösung beliebt. Philae war eines der Hauptheiligtümer dieser Zeit!
Nicht nur die Muttergöttin Isis oder der Nil wurden auf Philae als Lebensspender verehrt, sondern ebenso die Sonne. Als Tochter des Re erschien Hathor im Göttermythos auch als Auge des Sonnengottes. Dergestalt hatte sie sich während des Winters tief in den Süden nach Nubien verzogen und verspürte offenbar wenig Neigung, nach Ägypten zurückzukehren. Re sandte ihr den Götterboten Thot nach, dem es gelang, die Abtrünnige zur Rückkehr zu bewegen. Auf Philae angekommen, feierte ganz Ägypten mit der Göttin ihre glückliche Heimkehr.
Philae, First Pylon and Columnade, Aswan, Egypt, Oct 2004.jpg Am ersten Pylon bringt der König vor Isis, ihrem falkenköpfigen Sohn Horus, ihrer Schwester Nephthys und der Göttin Hathor Opfer dar und wirft die Feinde des Landes nieder.
Durch den 1. Pylon führen zwei Eingänge in den ersten Hof: Das Haupttor in der Mitte und ein im westlichen Torturm angebrachter Durchgang, der direkt auf das Mamisi (Geburtshaus) zuführt. Die Reliefs im Inneren schildern die Geburt des Horus und seine Kindheit in den Deltasümpfen.
Die Säulen des östlichen Innenhof tragen an den oberen Enden das Gesicht der Göttin Hathor (nur diese Göttin wurde von vorne abgebildet, die Gesichter aller anderen Götter sind immer von der Seite dargestellt).
Hinter dem 2. Pylon öffnet sich ein ursprünglich durch Säulenschranken. Zehn riesige, wunderschön bemalte Säulen standen hier. Sie symbolisierten die ersten Pflanzen, Bäume und Blumen. Lange hatten die Christen warten müssen, bevor sie Philae übernehmen konnten. Nicht einmal das Edikt des Kaisers Theodosius, mit dem das Christentum zur Staatsreligion erklärt worden war (380), konnte die hartnäckigen Isisverehrer von der Insel vertreiben. Erst Mitte des 6.Jhs. verließen sie ihr Heiligtum, das in ein christliches Gotteshaus umfunktioniert wurde, obwohl die Blemmyer noch immer an der Verehrung des Heiligtums festhielten. Der rückwärtiger Bereich des Säulenraumes wurde um 553 dem Heiligen Stephan als Kirche geweiht – und aus diesem Anlass eine große Zahl der Reliefs im Tempel zerstört. Das Sanktuarium zeigt wie verschiedene Herrscher vor Isis und Osiris Opfergaben darbringen.
Philae, Trajan's Kiosk, Aswan, Egypt, Oct 2004.jpg]] Vom Säulenhof aus führt eine Seitenpforte zum Hadrianstor, das den Blick auf das benachbarte Osirisheiligtum freigibt. An den Wänden künden Darstellungen des Jenseitsherrschers Osiris, aus dessen Mumie Getreidehalme sprießen, von der Hoffnung auf neues Leben nach dem Tod.
Der kleine Tempel der Hathor, östlich des großen Tempels der Isis wurde von Ptolemaios VI. begonnen und unter dem römischen Herrschern Augustus und Tiberius vollendet. Die Reliefs des Tempelwände zeigen spielende Musikanten die Götter unterhaltend, während Hathor zu der Musik tanzt.
Etwas weiter südlich steht der Kiosk des Kaiser Augustus mit vierzehn Säulen einem Pronaos und einer Terrasse an der Rückseite des Tempels. (Abb. rechts) Er wird häufig fälschlicherweise als Trajanskiosk bezeichnet.
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