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Pheidippides, auch Philippides oder seltener Diomedon genannt, war nach der Überlieferung Plutarchs der legendäre Bote, der am 12. September 490 v. Chr. die Siegesmeldung von der Schlacht bei Marathon nach Athen überbrachte und dabei an Erschöpfung auf dem Areopag verstarb. Der Lauf über ca. 40 km ging als erster Marathonlauf (heute: 42,195 km) in die Geschichte ein. Die 560 Jahre ältere Überlieferung von Herodot erzählt die Geschichte weniger dramaturgisch.

Herodots Überlieferung (ca. 460 v. Chr.)


Die Legende Plutarchs über den ersten Marathonlauf und den Heldentod des Läufers Pheidippides geht auf ältere Überlieferungen des griechischen Historikers Herodot zurück:

Ende August des Jahres 490 v. Chr. griffen die Perser unter Dareios bei Marathon an. Sie wollten die griechischen Stadtstaaten zerschlagen. Der athenische Herrscher Miltiades schickte deshalb Philippides mit einem Hilfsgesuch nach Sparta.

Der Bote soll die Strecke über ca. 245 km in weniger als zwei Tagen gelaufen sein. Die Spartaner haben jedoch keine Zeit: Von dort brachte er umgehend die Meldung nach Athen zurück, dass die Spartaner ihr laufendes Fest Karneia nicht unterbrechen wollten und den Athenern frühestens in sechs Tagen militärischen Beistand leisten könnten. Als er nach Athen zurückkehrte hatten die Athener allerdings die Schlacht zwischenzeitlich schon gewonnen. Umstritten ist, ob Pheidippides nach dieser übermenschlichen Leistung tatsächlich auch noch die Siegesmeldung nach Athen überbrachte.

Pheidippides war ein Heterodromoi, ein Tagesläufer.

Plutarch (46-120 n. Chr.)


Plutarch verknüpft die Legende mit der Schlacht von Marathon.

Neuere Forschung


Die bisherige Zuweisung geht auf den deutschen Gelehrten August Böckh zurück und wurde seit dem 19. Jahrhundert unwidersprochen gelehrt: 12. September 490 vor Christus.

Ein Team um Donald Olson von der Texas State University von San Marcos ging der Frage nun noch einmal nach. Im Brennpunkt des Interesses stand dabei das Datum der Schlacht. Anhand des Athener Kalenders bestimmte Böckh dann das Datum der Schlacht. Hier genau lag der Fehler, glaubt Olson. Zwar waren attischer und spartanischer Kalender beide auf Mondphasen aufgebaut, doch startete Spartas Kalender später, genauer gesagt zum ersten Vollmond nach der herbstlichen Tagundnachtgleiche.

Im Jahre 491/90 vor Christus gab es zwischen dieser und der Sommersonnenwende zehn Vollmonde statt der üblichen neun. Deshalb ging der spartanische Kalender praktisch gesprochen einen Monat vor. Diese Information lag Böckh offenbar nicht vor und so kam ein falsches Datum zustande. Tatsächlich fand die Schlacht also im August 490 v.Chr. statt.

Dieser Unterschied sei bedeutend , erläuterte der Mediziner des Forschungsteams Russell Doescher so: Für den Läufer Pheidippides könnte der aus einer Entfernung von fast 2500 Jahren scheinbar "kleine Unterschied" tatsächlich fatal gewesen sein. Der Tod des Läufers ist wesentlich plausibler, wenn die Schlacht Anfang August stattfand. Schließlich absolvieren im September selbst Amateure den Marathon und überleben ihn. Denn Anfang August herrschen auf dem griechischen Festland Temperaturen von fast 40 Grad und oft genug sogar darüber. Im September liegen die Durchschnittstemperaturen heute dagegen bei "nur" noch um 28 Grad. Selbst ein austrainierter Läufer riskiert, absolviert er die Strecke bei vielleicht 40 Grad im Schatten, einen in Kombination mit Erschöpfung lebensgefährlichen Hitzschlag.

Mann | Antike | Marathon | Gestorben 490 v. Chr.

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