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Pferderennen sind seit Jahrhunderten eine beliebte Freizeitbeschäftigung des Menschen, die lange Zeit auch sehr prestigeträchtig war, da sich nur reiche Menschen den Luxus eines nur für Rennen gezüchteten Pferdes leisten konnten. Der Rennsport nahm dabei jedoch auch erheblichen Einfluss auf die Pferdezucht. Sowohl das Englische Vollblut als auch der Traber verdanken ihre Zucht den Erfordernissen der Rennbahn. Außerdem verführten die Wetteinsätze bereits früh zum Einsatz unerlaubter Mittel, was dazu führte, dass im Pferderennsport die unrühmliche Erfindung des Dopings gemacht wurde.

Flachrennen


Beim Flachrennen führt die Rennstrecke durch hindernisfreies Gelände – meist eine spezielle Pferderennbahn -, das Steigungen aufweisen kann, aber keine Sprünge erforderlich macht. Eins der berühmtesten und umstrittensten Flachrennen, das nicht in einer speziellen Pferderennbahn abgehalten wird, ist das Palio von Siena. Für Bahnrennen variieren die Distanzen zwischen 1000 m (Fliegerrennen) und 4800 m (Steherrennen).

Galopprennen

Horse-racing-4.jpg-Riem]] Alle Gangarten sind erlaubt. Einziges Ziel ist es, ohne den anderen regelwidrig zu behindern, möglichst schnell vom Start zum Ziel zu gelangen. Da der Galopp die schnellste Fortbewegungsmöglichkeit des gerittenen Pferdes ist, werden diese Rennen immer im Galopp zurückgelegt.

Trabrennen

Es ist nur die Gangart Trab erlaubt. Pferde, die in Galopp verfallen (fachlich: „springen“, „anspringen“), werden disqualifiziert. Für den Fahrer wird dies als „Disqualifikation rot“ durchgesagt. Aber auch die Gangart Pass wird von der Rennleitung oder dem Zielrichter geahndet, in diesem Fall wird „Disqualifikation blau“ bekannt gegeben. Diese Rennen werden in Deutschland und Österreich mittlerweile nicht nur im Sulky gefahren, sondern auch vermehrt geritten. Im französischen Rennsport ist das Trabreiten (courses au trot monté) seit langem üblich.

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  • Distanzen: 1600 m, 1.760 m, 1.900 m, 2.100 m, 2.300 m
  • Startmethoden: Bänderstart, Autostart, fliegender Start
  • Trabrennbahnen Deutschland: Berlin-Mariendorf, Berlin-Karlshorst, Dinslaken, Elmshorn, Gelsenkirchen, Hamburg-Bahrenfeld, Mönchengladbach, Mühldorf, München-Daglfing, Pfaffenhofen, Pfarrkirchen, Recklinghausen, Straubing
  • Trabrennbahnen Österreich: Wien Krieau, Baden bei Wien, Wels, Ebreichsdorf, Edelhof, Wildon

Die Ausrüstung eines Trabers besteht aus vielen Utensilien. Das Geschirr besteht aus Brustblatt, Bauchgurt und Schweifriemen. Die Renntrense ist mit einem Scheck ausgestattet, der den Pferdekopf hoch hält und dem Pferd mehr Trabsicherheit bietet. Im Rennen werden zusätzlich weitere Hilfsmittel wie Martingal, Gummi-boots oder Gamaschen benutzt, die zu mehr Trabsicherheit, Geschwindigkeit und Erhaltung der Gesundheit des Pferdes führen sollen.

Töltrennen

Es ist nur die Gangart Tölt erlaubt, eine Viertaktgangart in acht Phasen. Bei einem Töltrennen werden nur die Pferde gewertet, die einen taktklaren Tölt gezeigt haben, die anderen werden disqualifiziert.

Passrennen

Es ist nur die Gangart Pass erlaubt, bei der die Pferdebeine nicht wie im Trab diagonal gesetzt werden, sondern in einer Linie den Boden berühren. (Bsp.: rechtes Hinter- und Vorderbein werden gleichzeitig bewegt, das linke Hinter- und Vorderbein bleibt dabei am Boden)

Aufgewichtsrennen

Beim Aufgewichtsrennen werden dem Pferd abhängig von Alter, Geschlecht und bisherigem Erfolg Gewichte zugeordnet, die es beim Rennen zu tragen hat.

Ausgleichsrennen

Beim Ausgleichsrennen werden den Pferden vom Ausgleicher (engl. Handicapper) gemäß ihrer vorherigen Leistungen Gewichte zugeordnet, die sie im Rennen zu tragen haben, um ein möglichst homogenes Feld zu erreichen. Es gibt in Flachrennen Ausgleich I (sehr gute), Ausgleich II (gute), Ausgleich III (durchschnittliche) und Ausgleich IV (geringere Klassen), in Hindernisrennen Ausgleich G (gute), Ausgleich M (mittlere) und Ausgleich U (untere Klassen).

Der derzeit höchstdotierte Ausgleich II in Deutschland ist der „Wenatex-Pokal“ in München-Riem (Stand: August 2005). Die Gesamtdotation beträgt 15.000 Euro.

Gruppenrennen

Das Gruppenrennen (auch Grupperennen) ist eine Form des Aufgewichtsrennen, das einer internationalen Klassifizierung unterliegt. Es gibt die Gruppen I bis III. Der Gruppe I sind dabei die höchstwertigen Rennen zugeordnet. Das vom Pferd zu tragende Gewicht ergibt sich aus seinem Alter und Geschlecht, aber auch aus seinen bisherigen Erfolgen. So tragen Pferde, die zuvor schon ein Gruppe I-Rennen gewonnen haben, ein höheres Gewicht als Gruppe II-Sieger u.s.w. Ein Pferd, das ein Gruppe I-Rennen in Frankreich gewonnen hat, bekommt dabei das gleiche Aufgewicht wie ein Pferd, das ein Gruppe I-Rennen in Deutschland gewonnen hat. Als einziger Rennverein in Deutschland hat Köln mit den Rennen Rheinlandpokal und Preis von Europa zwei Gruppenrennen der Gruppe I im Programm.

Klassische Rennen

Klassische Rennen sind Zuchtrennen für dreijährige Pferde. Dazu zählen:

  • das Derby, das wichtigste Rennen für dreijährige Pferde. Ein Derby (Distanz: 1 1/2 engl.Meilen ca. 2.414 m) wird in fast jedem Land der Erde ausgetragen. Namensabweichungen: USA: Kentucky Derby; Frankreich: Prix du Jockey Club.
  • die 1000 Guineas, ein Meilenrennen, ausschließlich für Stuten. In Deutschland auch Henkel-Rennen genannt.
  • die 2000 Guineas, ein Meilenrennen, für Hengste und Stuten. In Deutschland auch Mehl-Mülhens-Rennen genannt.
  • die Diana, das „Stutenderby“, benannt nach dem franz. Prix de Diane. Englisch „The Oaks“.
  • das St. Leger, in der Regel der zuletzt ausgetragene Klassiker über eine Steherdistanz von 1 3/4 Meilen, ca. 2.800 Meter; das St.Leger ist das älteste der Klassischen Rennen (seit 1776)

Verkaufsrennen

Verkaufsrennen sind Hindernis- oder Flachrennen, bei denen die teilnehmenden Pferde zum Verkauf stehen. Das vom Pferd zu tragende Gewicht ergibt sich aus Alter und Geschlecht des Pferdes und aus dem so genannten Einsatzpreis, also dem Betrag, den der Besitzer des Pferdes als Mindestkaufpreis festlegt. Nach dem Rennen findet dann eine Versteigerung des Siegers statt. Wenn dem Verkäufer das Höchstgebot nicht von ausreichender Höhe ist, bietet er selbst mit und ersteigert das Pferd womöglich selbst. Man nennt dies „Rückkauf“.

Zuchtrennen

Zuchtrennen sind Hindernis- oder Flachrennen in denen nur Hengste bzw. Stuten eines Jahrgangs gegeneinander antreten. Pferde gleichen Alters tragen das gleiche Gewicht, Stuten 2 kg weniger als Hengste (Stutenerlaubnis).

Hindernisrennen


Jagdrennen

Jagdrennen.jpg Jagdrennen führen bei einer Distanz von 3000 bis 7200 m über feste Hindernisse. Insbesondere Rennen wie das englische Grand National oder das Velká Pardubická sind stark in Verruf gekommen, da teilweise Pferde zum Einsatz kommen, die weder von ihren Möglichkeiten noch von ihrer Kondition her auf eine Rennbahn gehören. Daraus resultiert bei festen Hindernissen ein hohes Verletzungsrisiko für Pferd und Reiter. Diese Rennen gehen daher regelmäßig mit Protest von Tierschützern einher. Von 1997 bis 2003 starben bei diesen Rennen fast 30 Pferde. Trotz mittlerweile verringerter Teilnehmerzahl, Notausgängen für reiterlose Pferde, und entschärften Hindernissen mussten auch 2003 noch zwei Pferde aufgrund schwerer Stürze eingeschläfert werden.

Steeplechase – der englische Begriff für Jagdrennen – heißt wörtlich übersetzt Kirchturmrennen, denn ursprünglich wurden diese Rennen querfeldein von einem Kirchturm zum nächsten ausgetragen, wobei es galt auf dem Weg dorthin verschiedene Hindernisse zu überspringen. Eines der ersten dokumentierten Steeplechaserennen fand 1752 im irischen County Cork statt. Dabei traten nur zwei Reiter gegeneinander an, Cornelius O'Callaghan und Edmund Blake. Das Rennen ging über eine viereinhalb Meilen lange Strecke zwischen der St. John's Church in Buttevant und der St. Mary's Church in Doneraile.

Cross Country

Cross Country Rennen führen, quer durch ein Gelände mit all seinen natürlichen Hindernissen: Hecken, liegende Bäume, Teiche, Wälle. Das wohl bekannteste und bedeutendste Cross Country in Deutschland ist das Hamburger Spring-Derby.

Hürdenrennen

Im Gegensatz zu Jagdrennen führen Hürdenrennen über bewegliche Hindernisse, die für Pferd und Reiter ein erheblich geringeres Verletzungsrisiko bergen. Sie gehen über Distanzen von 2200 bis 3400 m.

Skikjöring

Das Skikjöring – nicht zu verwechseln mit Skijöring, bei dem im Unterschied zum Original Reiter auf den Pferden sitzen, die den Skifahrer ziehen – ist ein Pferderennen, bei dem ein Skifahrer von einem reiterlosen Pferd gezogen wird. Sehr bekannt ist das Skikjöring-Rennen, das alljährlich im Rahmen des Meetings von St. Moritz in der Schweiz ausgetragen wird. Dabei werden Skifahrer von unberittenen Vollblütern mit einer Geschwindigkeit von bis zu 50 oder 55 km/h über eine Piste aus Schnee und Eis gezogen. Die Fahrer schützen sich dabei mit speziellen Ausrüstungen, ähnlich denen von Eishockeyspielern, gegen die von den Pferdehufen aufgewirbelten Schnee- und Eisbrocken. Skikjöring stammt vom norwegischen snøre kjøring ('Schnurfahren'), weil die Fahrer nur durch zwei Leinen mit ihren Pferden verbunden sind.

Bekannte Rennpferde


Das vielleicht bekannteste Rennpferd der Geschichte ist der Hengst Eclipse aus England. Er wurde 1764 geboren und gehörte Lord Cumberland. In seinem ganzen Leben soll er kein einziges Rennen verloren haben. Heute ist ein sehr renommiertes Gruppe-I-Rennen in England nach ihm benannt, die Eclipse Stakes.

Weltweite Bekanntheit erlangte das amerikanische Rennpferd Seabiscuit, besonders durch die Verfilmung seiner Geschichte im Jahre 2003.

Citation war das erste US-amerikanische Rennpferd, das mehr als 1 Million $ an Preisgeldern gewann. Besonders 1948 war es sehr erfolgreich und das 8. Pferd, das den Triple Crown gewann. Es steht auf der vom Blood Horse Magazine erstellten Liste der wichtigsten amerikanischen Rennpferde des 20. Jahrhunderts an 3. Stelle.

Das berühmteste australische Rennpferd ist das sagenumwobene „Wunderpferd“ namens Phar Lap (1926–1932), über das 1984 auch der Spielfilm Phar Lap – Legende einer Nation gedreht wurde.

Pferdewetten


Ein Großteil der Veranstaltungskosten und Preise im Pferderennsport wird durch die Wettleidenschaft der Besucher am Schauplatz selbst und der Wetter bei den Buchmachern getragen. Hauptsächlich existieren drei verschiedene Wettarten, deren Quoten dann am Totalisator ermittelt werden. Bei den meisten Pferderennen wettet man auf
  • Sieg: den späteren Sieger des Rennens
  • Platz: das Pferd muss Erster, Zweiter oder Dritter werden, bei weniger als acht Startern Erster oder Zweiter
  • Einlauf (auch Zweier-Wette): die richtige Reihenfolge der einlaufenden Pferde vom Ersten bis zum Zweiten oder gar zum Dritten, muss vorhergesagt werden

Weitere Wettmöglichkeiten sind

  • Dreier-Wette: die ersten drei Plätze müssen in richtiger Reihenfolge vorhergesagt werden
  • Vierer-Wette: die ersten vier Plätze müssen in richtiger Reihenfolge vorhergesagt werden
  • Platzzwilling: man sagt 2 Pferde voraus, die in beliebiger Reihenfolge beide unter die ersten 3 Plätze kommen müssen
  • Finish-Wette: die Sieger der letzten drei Rennen des Tages müssen vorhergesagt werden
  • TOP-6-Wette: die Sieger von sechs Rennen des Tages müssen vorhergesagt werden

Siehe auch


Aufgalopp, Galopprennbahn, Klasse A Rennen, Reitsport

Literatur


  • Ina Dietzsch (Hrsg.): Vergnügen in der Krise. Der Berliner Trabrennsport zwischen Alltag und Event. Panama-Verlag, Berlin 2005, ISBN 3-938714-00-X

Weblinks


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