Wildparkstation2.JPG
Der Karlsruher Sport Club Mühlburg-Phönix e. V. (KSC) ist der größte Sportverein der Stadt Karlsruhe. Neben der bekannten Fußballabteilung mit mehren Mannschaften gibt es eine Leichtathletik- und eine Boxabteilung. Im Fußball sind die Herren mit einer Profimannschaft derzeit (Stand: 2006) in der 2. Bundesliga und einer Amateurmannschaft in der Regionalliga aktiv, die Damen sind mit je einer Mannschaft in der 2. Bundesliga und der Oberliga vertreten. Die Spielstätte der Fußballer ist das Wildparkstadion mit Platz für 32.306 Zuschauer.
Geschichte
1894-1952
Am
6. Juni 1894 wurde von unzufriedenen Mitgliedern der
Karlsruher Turngemeinde der
Karlsruher FC Phönix gegründet. Nach dem Anschluss des
Karlsruher SC Alemannia im Jahre 1912 hieß der Verein fortan
KFC Phoenix (Phoenix Alemannia). Im
Zweiten Weltkrieg spielte der Verein ab 1943 gemeinsam mit
Germania Durlach als
Kriegssportgemeinschaft Phönix/Germania Karlsruhe.
Der zweite Vorgängerverein des KSC hat wiederum selbst mehrere Vorgängervereine. Im Jahre 1895 wurde der
1. FV Sport-Mühlburg gegründet. 1905 erfolgte die Gründung des
FC Mühlburg 1905, dem der
1. FV Sport-Mühlburg geschlossen beitrat. Dieser fusionierte am 28. Juli 1933 mit dem
VfB Karlsruhe zum
VfB Mühlburg. Die Spielstätte in der Honsellstraße wurde im Jahr 1942 vollständig zerstört. Die Anlage wird wieder aufgebaut und auch dem neu gegründeten KSC in den ersten drei Jahren eine Heimat bieten.
1909 konnte Phönix Karlsruhe erstmals die Südkreisliga gewinnen und später auch die Endrunde um die Süddeutsche Meisterschaft als Sieger beenden. In den Endrundenspielen besiegten die Karlsruher im Viertelfinale den FC Mönchengladbach und im Halbfinale den SC Erfurt und standen so erstmals im Finale. Dies gewannen die Badener in Breslau mit 4:2 gegen Viktoria 89 Berlin und wurden so erstmals Deutscher Meister. In der folgenden Saison besiegten die Karlsruher im Viertelfinale den VfB Leipzig, scheiterten dann aber im Halbfinale am Stadtrivalen Karlsruher FV. 1933 qualifizierte sich Phönix Karlsruhe für die neu gegründete Gauliga, damals höchste deutsche Spielklasse. Dort spielten sie mit einer Unterbrechung 1936/37 bis 1944 der Spielbetrieb kriegsbedingt eingestellt wurde.
1952-1963
Am
16. Oktober 1952 schloss sich
Phönix Karlsruhe mit dem
VfB Mühlburg zusammen und der Verein erhielt seinen heutigen Namen
Karlsruher SC von 1894 Mühlburg/Phönix e.V. Im allgemeinen Sprachgebrauch wird der Verein aber nur als
Karlsruher SC bezeichnet. Kurz nach der Fusion war der Karlsruher SC der größte deutsche Sportverein, was nicht zuletzt daran lag, dass alle Mitglieder freien Eintritt in das Wildparkstadion erhielten.
Nach der Fusion von Phönix Karlsruhe mit dem VfB Mühlburg 1952 avancierte der Karlsruher SC zu einem der stärksten Vereine der Oberliga Süd. 1955 konnten die Karlsruher erstmals den
DFB-Pokal gewinnen, nachdem sie im Finale den
FC Schalke 04 mit 3:2 besiegten. 1956 wurde der KSC erstmals Meister der Oberliga Süd und qualifizierte sich somit für die Endrunde um die Deutsche Meisterschaft. Nach dem Gruppensieg in der Endrundengruppe mit dem FC Schalke 04,
1. FC Kaiserslautern und
Hannover 96 standen die Karlsruher zum zweiten Mal nach 1909 im Finale. Dieses verloren sie jedoch gegen
Borussia Dortmund mit 2:4. Im selben Jahr verteidigten die Badener außerdem den DFB-Pokal nach einem 3:1 im Endspiel gegen den
Hamburger SV. 1958 und 1960 wurde der KSC noch zweimal Südmeister und verpasste das Endspiel um die Deutsche Meisterschaft als Gruppenzweiter beidesmal nur knapp.
1963-1986
1963 war der Karlsruher SC eines der 16 Gründungsmitglieder der
Bundesliga. Der KSC spielte dort in der Folgezeit immer gegen den Abstieg und konnte diesen 1965 nur vermeiden, da es aufgrund der Aufstockung der Bundesliga auf 18 Mannschaften keine Absteiger gab. 1968 stieg der Verein schließlich doch ab und spielte in den folgenden Jahren zweitklassig. Viermal scheiterte der KSC in der Bundesliga-Aufstiegsrunde, bevor der Aufstieg als Meister der neu gegründeten
2. Bundesliga im Jahr 1975 gelang. Bis Mitte der 80er Jahre war der KSC eine Fahrstuhlmannschaft und spielte jeweils sechs Jahre in der ersten und zweiten Bundesliga.
1986-1998
Nach der Verpflichtung von
Winfried Schäfer als neuem Trainer im Jahr 1986 begannen die erfolgreichsten zehn Jahre des Vereins in der jüngeren Geschichte. 1987 gelang dem KSC der erneute Aufstieg in die Bundesliga. Winfried Schäfer gelang es im Gegensatz zu seinen Vorgängern die Karlsruher in der Eliteklasse zu etablieren. Mit dem sechsten Rang 1993 qualifizierte sich der Verein erstmals für den
UEFA-Pokal und spielte dort eine herausragende Runde. In der zweiten Runde besiegten die Karlsruher nach einem 1:3 im Hinspiel den
FC Valencia mit 7:0. Dieses Spiel stellt bis heute einen absoluten Höhepunkt in der Vereinsgeschichte dar. Außerdem warf der KSC die renommierten Clubs
PSV Eindhoven,
Boavista Porto und
Girondins Bordeaux aus dem Wettbewerb und zogen somit in Halbfinale ein. Dort schieden die Karlsruher denkbar unglücklich gegen
Austria Salzburg nach zwei Unentschieden (0:0 und 1:1) nur aufgrund der
Auswärtstorregel aus. In den Folgejahren nahm der KSC noch zweimal (1996/97 und 1997/98) am Uefa-Cup teil und erreichte 1996 das DFB-Pokalfinale, welches gegen den 1. FC Kaiserslautern 0:1 verloren ging. Im selben Jahr gewann der Verein allerdings das Finale um den
UEFA Intertoto Cup gegen Standard Lüttich (3:1 nach 0:1 im Hinspiel) und sicherte sich somit doch noch die Teilnahme am UEFA-Pokal.
1998-heute
1998 begann der Niedergang des Karlsruher SC. Im März wurde Winfried Schäfer nach zwölf Jahren im Amt entlassen und am Ende der selben Saison stieg der Verein nach elf Jahren Zugehörigkeit aus der Bundesliga ab. Nach dem der Wiederaufstieg in der ersten Saison nicht gelang, stieg der KSC im Jahr 2000 nach einer desaströsen Spielzeit als Tabellenletzter der Zweiten Bundesliga in die Regionalliga ab und spielte somit erstmals drittklassig. Nach einem kompletten Neuaufbau der Mannschaft gelang die sofortige Rückkehr in die Zweite Bundesliga, wo der Karlsruher SC seither spielt.
Obwohl der Verein einst Millionen durch die Transfers von Topstars wie Mehmet Scholl (ca. 6,5 Mio. DM) und Oliver Kahn (der damals mit 5 Millionen DM teuerste Keeper der Bundesliga-Geschichte) einnahm, stand der finanzielle Kollaps durch Missmanagement kurz bevor. Dies war auch das Ende der Ära Roland Schmider, der die Geschicke des Clubs von 1974 bis 2000 in Händen hatte. Die glücklose Präsidentschaft von Dr. Detlef Dietrich (2000-2002) brachte den Club nicht voran. Einzig durch den Übergangspräsidenten und ehemaligen Oberbürgermeister von Karlsruhe, Prof. Dr. Gerhard Seiler, konnte die Insolvenz verhindert werden, da Seiler durch seine guten Verbindungen zur regionalen Politik und Wirtschaft den Club vor dem Aus rettete. Nachfolger von Prof. Dr. Seiler wurde der bis heute amtierende Präsident Hubert H. Raase, der mit seinem Vize-Präsidenten Rainer Schütterle (Ex-KSC-Profi) und Manager Rolf Dohmen den Club weiter saniert.
In der Saison 2003/04 wurde der Abstieg in die Regionalliga erst durch einen Sieg am letzten Spieltag gegen den Aufstiegsfavoriten Alemannia Aachen verhindert. Im darauf folgenden Spieljahr gelang der Klassenerhalt durch einen furiosen Schlussspurt erstmals seit dem Wiederaufstieg bereits vor dem letzten Spieltag. In der Saison 2005/06 spielte der Club erstmals seit Jahren wieder um den Aufstieg in die 1. Bundesliga mit und hatte bis zum letzten Spieltag eine Chance auf einen Aufstiegsplatz, schloss die Saison dann aber mit dem 6. Platz ab.
Ab der Spielzeit 2008/09 will der KSC in einem neuen und modernen Wildparkstadion, das nach dem Vorbild der Duisburger „Arena Wedau“ gestaltet werden soll, auf Punktejagd gehen.
Größte Erfolge
Nationalspieler
Folgende Spieler trugen während ihrer Zeit beim Karlsruher SC bzw. Phönix Karlsruhe das Trikot der
Deutschen Fußballnationalmannschaft:
Die Zahl in Klammern gibt die Länderspiele an, die die Spieler bei anderen Vereine absolviert haben.
Weitere bekannte Spieler
Trainer
Präsidium und Geschäftsführung
Sponsoren und Partner
- EnBW (Haupt- und Trikotsponsor)
- JAKO (Ausrüster)
Aktueller Kader
Weitere Fußballmannschaften
Weitere Abteilungen
Boxen
Am
7. Dezember 1959 wurde die Boxabteilung gegründet.
Seit der Gründung wurden zwei Titel bei Europameisterschaften und 20 bei nationalen Meisterschaften errungen.
Leichtathletik
Mitglieder des KSC gewannen mehrfach olympische Medaillen. U. a.
Heinz Fütterer,
Carl Kaufmann und
Heike Drechsler.
Weblinks
Deutscher Fußballverein | Karlsruhe | Sport (Baden-Württemberg)
Karlsruher SC | Karlsruher SC | Karlsruher SC | カールスルーエSC | Karlsruher SC | Karlsruher SC