Auch im Kontext der professionellen, prozessorientierten Pflege wird von Diagnostik gesprochen. Pflegephänomene werden somit auch als Pflegediagnosen bezeichnet.
Zu dieser Frage gibt es viele Antworten aus den verschiedensten Lagern.
Eine der Ersten war von McManus (1951):
Laut NANDA (1999):
Nach Abderhalden (1995):
Fischer definiert etwas pragmatischer.
Mortensen sagt:
European Nursing Care Pathway (ENP):
Die Pflegeplanung geht zurück auf die 50er Jahre des letzten Jahrhunderts. In den USA erschienen ab 1960 die ersten Artikel über Pflegeplanung in Fachzeitschriften. Die Einführung erfolgte ab etwa 1970. Die Idee kam dann nach Großbritannien, wo die Methode den dortigen Verhältnissen angepasst wurde. Die Einführung in den USA und Großbritannien erfolgte, weil die Pflegekräfte die Pflegeplanung als Methode zur Qualitätssteigerung sahen. In den USA wurde die Pflegeplanung auch als Instrument gesehen, dem Beruf mehr Ansehen zu bringen.
Die Pflegeplanung wurde durch das Erscheinen des Buches Pflegeplanung von Fiechter und Meier (1981) vorangetrieben. Bereits in den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts wurde das Modell der Pflegediagnosen von verschiedenen Autoren verwendet. Wie oben beschrieben, erfolgte die Implementierung erst etwa 20 Jahre später, bereits 1967 wurde von Helen Yura und Mary Walsh das erste Buch über die Pflegeplanung und dem Pflegeprozess in 4 Stufen (Einschätzen, Planen, Umsetzen, Auswerten) herausgegeben.
1973 erfolgte die erste Konferenz der American Nursing Association (ANA). Es wurden die Standards of Nursing Practice herausgegeben. Pflegediagnosen wurden als autonomer Teil der Krankenpflege anerkannt. Ab dieser Zeit kommen die Pflegediagnosen oft in der Literatur zur Krankenpflege vor. 1982 wird die NANDA offiziell gegründet und eine Taxonomie empfohlen. In der Zwischenzeit hat sich auch der Pflegeprozess etwas differenziert, in jetzt 5 Stufen: Einschätzung (Assessement) -> Pflegediagnose -> Planung -> Umsetzung -> Auswertung. In den frühen 90er Jahren des letzten Jahrhunderts entstanden auch europäische Bestrebungen Pflegediagnosentaxonomien zu entwickeln. Die ENDA, ACENDIO, DIHNR -> TELENURSE, ICNP, ICF (ICIDH), ISO.
Langsam setzt sich auch in Deutschland die Erkenntnis durch, dass dem Schritt Assessment mehr Aufmerksamkeit gewidmet werden muss als bisher (z.B. Bartholomeyczik, Hunstein et al. 2006), denn eine strukturierte Diagnostik setzt den Einsatz strukturierter Assessmentinstrumente und/oder Screeningverfahren voraus. Diese müssen, genauso wie in der Medizin, speziell für das jeweilige Einsatzgebiet entwickelt worden sein. Für den Bereich der akutstationären Versorgung ist hier z.B. das ergebnisorientierte PflegeAssessment AcuteCare (ePA-AC) zu nennen, für die Rehabilitation der Functional Independence Measure (FIM) und für den Langzeitpflegebereich das Resident Assessmenent Instrument (RAI).
Im deutschsprachigen Raum werden überwiegend drei Klassifikationen von Pflegediagnosen oder -phänomenen verwendet, jene der nordamerikanischen NANDA, jener des International Council of Nurses (ICN), die sog. ICNP und European Nursing Care Pathway (ENP).
Die Klassifikationen verwenden unterschiedliche Taxonomien, wobei die ICNP sich allerdings als Referenzklassifikation versteht und in diesem Sinne andere Systeme zu integrieren versucht.
Es existieren international noch weitere Klassifikationen, die sich aber nicht wirklich durchsetzen konnten. Erwähnenswert ist allenfalls SABA, das speziell für den Bereich der häuslichen Pflege entwickelt wurde.
Allerdings hat sich die NANDA vor einiger Zeit mit der Klassifikation der Nursing Outcomes (NOC) und mit den Nursing Interventions Classification (NIC) verlinkt.
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"Pflegerische Diagnostik".
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