Als Fantastik bzw. (in alter Schreibweise) Phantastik bezeichnet man den Überbegriff für sämtliche künstlerische Ausdrucksformen, insbesondere aber der Literatur, in denen das Unheimliche, das Surreale, das Kontrafaktische, eben das Phantastische als Thema auftritt.
In der wissenschaftlichen Lehre wird vom Begriff des Phantastischen als dem künstlerischen und literarischen Darstellungsmittel und der Phantastik als der literarischen Gattung gesprochen. Diese Unterscheidung bedingt, dass nicht alle Literatur, welche phantastische Bestandteile enthält, auch zwingend der Literaturgattung der Phantastik zugerechnet werden kann.
Um einen Text der Phantastik zuzusprechen, muss das Phantastische die dominierende Rolle in der Gesamtkonzeption des Textes spielen. Dabei gehen die Definitionen des Phantastischen weit auseinander: Landläufig wird phantastisch meist gleichbedeutend mit unrealistisch oder unmöglich verwendet. In der literaturwissenschaftlichen Diskussion hat der Terminus teilweise aber eine viel eingeschränktere Bedeutung. Ausgehend vom bulgarischen Literaturtheoretiker Tzvetan Todorov wird Phantastik als das Moment der Unschlüssigkeit (l'hésitation) bezeichnet, wenn der Leser (und bisweilen auch der Protagonist) nicht entscheiden kann, ob die seltsamen Ereignisse der Handlung natürlichen oder übernatürlichen Ursprungs sind. Im ersten Fall spricht Todorov vom Unheimlichen, im zweiten vom Wunderbaren. Phantastik liegt gemäss Todorov nur dann vor, wenn die Unsicherheit bis zum Schluss der Erzählung (und darüber hinaus) anhält. Todorovs einflussreiches Modell, das in erster Linie von der Schauerliteratur des 19. Jahrhunderts im Stile von E. T. A. Hoffmann und Edgar Allan Poe ausgeht, ist für Deutschsprachige in hohem Maße kontraintuitiv und war und ist deshalb auch sehr umstritten.
Todorovs Modell hat sich auch nur innerhalb eines spezialisierten literaturwissenschaftlichen Diskurses etablieren können; das weite Verständnis von Phantastik ist heute ganz klar dominant. Insbesondere in der Literatur gilt Phantastik (in weitestem Sinne) als Sammelbegriff für viele Genres:
aber auch
werden im Allgemeinen der Phantastik als Genre zugerechnet.
Die Unterscheidung der Genres geht davon aus, dass die Dominanz des Phantastischen auf prinzipiell unterschiedliche Weise erreicht wird.
Wichtige Bergriffe in der Diskussion um Phantastik und Phantastisch sind auch die Begriffe des Wunderbaren, des Unheimlichen und der Fiktionalität.
Als bedeutende Begründer der modernen Phantastik zählen Edgar Allan Poe, Howard Phillips Lovecraft, Gustav Meyrink und auch Franz Kafka.
Zeitweilig bezeichnete man in der DDR auch die Werke der Science Fiction als Phantastik bzw. als Wissenschaftliche Phantastik.
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