Die Pharmakodynamik ist die Lehre über die Wirkung von Arzneistoffen im Organismus. Sie behandelt folgende Aspekte.
Wenige Wirkstoffe wirken unspezifisch. Trotz unterschiedlicher chemischer Strukturen haben sie ähnliche Wirkungen. Sie sind eher in hohen Dosen bzw. Konzentrationen wirksam.
So verursacht beispielsweise eine doppelte Dosis nicht zwingend einen doppelt so großen Effekt. Man spricht dann von einer nicht-linearen Dosis-Wirkungs-Beziehung.
Manche Arzneimittel haben eine geringe therapeutische Breite. Das bedeutet, die minimale effektive Dosis liegt nicht weit entfernt von einer toxischen Dosis. Solche Arzneimittel müssen ganz besonders sorgfältig dosiert werden.
Fast alle Arzneimittelwirkungen beruhen sich auf einigen wenigen Wirkungsmechanismen. Nach |1| unterscheidet man:
Rezeptoren sind Zellstrukturen, die durch die Bindung mit einem Liganden gemäß dem Schlüssel-Schloss-Prinzip einen Signalprozess auslösen, welcher wiederum einen bestimmten Effekt hervorruft. Man unterscheidet intrazelluläre (also im Cytoplasma oder Zellkern lokalisierte) und membranständige Rezeptoren. Durch die Reizung oder Blockade eines solchen Rezeptors mit einer dem natürlichen Liganden ähnlichen Substanz bzw. Struktur kann ein Effekt erzeugt oder unterdrückt werden.
Beispiele: Blockade von Adrenozeptoren durch α– oder β-Sympatholytika, (Alphablocker, Betablocker), Stimulation von Adrenozeptoren durch Sympathomimetika, Blockade von Histamin-Rezeptoren durch Antihistaminika
Siehe auch: Agonist, Antagonist, Neurotransmitter, Signaltransduktion
Beispiele: Erniedrigung der Angiotensin II-Konzentration durch angiotensin-converting-enzyme-Hemmer (Reduktion der gefäßverengenden und antidiuretischen Wirkung), Hemmung der bakteriellen Gyrase durch Gyrase-Hemmer bzw. Fluochinolone (Antibiose).
Beispiele: Erniedrigung der intrazellulären Calciumkonzentration durch Calciumkanalblocker bzw. Calciumantagonisten (Senkung der Herzlast durch verminderten Sauerstoffbedarf und Blutdruck), Erniedrigung der Natriumkonzentration im Axon durch Lokalanästhetika (Unterdrückung der Erregungsleitung bzw. Schmerzempfindung).
Beispiel: Hemmung der Protonen-Kalium-Pumpe durch Protonenpumpenhemmer (Unterdrückung der Salzsäureproduktion im Magen)
Beispiele: Hemmung der bakteriellen Zellwandsynthese durch Beta-Lactam-Antibiotika, Störung der bakteriellen Folsäure-Synthese durch Sulfonamide, Hemmung der bakteriellen Proteinsynthese durch Makrolide, Hemmung der mykotischen Ergosterolsynthese durch Azol-Antimykotika
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