Mit dem Wort Pharao wird in der Bibel der Herrscher Ägyptens bezeichnet.
| Systematische Namensdarstellung in den Pharaonenartikeln | |
|---|---|
| Geburtsname | Geburtsname |
| Thronname | Thronname |
| Horusname | Horusname |
| Nebtiname | Nebtiname |
| Goldname | Goldname |
| bei Manetho | Manetho-Bezeichnung (Transliteration) Deutsche Übersetzung |
| auf Deutsch | Name |
| (ggf.) | |
| englisch | Name (im englischen Bereich wird etwas anders transliteriert) |
Der Begriff geht auf das ägyptische Wort "Per aa"
Die Kartuschenform, ursprünglich wohl entstanden durch den "Schen-Ring", eine Seilschleife mit überlappenden Enden, dem altägyptischen Symbol für Ewigkeit beziehungsweise Unendlichkeit und Schutz, entwickelte sich mit der Länge des jeweiligen Königsnamen bis zur einer mehr langgezogenen, elliptischen Form.
Aus besonders detaillierten Darstellungen wird deutlich, dass die Kartuschenlinie eigentlich aus einer doppelten Schnur besteht, die als Seilschleife um den Königsnamen gelegt und am Ende mit einem Koten versehen ist. In eher schematischer Darstellung erscheint der Knoten wie ein im Winkel von 90° zur Kartuschenlängsachse platzierter Balken, der in seiner Länge etwa der Kartuschenbreite entspricht. Die Namenshieroglyphen im Inneren der Kartusche begannen stets auf der diesem Balken gegenüberliegenden Seite. Die gesamte Kartusche konnte sowohl vertikal (senkrecht) wie auch horizontal (waagerecht) dargestellt werden, wobei sich bei letzterer Art der Kartuschenanfang entweder auf der rechten oder auch auf der linken Seite befinden konnte. Siehe auch Hieroglyphenkartusche.
Innerhalb der Königskartuschen folgt die Namensschreibweise in der Regel den allgemeinen Gesetzmäßigkeiten der Hieroglyphenschreibung. So wird beispielsweise das Zeichen einer im Namen oder Namensteil enthaltenen ägyptischen Gottheit aus Respekt gegenüber dieser Gottheit dem gesamten Namen beziehungsweise dem entsprechenden Namensteil stets vorangestellt.
Der Thronname von Thutmosis III. lautet in der deutschen Übersetzung „Bleibend/Beständig ist die Erscheinung(sform) des Re“, wird als „Men-cheper-Rê“ und in der Transliteration als „Mn-xpr-Ra“ gelesen. Die Namensschreibung innerhalb der Kartusche beginnt jedoch mit der Hieroglyphe der Gottheit Re.
| Sa Rê |
Ein ägyptischer König hatte neben seinem Geburtsnamen, welcher seit der 5. Dynastie durch die Bezeichnung "sa Rê", Sohn des Re, verdeutlicht wird, noch insgesamt vier weitere Titel und zusätzlich eine später entstandene Bezeichnung:
| Nesut Biti |
dem Thronnamen beigestellt ist am häufigsten die Bezeichnung "Nesut" oder "Nisut", wenn auf den König als weltlichen Herrscher verwiesen wird. Das bedeutet: Der von der Binse, bezeichnete allerdings nur den Herrscher Oberägyptens, also Südägyptens. Der Titel des Pharaos von Unterägypten war "Biti", das heißt: Der von der Biene. Die beiden Titel wurden in offiziellen Inschriften verbunden zu "Nesut Biti". War der Thronnamenskartusche die Bezeichnung "Nesut Biti" vorangestellt, war der Pharao sowohl Herrscher von Ober- wie auch Unterägypten.
Trotz alle dem hielt sich die Bezeichnung "Pharao" in den meisten Sprachen bis heute für die Bezeichnung des altägyptischen Herrschers.
Nicht immer wurden den Pharaonenkartuschen die Zusatzbezeichnungen "Sa Rê" oder "Nesut Biti" vorangestellt. Sehr oft sind auf Statuen, Stelen, Tempel- oder Grabinschriften und Papyrustexten allein die Kartuschen zu finden.
| Horus |
Der Horusname ist der älteste bezeugte Titel des Königs und kommt schon kurz vor der 1. Dynastie auf. Geschrieben wird der Name in einem Serech, ein Rechteck, auf dem ein Falke thront. Der untere Teil des Rechtecks ist mit der Fassade des Königspalastes dekoriert ("Palastfassade"), der obere Teil symbolisiert den Hof/das Haus. In dieser freien Fläche steht der Name des Königs in Hieroglyphen.
Ab der 4. Dynastie kann der Titel ohne Serech geschrieben werden. Die Titelschreibung erfolgt dann in waagerechtem Text mit dem Horusfalken am Anfang.
| Göttersymbole von |
Der Nebtiame, auch Herrinnenname, kommt am Anfang der 1. Dynastie auf. Mit den beiden Herrinnen werden die Kronengöttinen Uto (Wadjet) und Nechbet von Ober- und Unterägypten gemeint.
| Horus (Neb-Tauy) |
Als fünfter Titel ist oft der Goldname beziehungsweise Goldhorusname bekannt.
Der Horus, Thron, und Eigenname erscheinen immer wieder auf Denkmälern des Königs. In der Frühzeit ist der Horusname der wichtigste Name, während später der Thronname gebräuchlicher wird. Der Nebti- und Goldname sind dagegen seltener und deshalb von vielen Herrschern nicht bekannt.
In Texten oder Beamtentiteln (z.B. Schreiber des Königs - sesch-nisut), in denen der König nicht mit Namen genannt wird, wird meist das Wort nisut gebraucht, ganz selten biti (Siegler des Königs - chetemty-biti). In religiösen Texten oder biographischen Inschriften von Beamten wird auf den ägyptischen König oft auch nur als Horus verwiesen, ohne den Namen des Herrschers zu benennen. In eher weltlichem Kontext kommt auch die Bezeichnung "Neb", der Herr oder als "Neb-Tauy", Herr der Zwei Länder vor. Die letztere Bezeichnung leitet auch oft einen Namen des Herrschers ein. Hier findet sich auch als weitere Zusatzvariante "Hem", was immer wieder als Majestät übersetzt wird. Eigentlich bedeutet es nur Diener, obwohl die Übersetzung Person in neuerer Literatur immer mehr vorgezogen wird. Diese Zusatzbezeichnung erscheint meist in Formulierungen wie "hem-ef" (Transliteration: Hm=f), seine Majestät, und taucht auch in der Form "Hemef n neb-tauy", (hm n nwbty), Diener des Herrn der Zwei Länder auf.
Manetho war ein Tempelschreiber aus Sebennytos in Theben, Ägypten. Er schrieb um die Mitte des 3. Jahrhundert v. Chr. unter der Regierung von Ptolemaios I. auf Grund der Schriften der Ägypter in griechischer Sprache die Geschichte Ägyptens von den ältesten Zeiten an bis zur makedonischen Eroberung in drei Büchern (Aegyptiaca). Dieses Werk ist frühzeitig untergegangen, nur das Verzeichnis der Dynastien, ein Drittel der Königsnamen (Manetho-Namen) und einige Fragmente sind erhalten geblieben.
Ein Teil der Manetho-Namen (z.B. Amenophis aus Amenhotep - das letztere ist die ägyptologische Vokalisation) wird heute noch gebraucht A. H. Gardiner: Egyptian Grammar, Oxford 1957, S. 75-76, ISBN 0900416351 ; daneben auch die von Herodot (z.B. Cheops) überlieferten Namensformen.
Viele Forscher verwenden lieber diese gräzisierten Namen, da sie der Aussprache vielleicht näher kommen als die ägyptologische Vokalisation.
In der Frühzeit und im frühen Alten Reich besaß der Pharao vermutlich göttlichen Status; in der 5. Dynastie tritt hier ein offensichtlicher Ideologiewandel ein: Der Pharao galt nur noch als Sohn der Götter, zum Gott wurde er erst wieder nach seinem Tod. Erst viel später versuchten einzelne Pharaonen (Amenophis III., Ramses II.), sich wieder bereits zu Lebzeiten als Gott verehren zu lassen.
Thutmosis_III.jpgstatue des Thutmosis III. im ägyptischen Museum in Kairo]]
Es gibt vier Frauen, die nachgewiesenermaßen die Alleinherrschaft ausübten. Die bekannteste von ihnen ist Hatschepsut. Sie begann als Vormund für ihren Sohn und übte an seiner statt die Regentschaft aus; hierfür gibt es viele weitere Fälle, so z.B. die berühmte Kleopatra sowie die Mutter des Pepi II.
Es ist gesichert, dass die Große Königsgemahlin Teje Regierungsaufgaben wahr nahm, zuerst für ihren kranken Mann, später möglicherweise ebenfalls für ihren Sohn (Echnaton). In der 18. Dynastie wird in weiteren Fällen angenommen, dass Ehefrauen ihre Männer bei der Regierung unterstützten; das ist allerdings nicht gesichert.
Es besteht die Theorie, dass der mysteriöse Amarna-König Semenchkare in Wirklichkeit Nofretete ist, die diesen Namen als Thronnamen annahm. Diese These wird z.B. unterstützt von den Ägyptologen Christine El-Mahdy und Cyril Aldred.
Der Hannig Band 1 enthält: einen Wörterbuchteil, die Zeichenliste nach Gardiner, eine ausführliche Götterliste, pharaonische Namen (Horus., Nebti- und Goldhorusnname nur in Transliteration, nicht in Hieroglpyhen, und keiner übersetzt) sowie ein Verzeichnis von Länder- und Städtenamen und mehrere farbige Karten (lediglich in Hieroglyphen beschriftet).
Die Übersetzungen sind in vereinzelten Fällen sachlich falsch, in vielen Fällen zu oberflächlich. Für den ersten Gebrauch jedoch ausreichend.
Gardiner, Egyptian Grammar, 3rd Edition, University Press, Oxford, ISBN 0-9000-41635-1
Der Gardiner enthält eine ausführliche Zeichenliste, sowie eine Liste Ägyptisch-Englisch und Englisch-Ägyptisch. Dazu einen ausführlichen Grammatik-Teil. Um die Bedeutung einzelner Zeichen nachzuschlagen, ist der Gardiner ein Muss. Auf Seite 71-76 (Excurus A) wird die Titulatur der Pharaos erklärt.
Wörterbuch der ägyptischen Sprache, 5 Bände, Berlin Akademie-Verlag 1961.
Der Erman ist ein Faksimile-Druck einer Handschrift. Er enthält im Gegensatz zu Hannig viel mehr Informationen, z.B. wann bestimmte Schreibungen üblich waren oder Ähnliches. Zur Erstellung einer anständige Übersetzung ist der Hannig allein nicht ausreichend, die Verwendung des Erman ist unbedingt erforderlich.
Adelstitel | Ägyptologie | Pharao
Farao | Faraó | Farao | Pharaoh | Faraono | Faraón | Faarao | Pharaon | Ny Reeaghyn Eajiptagh | פרעה | Faraon | Fáraó | Firaun | Faraono di Egiptia | Faraone | ファラオ | Pharao | Faraonas | Farao | Farao | Faraon | Faraó | Фараон (титул) | Pharaoh | Faraon | Фараон | Farao | 法老