Phenothiazin.png Als Phenothiazine wird eine Gruppe von Arzneistoffen bezeichnet, die klare strukturchemische Gemeinsamkeiten mit dem ersten überhaupt entdeckten Neuroleptikum - dem Chlorpromazin - aufweisen. Alle diese Substanzen besitzen ein räumlich annähernd planares Dreiringsystem, das genau genommen für sich allein (ohne Substituenten) den Namen Phenothiazin trägt.
In der Pharmakologie heißen die daraus durch Abwandlung einzelner Molekülteile (v.a. mittels Substitution) abgeleiteten Derivate vereinfachend Phenothiazine.
Die Vertreter des Chlorpromazintyps sind eher schwach antipsychotisch wirksam (nieder- bis mittelpotente Neuroleptika).
Sie wirken im Vergleich mit Chlorpromazin mindestens gleich stark, eher stärker antipsychotisch.
Sie unterscheiden sich gleichfalls an R2:
Chlorprothixen hat eine offene, Flupentixol und Zuclopentixol haben eine Piperazinylalkyl-Seitenkette.
Die meisten Phenothiazin-Präparate kommen in der Psychiatrie bei der Behandlung von Schizophrenien (d.h. als Neuroleptika) zum Einsatz. Das niederpotente Promethazin wird häufig gegen Angst- und Erregungszustände verwendet und hat sich dafür seit Jahrzehnten bewährt.
Die hochpotenten Stoffe können durch ihre Dopamin-Rezeptor-Blockade ähnliche Motorikstörungen auslösen wie die starken Butyrophenone: Diese extrapyramidal-motorischen Störungen (EPMS) umfassen Früh- und Spätdyskinesien, Akathisien und parkinsonähnliche Symptome.
Einige Phenothiazine (v.a. des Chlorpromazin-Typs) können Störungen der Wärmeregulation verursachen.
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