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Die Voltigierdarbietung jeder Gruppe während eines Turniers ist in einen Pflicht- und einen Kürteil gegliedert. Der Schwierigkeitsgrad der einzelnen Übungen richtet sich dabei nach der Leistungsklasse. Klasse A bezeichnet dabei das höchste Niveau - Klasse D die Anfänger.

Klassenaufstieg


Der Aufstieg in die nächst höhere Klasse hängt von den Wertnoten während eines Turniers ab. Bei den Wertnoten drücken hohe Zahlen eine gute Leistung aus.

Dabei gelten als Regelungen:

  • Eine Voltigiergruppe, die bisher als D gestartet ist, muss im laufenden oder vergangenem Jahr 2 mal mindestens die Wertnote 5.0 erreicht haben, um zukünftig in Klasse C antreten zu können.
  • Analog dazu ist für einen Aufstieg nach B mindestens zweimal die Note 5.5
  • für einen Aufstieg in die höchste Gruppe A sogar mindestens zweimal die Wertnote 6.5 im laufenden oder letzten Jahr nötig.

Pflicht


Die Pflichtübung wird der Reihe nach von jedem Mitglied der Voltigiergruppe einzeln ausgeführt und von den üblicherweise drei Wertungsrichtern bewertet, die um den Voltigierzirkel verteilt jeweils zusammen mit einem Schriftführer sitzen. Die Übungen der A/B-Pflicht werden in zwei Blöcke eingeteilt und können folgendermaßen beschrieben werden:

1. Block

  • Aufgang
  • Fahne
    • Der Voltigierer kniet sich zunächst auf beide Unterschenkel, die Arme werden auf die Griffe gestützt. Aus dieser Position werden gleichzeitig der linke Arm und das rechte Bein ausgestreckt. Das Körpergewicht wird auf den rechten (stützenden) Arm und den linken (aufliegenden) Unterschenkel verteilt.
  • Mühle
    • 360°-Drehung im Sitzen in vier Phasen. Der Voltigierer sitzt vor dem Gurt mit Blickrichtung nach vorne. Nun nimmt er das rechte Bein möglichst hoch und gestreckt über den Gurt (der Oberkörper bleibt aufrecht) und dreht gleichzeitig den Oberkörper um 90° nach links, sodass er im Innensitz sitzt. Die Beine liegen dabei geschlossen am Pferd. Dieser Vorgang wird so oft wiederholt (von innen nach hinten, von hinten nach außen, von außen nach vorne), bis der Voltigierer seine Ausgangsposition wieder erreicht hat. Anschließend folgt der Abgang nach innen.

2. Block

  • Schere
    • 1. Teil zum Rückwärtssitz
      • Der Voltigierer holt aus dem Sitzen mit den Beinen Schwung, indem er diese nach vorne streckt. Direkt anschließend schwingt er die Beine gestreckt nach hinten. Der Oberkörper geht gleichzeitig nach vorne, der Voltigierer stützt sich auf die Arme, ideal wäre es hier sich in den Handstand heraus zustützen. Im höchsten Punkt werden die Beine so aneinander vorbei genommen (geschert), dass der Voltigierer bei der Landung auf dem Pferd rückwärts weich einsitzt.
    • 2. Teil zum Vorwärtssitz
      • Der Voltigieren hebt das Gesäß und setzt es wieder ab und holt somit Schwung, dass alles muss sehr schnell gehen. Dann schwingt er die Beine über den Pferde rücken und hebt den Po mit an. Am höchsten Punkt wird wieder geschert und vorwärst weich eingesessen.
  • Stehen
    • Der Voltigierer kniet sich zunächst kurz auf beide Unterschenkel und stellt sich dann gleichzeitig auf beide Füße. Dann richtet er den Oberkörper auf, die Arme werden dabei in die Seithalte genommen. Der Voltigierer muss die Bewegungen des Pferdes in den Knien abfedern, Oberkörper und Arme sollen ruhig gehalten werden.
  • Flanke
    • 1. Teil zum Innensitz
      • Der Voltigierer holt wie bei der Schere Schwung und stützt sich nach oben heraus, im ideal Fall bis in den Handstand. Im höchsten Punkt wird die Hüfte abgeknickt, die Beine sind dabei geschlossen. Der Voltigierer landet weich mit geschlossenen Beinen im Innensitz.
    • 2. Teil nach außen ab
      • Der Voltigierer nimmt mit beiden Beinen nach vorne Schwung und stützt sich nach außen weg. Die Landung neben dem Pferd wird in den Knien möglichst weich nach oben heraus abgefedert.

Kür


In der Kür, die in A/B fünf Minuten und in C und D vier Minuten dauern darf, turnen die Teilnehmer dann gemeinsam Übungen auf dem Pferd. In den Leistungsklassen A bis C sind dabei bis zu drei Personen gleichzeitig auf dem Pferd. In den unteren Klassen sind es maximal zwei. Bei der Kür geht es nicht nur um gute Ausführung, sondern auch um Gestaltung und Ausdruck. Die Gruppen denken sich gemeinsam mit ihrem Trainer meist jedes Jahr eine neue Kür mit dazu passender Musik und Armbewegungen aus. Beim Aufbau der Übungen ist Raum für viel Kreativität: ob im Stehen, Knien, Sitzen, vorwärts oder rückwärts, gerollt oder gehalten, Hauptsache, die Übungen sind sicher und niemand fällt vom Pferd. Hier ist Vertrauen zwischen den Voltigierern das Allerwichtigste.

Die Teilnehmer einer Voltigiergruppe, die in ihrer überwiegenden Mehrzahl aus jungen Frauen und Mädchen bestehen, sind bewusst in unterschiedlichem Alter und damit auch in unterschiedlicher Größe und mit verschiedenem Gewicht gewählt. So sind die jüngsten der Gruppe - nicht selten gerade mal 7 Jahre - "Obermänner" und werden von den "Untermännern" gehoben und gehalten.

Bis vor kurzem bestand für das Gruppenvoltigieren eine Altersgrenze, die im Laufe der Jahre von 16 auf 21 Jahre angehoben wurde, inzwischen jedoch fast vollständig aufgehoben ist. In A und B Gruppen dürfen nun auch Jugendliche über 21 voltigieren, jedoch nicht mehr als 4 in einer Gruppe, die bereits auf internationalen Turnieren gestartet sind. Für die anderen Gruppen gilt weiterhin die Altersbeschränkung bis 18.

Übersicht


In der folgenden Übersicht sind einige Abläufe für die Pflicht - gestaffelt nach Leistungsklassen - aufgeführt:

Leistungsklasse A & B

  1. Aufsprung
    • Fahne (Arm und Bein gleichzeitig)
    • Mühle
    • Abgang nach innen
  2. Aufsprung
    • Schere
    • Stehen
    • Flanke

Leistungsklasse C

  1. Aufsprung
    • Grundsitz vorwärts
    • halbe Mühle (4er Takt) daraus
    • Stützschwung rückwärts (mit Hüftbreiten Beinen)
    • daraus Abgang nach innen
  2. Aufsprung
    • C-Fahne (Bein und Arm nacheinander)
    • Stehen
    • Stützschwung vorwärts(Beine geschlossen (seit 2006 geändert))
    • Wende nach außen

Leistungsklasse D

  1. Aufsprung
    • Grundsitz
    • D-Fahne (nur mit Bein) daraus
    • Liegestütz (mit Einbücken zum Sitz)
    • Abgang nach außen
  2. . Aufsprung
    • Quersitz innen/Quersitz außen (dabei jeweils 4 Galoppsprünge sitzen) und Arm austsrecken
    • freies Knien
    • Wende nach innen

Danach folgt jeweils die Kür.

Pferdesport

 

This article is licensed under the GNU Free Documentation License. It uses material from the "Pflicht- und Kürübungen beim Voltigieren".

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