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Ein Pflug ist ein landwirtschaftliches Gerät, das zum Umbrechen des Ackers (Pflügen) benutzt wird.
Bereits prähistorisch löste der Pflug Hacke, Spaten und Grabstock ab.
Die früheste Methode, den Boden aufzulockern, war vermutlich der noch heute in vielen Teilen der Welt verwendete Grabstock. Ein lockern des Erdreichs mit Hacke und Spaten erfolgte nur auf kleinen Flächen. Bereits vor 5.500 v. Chr. existierten in Europa einfache, zunächst von Menschen gezogene Hakenpflüge aus Holz. Mit den Linenbandkeramikern kam um 5.500 v. Chr. der von Ochsen mittels Joch und Geschirr gezogene Pflug auf. Die Hakenpfüge bestanden aus einem zugespitzten Holz, das den Boden aufriss und hatten weder Pflugschar, Sech, Wendebrett oder Räder. Solche Pflüge hielten sich in Mitteleuropa bis ins späte Mittelalter. Zunächst zogen nur Rinder, also Kühe oder Ochsen den Pflug. Später kamen Esel, Kamel oder Maultiere hinzu, letztlich übernahmen dies die leistungsfähigeren Pferde.
Im 4. Jahrhundert kam der Räderpflug auf, dieser konzentriert die Zugleistung des Tieres mehr auf das Aufbrechen des Bodens anstatt auf das Ziehen des schweren Gerätes. Die Verwendung von Pferden zum Pflügen wurde mit der Erfindung des Kummets wirklich effektiv, denn der noch bis zum 8. Jh. verwendete Hals- und Leibgurt beeinträchtigte die Atmung des Zugtieres und das danach gebräuchliche Stranggeschirr war auch nicht viel effektiver.
Eine wesentliche Verbesserung war die eiserne Pflugschar. Die Wirkungsweise des Pfluges verbesserte sich durch die Anbringung eines Streichbrettes (seit Pflüge aus Stahl gefertigt werden, Streichblech genannt), und des Messerseches enorm: Durch die Schneidwerkzeuge Schar und Sech wird der Erdstreifen herausgeschnitten und vom Streichblech gewendet. Der Bewuchs, auch ungewolltes Beikraut (sog. Unkraut), wird dadurch vergraben und es findet sich nur saubere Erde auf der Oberfläche. Bei manchen Konstruktionen findet man sogenannte Vorschneider oder Kolter. Diese(s) Messer schneiden/t in den Boden noch bevor die eigentliche Pflugschar in den Boden eindringt.
Gusseiserne (aber schmiedbare, nicht spröde) Pflugscharen (chin.: guan) mit scharfer Spitze, anschließendem Mittelsteg und zwecks Reibungsverminderung leicht aufwärts geneigten Seitenflügeln zum Abstreichen der Erde gab es in China bereits seit dem 3. Jahrhundert v. Chr. Schon zu dieser Zeit - vor der Zeitenwende - existierten in China vier Arten von Streichbrettern, die passgenau (d.h. ohne Reibung) in die Pflugschar übergingen und den Boden unterschiedlich wendeten und aufwarfen. Weiterhin konnte man an der Konstruktion die Tiefe einstellen, in der man die Erde pflügen wollte. Das Wissen um die Bauweise wurde im alten China von offizieller Seite verbreitet.
In Europa wurden Streichbretter erst im späten Mittelalter (zunächst aus Holz) eingeführt und danach bis ins 18. Jh. noch sehr primitiv gebaut, so dass man große Reibungsverluste hatte und mehr Zugtiere für die gleiche Arbeitsleistung benötigte (6-8 gegenüber 1-2 Ochsen in China). Erst im 18. Jh. begann mit dem Rotherham Plough ein ernsthaftes Umdenken, wahrscheinlich inspiriert durch die von den Niederländern aus China mitgebrachte Pflüge. Ein Pionier auf dem Gebiet war James Small (um 1730-1793), dessen Pflüge sich in England und Schottland (aber noch nicht in Deutschland) für 150 Jahre durchsetzten.
Landwirtschaftliches Gerät 2.JPG Zwischen 1824 und 1827 konstruierten die Brüder František (1796-1849) und Václav Veverka (1799-1849) aus Rybitví die ersten steilwendenden Sturzpflüge.
Der amerikanische Schmied John Deere 1837 erfand den ersten selbstreinigenden Stahlpflug (Stahl ist härter als Gusseisen) und legt damit das Fundament für sein Unternehmen Deere & Company, das heute der größte Landmaschinenhersteller der Welt ist.
Die von Pferden gezogenen Pflüge wurden unterschieden in:
Die Pflüge hatten ab dem Mittelalter hinten zwei Griffe (Sterzen), an denen der Pflüger den Pflug führen und bedingt auch lenken konnte. Normalerweise musste man den Pflug am Ende einer Furche mühselig herum heben. Für das Hin- und Zurückpflügen in eine Richtung braucht man einen Wendepflug.
Der Wanzleber Pflug ermöglichte das Tiefpflügen im Zuckerrübenanbau. Die wesentliche Neuerung war das an der hölzernen Grindel (einem Gestell) befestigte eiserne Streichblech. Nun wurde eine Furche von 12" (ca. 30,5 cm) Tiefe erreicht.
Pflüge für Tierzug werden bis heute noch in großer Stückzahl z.B. in Indien gefertigt.
Das Zeitalter des vollmechanisierten Pflügens begann in Europa ab etwa 1850 mit dem Dampfpflug, das waren Lokomobilen, die am Ende des Feldes aufgestellt wurden, um an Seilwinden den Pflug auf dem Feld hin- und herzuziehen. Da diese Lokomobilen zum direkten Ziehen des Pfluges auf den tiefgründigen Kulturböden in Europa zu schwer waren, kamen Traktoren, wie wir sie heute kennen erst mit Erfindung des leichteren Verbrennungsmotors auf.
1858 verlieh die britische Royal Agricultural Society (Königliche Landwirtschaftliche Gesellschaft) dem englischen Ingenieur John Fowler ein Preisgeld von 500 Pfund für einen Dampfpflug, das sie für einen wirtschaftlichen Ersatz von Pflug oder Spaten ausgelobt hatte.
Moderne Pflüge werden von Traktoren gezogen. Die ersten Pflüge hatten ursprünglich nur einen Pflugkörper, während die modernen Pflüge üblicherweise mehrfurchig sind.
Pflugbauart
Die Volldrehpflüge werden mit der Hydraulik (Öldruck) gedreht.
Im übertragenen Sinn wird der Begriff bei einem Schneepflug oder beim Schifahren für den früher angewendeten Pflugbogen verwendet (siehe Schwung (Ski))..
siehe auch: Kipppflug
Hellwig, Eberhardt, Landsberg, Rud. Sack, Ventzki,
Heutige Hersteller:
Eberhardt, Kuhn, Landsberg, Niemeyer, Rabe, Lemken GmbH, Pöttinger, Vogel & Noot, Kverneland, Frost,
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