Peugeot 403 front.jpg Peugeot * ist ein französischer Fahrzeughersteller und zudem eine der ältesten noch existierenden Automarken; zusammen mit Citroën ist Peugeot Teil der PSA-Gruppe. Peugeot hat seine größten Fabriken in Sochaux in der Franche-Comté nahe Belfort. Weitere Werke befinden sich in Tschechien (107-Produktion) und Spanien (Teile der 206-Produktion).
Peugeot stellt neben Fahrzeugen unter anderem auch Fahrräder, Motorroller, Heimwerkermaschinen, Mahlwerke für die Bauindustrie und Gewürzmühlen her.
In Deutschland hat Peugeot seit 1936 seinen Sitz in Saarbrücken, nahe der französischen Grenze. 1967 wurde die Peugeot Deutschland GmbH gegründet.
Seit Beginn der Serienproduktion 1891 wurden weltwelt über 40 Millionen Fahrzeuge hergestellt. Europaweit gehört die Marke Peugeot zu den meist verkauften Personenkraftwagen.
1889 ließ Armand Peugeot das erste Fahrzeug, das sogenannte Serpollet-Dreirad bauen, es wurde mit Dampf angetrieben. Erst mit dem Wechsel zu Typ 2 wurde der Wechsel auf Benzinmotoren vollzogen, die allerdings von der Daimler-Motoren-Gesellschaft kamen. Im Jahre 1896 gründete er das Unternehmen Société Anonyme des Automobiles Peugeot. Dieses Unternehmen hatte zwei Firmensitze, einen in Audincourt und einen in Lille. Bereits 1900 wurden 500 Fahrzeuge und 20.000 Fahrräder hergestellt. Bis zum Jahr 1910 gab es noch zwei konkurrierende Peugeot-Marken: Automobiles Peugeot mit dem Werk in Audincourt und Lille sowie Lions Peugeot in Beaulieu. Beide Unternehmen schlossen sich dann zur Société des Automobiles et Cycles Peugeot zusammen.
Im Jahr 1912 wurde in Sochaux ein weiteres Werk gebaut. Ursprünglich wurden hier LKW produziert; 1925 wurde das Werk Sochaux zum Hauptsitz der PKW-Produktion. Durch den Ersten Weltkrieg und die allgemeine Mobilmachung wurden viele Fabriken, so auch Peugeot, gezwungen, ihre Einrichtungen für Kriegszwecke einzusetzen, was dazu führte, dass keine neuen Projekte mehr durchgeführt wurden.
1929 wurden auf der Messe in Paris das Modell 201 vorgestellt. Dieses Modell, welches bis 1936 insgesamt 140.000 mal produziert wurde, erwies sich als besonders erfolgreich und bescherte Peugeot eine bessere Finanzlage und trug wesentlich zum guten Ruf als Autohersteller bei. Der 201 war übrigens das erste PKW mit der später patentierten Ziffer-Null-Ziffer Bezeichnung, die bis heute gültig ist.
Nach dem Zweiten Weltkrieg begann der Wiederaufbau, indem man die technische Ausrüstung und maschinelle Anlagen neu strukturierte. Das neue Modell 203 wurde ab 1948 sofort zum Erfolgsmodell. 1955 wurde mit dem 403 der erste massenproduzierte Peugeot vorgestellt, der mit einem Dieselmotor ausgerüstet war. Gleichzeitig war der 403 das erste vom italiensischen Designer Pininfarina entworfene Fahrzeug.
Das im Jahr 1960 eingeführte Modell 404 war in ganz Europa wie auch im französischsprachigen Teil Afrikas ein großer Erfolg. Der 404 war vor allem als Taxifahrzeug in diesen Ländern sehr verbreitet. Die stetige Expansion von Peugeot führte 1965 dazu, dass die Holding Peugeot S.A. gegründet wurde, welche die verschiedenen Gesellschaften der Firmengruppe kontrolliert. Im selben Jahr wurde der Industriestandort Mulhouse errichtet.
1974 wurde Peugeot Mehrheitsaktionär bei Citroën. Zwei Jahre später war die Fusion perfekt und die PSA-Gruppe entstand. Im Jahre 1978 kaufte PSA dann die europäischen Töchter von Chrysler, mit den Marken Chrysler-Simca, Simca, Sunbeam und Matra-Simca auf. Da man den Chrysler-Namen nicht länger benutzen durfte, wollte man der neuen Tochtergesellschaft zuerst wieder den Namen Simca zurückgeben, aber Marketingexperten rieten davon ab, da die Marke zusehr an Chrysler haftet. Man fand in der sogenannten Schublade, den Markennamen Talbot ( Die von Simca 1959 aufgekauft wurde) und ab 1979 hieß die neue Tochter dann Talbot.
Da sich die Übernahme von Talbot als sehr schwierig erwies und mit sehr hohe Kosten verbunden war, legte man den Vertrieb und die Verwaltung von Peugeot und Talbot 1980 zusammen. Bis zum Erscheinen des Peugeot 205 1983.schrieb der PSA Konzern weiter rote Zahlen, die durch Streiks vor allem bei Talbot und Citröen begünstigt wurden. Mit erscheinen des Peugeot 205 ging es bei Peugeot dann wieder bergauf, nur bei Talbot ging es weiter bergab und schließlich gab man dann die Marke 1986 ganz auf. Den bereits fertigen Nachfolger des Talbot Horizon, ursprünglich geplannt als Talbot Arizona, wurde dann 1985, ausserplanmäßig als Peugeot 309 auf den Markt gebracht.
1929 begann Robert Peugeot, der Nachfolger von Armand Peugeot, mit dem 201, die Fahrzeuge mit einem Nummerierungssystem mit einer Mittel-Null zu versehen. Zudem führte er den Dieselmotor und das Sonnendach ein. Die Zahlenfolge 201 entsprang zunächst dem Zufall. Diese Baureihe war das zweihundertunderste Projekt der Entwicklungsabteilung von Peugeot. Die Einfachheit und Klarheit des Nummerierungssystems führte dazu, dass man nach diesem Muster alle sechs Fahrzeugklassen bezeichnete. Die Null in der Mitte wurde damit typisch für Peugeot und ist auch markenrechtlich geschützt. Dies führte im Jahr 1963 dazu das Porsche im Namensstreit um den Porsche 901 unterlag und ihn darauf hin 911 genannt hat.
Ab 2004 werden für Sondermodelle auch vierstellige Doppelnullnummern benutzt.
Im Debütjahr (1984) der ersten Weltmeisterschaft demonstrierte der Finne Ari Vatanen auf Korsika das Potential dieses Kraftpaketes mit seiner zeitweiligen Führung. Danach dauerte es keine drei Monate bis zum ersten Sieg bei der 1000-Seen Rallye in Finnland, wo danach weitere Erfolge in Italien und in Großbritannien anstanden - die Saison und die Sensation waren perfekt.
In den folgenden beiden Jahren dominierte Peugeot trotz sehr starker Gegner die Rallye-Weltmeisterschaft souverän. Die beiden Finnen Timo Salonen und Juha Kankkunen wurden in Folge auf Peugeot Weltmeister des Jahres 1986, die Titel in der Marken-WM ging ebenfalls nach Paris. Damit wurde Audi vom Siegerpodest verdrängt
Bei der RAC Rallye Ende 1985 war es dann an der Zeit, die zweite Auflage des Peugeot 205 T16, Werksbezeichnung "Evolution 2" zu präsentieren. Ihm wurde, um gegen die wachsende Konkurrenz durch Audi, Lancia und Ford die Nase vorn zu haben, ein ausgeklügeltes Flügelprogramm verpasst, einer Diät unterzogen und der Turboladedruck auf 2,5 bar hochgeschraubt. Nun hatte man eine Leistung von 430 PS bei 7500 U/min. erreicht.
Nach der Entwicklung des Peugeot 205 T 16 Evo.II war man technisch an den Grenzen des Rallyesports angelangt, denn die PS-Monster der Gruppe B verlangten mehr nach einer abgesperrten Rennstrecke als nach offenem Straßengelände. Die Autos benötigten die Flügel ja allein schon um auf der Strasse zu bleiben. Und mit Rallyefahrzeugen die schneller fahren als der menschliche Körper reagieren kann, war es nur eine Frage der Zeit bis etwas passieren würde. Peugeot gewinnt die Weltmeisterschaft 1986 und Juha Kankkunen wird Fahrer-Weltmeister.
Nach dem Verbot der Gruppe B Mitte der 1980er Jahre setzte Peugeot die Rallye-Erfahrungen nicht nur beim Pikes Peak - Bergrennen, sondern vor allem auch bei der Wüstenrallye Paris-Dakar in Form der beiden Modelle 205 und 405 weiter erfolgreich ein. Bei diesen spektakulären Motorsportereignissen konnte sich auch hier der Finne Ari Vatanen in die Analen der Peugeot-Motorsportgeschichte eintragen. Peugeot holte die Paris-Dakar Siege in den Jahren 1987-1990.
Daneben gab es Einsätze im Tourenwagensport, wo ebenfalls viele Erfolge gefeiert werden konnten. Des Weiteren war Peugeot als Motorenlieferant für verschiedene Formel 1-Teams (u.a. Jordan) tätig.
Peugeot | Automobilhersteller | Motorradhersteller | Motorrollerhersteller | Fahrradhersteller | Unternehmen (Frankreich) | Gegründet 1896
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