| Wissenschaftlicher Name
|
| Paeonia officinalis
|
| L.
|
Die
Gemeine Pfingstrose (
Paeonia officinalis), auch
Benediktinerrose,
Echte Pfingstrose,
Bauern-Pfingstrose,
Garten-Pfingstrose,
Knopfrose,
Kirchenrose,
Kirchenblume,
Buerrose,
Pumpelrose,
Gichtrose,
Ballerose und
Pfaffarose genannt, ist eine
mehrjährige krautige Pflanze aus der
Gattung der
Pfingstrosen (
Paeonia) und der
Familie der
Pfingstrosengewächse (Paeoniaceae).
Namensgebung
Ihre botanische Bezeichnung leitet sich von
Paieon ab, einem der ältesten Heilgötter des antiken
Griechenlands. Paieon heilte den von
Herakles verwundeten Hades, den Gott der Unterwelt, mit Päonienwurzeln.
Beschreibung
Die Sorte
Paeonia officinalis cv. 'Rubra Plena' wird ca. 40 bis 60 cm hoch. Die Blüten sind korallenrot, gefüllt und ca. 7-13 cm groß mit 5-10 eiförmigen Kronblättern. Die Pfingstrose besitzt zahlreiche gelbe Staubblätter, die an ihrer Basis zu einem fleischigen Ring verwachsen, der
Nektar absondert (im Unterschied zu den
Hahnenfußgewächsen).
Besonderheiten
Mit 3,6 Millionen besitzt die Pfingstrose die höchste bekannte Pollenzahl je Blüte.
Die Pfingstrose tauchte in den Kräuterbüchern des Mittelalters immer wieder auf. Da sie von den Benediktinern über die Alpen gebracht wurde, bekam sie auch den Namen "Benediktinerrose". Von den Klostergärten fand sie rasch den Weg in die Bauerngärten.
Im Spätmittelalter entstand die gefüllte Form der "Paeonia officinalis". In der christlichen Symbolik stand sie für Reichtum, Heilung, weibliche Schönheit und galt als "Rose ohne Dorn".
Heilwirkung
Schon
Theophrast,
Plinius und
Dioskurides vertrauten auf die medizinische Wirkung der Pfingstrose. Wie viele andere Heilkräuter wurden Päonien im
Mittelalter in den Klostergärten kultiviert. Von hier aus gelangten sie auch in die Bauerngärten. Heute werden das Rhizom, die Samen und vor allem die Blütenblätter der Pfingstrose gegen
Gicht eingesetzt, daher auch die Bezeichnung Gichtrose. Theophrast hat übrigens empfohlen, die heilkräftigen Früchte der weißen Pfingstrose bei Nacht zu sammeln. Bei Tage könnte man vom Specht gesehen werden und das Augenlicht verlieren.
Bis ins 19 Jahrhundert hinein wurde die Pfingstrose als Mittel gegen
Epilepsie eingesetzt.
Die Samen der Pfingstrosen wurden auf Ketten aufgereiht und zahnenden Kleinkindern zum Kauen gegeben. In Bayern nannte man die Samen deshalb auch Appoloniakörner – zu Ehren der Heiligen Appolonia, der Patronin der Zahnleidenden.
Heutzutage in China großflächiger Anbau zur Gewinnung des Mudan pi, einem wichtigen Stoff der chinesischen Heilkunst, dafür auf Hunderten Hektar Anbau der Sorte Fen Dan Bai (Hybride von Paeonia ostii).
In Europa Import von Päonienwurzeln im großen Stil durch die Pharma-Industrie aus Ost-Europa und Vorderasien, wo Naturstandorte radikal geplündert werden.
Sonstiges
Die Pfingstrose ist auch eine beliebte Gartenpflanze.
Bilder
Bild:Pfingstrose.jpg|Pfingstrose
Bild:PfingstroseinvollerBlüte.jpg|Pfingstrose in voller Blüte Ende Mai
Bild:Pfingstrosedyfa2006.jpg|Blühende Pfingstrose Mitte Juni
Gedicht von Eichendorff
Die Päonie ist auch Sujet eines Gedichts von
Joseph Freiherr von Eichendorff:
- Kaiserkron und Päonien rot,
- Die müssen verzaubert sein,
- Denn Vater und Mutter sind lange tot,
- Was blühn sie hier so allein?
...
Weblinks
}}
Literatur
- Jane Fearnley-Wittingstall: Päonien. Die kaiserliche Blume
Pfingstrosengewächse | Heilpflanze
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