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Der Petersberg ist einer der Berge des Siebengebirges. Wegen seiner Nähe zu Bonn wird er auch Petersberg bei Bonn genannt. Seine Höhe beträgt 331 Meter über dem Meeresspiegel. Ihm zu Fuße liegt die Stadt Königswinter. Bekannt geworden ist er auch durch das Grandhotel, das als Gästehaus der Bundesrepublik Deutschland dient.
In der ersten Hälfte des zwölften Jahrhunderts ließ sich der Ritter Walter als Eremit auf dem damals unbewohnten Berg nieder. Weitere Männer der Gemeinschaft der Augustiner Chorherren schlossen sich ihm später an und errichteten um 1131 die Gebäude der Augustiner
Etwa drei Jahre später zogen die Zisterzienser in eine Siedlung am Fuße des Berges. Es entstand daraus die neue Abtei Heisterbach im Peterstal.
Petersberg Kapelle 1860.jpgDie heute auf dem Petersberg vorhandene Kapelle, ein barocker Saalbau, wurde 1763 von dem Heisterbacher Abt Hermann Kneusgen errichtet und 1764 von ihm als Wallfahrtskirche geweiht. Die Inneneinrichtung stammt noch im Wesentlichen aus ihrer Entstehungszeit. Ihre Besonderheit war eine fahrbare Kanzel, die zur wartenden Menge gerollt werden konnte Zwischen 1934 und 1936 wurde die Kapelle mit geändertem Dachreiter wieder hergestellt. Der Bund hat die Kapelle 1979 miterworben und auch die Verpflichtung, sie für den Gottesdienst zu erhalten. An jedem ersten Sonntag im Monat finden hier Messen statt.
Anfänglich unter dem Namen Stromberg bekannt (1142 erste urkundliche Benennung unter diesem Namen), kam der Berg durch die Peterskirche zu seinen heutigen Namen.
Die vier zum Gipfel führenden Bittwege brachten Wallfahrer vom Mittelalter an von Königswinter, Ittenbach, Heisterbacherrott und Dollendorf zur Wallfahrtsstätte des Heiligen Petrus. Urkunden kann entnommen werden, dass zumindest seit dem frühen 14. Jahrhundert Wallfahrten auf den Petersberg stattfanden. Zwölf steinerne Kreuze aus Trachyt und Latit, die in der Zeit nach dem dreißigjährigen Krieg entstanden und gut erhalten sind, markieren den Weg. Das älteste Kreuz wurde 1638 von einem Stifter aus Vinxel errichtet. Bis zum Bau der Petersbergbahn (1889) und dem Bau eines Kutschweges (1890) waren die Bittwege die einzigen Wege zum Gipfel.
Petersberg Hotel Nelles 1900.jpg | 1834 wurde die Domäne Petersberg an den Kaufmann Joseph Ludwig Mertens verkauft. Seine Gattin Sibylle Mertens-Schaaffhausen, eine Bankierstochter, die auch als Rheingräfin bekannt war, ließ dort für sich einen Sommersitz errichten. Berühmt wurde sie als Treffpunkt von Romantikern wie August Wilhelm Schlegel und Ernst Moritz Arndt. 1888 wurde mit einem Hotelbau im Stil der deutschen Renaissance begonnen. Ende des 19. Jahrhunderts ließen die Kölner Gebrüder Paul und Joseph Nelles, die das Gelände nach dem Tod von Joseph Mertens erworben hatten, zusätzliche Bauten sowie einen Pavillon errichten und eröffneten 1892 das Hotel. Zu dieser Zeit führte die 1889 erbaute Petersbergbahn auf den Petersberg, die 1958 eingestellt und später abgerissen wurde. Das Hotel hatte keinen wirtschaftlichen Erfolg und ging nach Zwangsversteigerungen an Ferdinand Mülhens (Inhaber der Kölner Firma 4711). Durch die Bemühungen des neuen Besitzers wurde der Berg berühmt. Er ließ das Hotel von 1912 bis 1914 durch den Architekten Heinrich Müller-Erkelenz in ein neubarockes Kurhotel umbauen. Außerdem wurden in den 1930er Jahren die Rheinterrassen sowie 1927 eine Straße zum Gipfel eröffnet.
Hotel_Muelhens.jpgNach dem Zweiten Weltkrieg war der Petersberg bis 1952 Sitz der Alliierten Hohen Kommission. Hier unterzeichnete Bundeskanzler Konrad Adenauer, dessen Wohnhaus im nahe gelegenen Rhöndorf lag, am 22. November 1949 nach 25 Verhandlungsrunden das ihm von den Alliierten Hochkommissaren vorgelegte Petersberger Abkommen. Adenauer war mit der Familie des US-amerikanischen Hochkommissars John Jay McCloy verwandt.
Auch nach dem Umzug von Teilen der Bundesregierung nach Berlin fungiert der Petersberg als Gästehaus der Bundesrepublik Deutschland („Deutsches Camp David“) und Alleineigentümer ist weiterhin der Bund. Das Bundesfinanzministerium gibt in der Fortschreibung des Berichts zu Verringerungen der Beteiligungen des Bundes an, einen Verkauf der Gästehaus Petersberg GmbH zu prüfen. Politiker aus der Region sprechen sich gegen einen Verkauf aus, da damit nicht die historische Bedeutung und das Berlin/Bonn-Gesetz berücksichtigt würden. Nach einem Verkauf könnte das Gästehaus durch die Bundesregierung wieder angemietet werden. Ein Verkaufsversuch in den 1990er-Jahren scheiterte aber bereits. Zufahrtsstraße4.JPG
Das Hotel gehört zur Steigenberger-Kette und kann von Privatpersonen gemietet werden. So nutzte Michael Schumacher den Petersberg mit der Kapelle für die Hochzeit mit seiner Frau Corinna im Jahr 1995.
Seit 1999 führt der Rhein-Sieg-Kreis in Kooperation mit der Stiftung Bundeskanzler-Adenauer-Haus, der Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland und dem Gästehaus Petersberg jeweils im Herbst auf dem Petersberg unter dem Titel „Petersberger Perspektiven“ ein Symposium durch. In dieser jährlich im Herbst stattfindenden Veranstaltungsreihe werden historisch-politische Themen mit Gegenwartsbezug und Zukunftsperspektiven behandelt, die bedeutende Wegmarken der Geschichte aus den Anfangszeiten der von Bonn aus gesteuerten Entwicklung der Bundesrepublik Deutschland in aktuellem Kontext behandeln.
Im Dezember 2001 stand der Petersberg als Schauplatz der Afghanistan-Konferenz im Mittelpunkt des Weltinteresses. Auch die Folgekonferenz am 2. Dezember 2002 fand an gleicher Stelle statt, da der Berg sich mit nur einer gewundenen Zufahrtstraße leicht abschirmen lässt.
Seit 2005 wird auf dem Petersberg auch die Sendereihe „WissenschaftsFORUM Petersberg“ produziert. Sechsmal im Jahr unterhalten sich Experten und Politiker in der Phoenix-Diskussionsrunde in der gläsernen Rotunde über unterschiedliche wissenschaftliche Themen.
Die Liste umfasst nur die unmittelbaren Staatsgäste, die Anwesenheit von Staatspräsidenten bei internationalen Konferenzen ist nicht berücksichtigt.
(Insgesamt 31 Besuche)
Bei der Ausstattung des Bundesgästehauses wurde sowohl auf Sicherheit wie auch auf Luxuriösität geachtet. Rund um den Berggipfel ist ein Sicherheitszaun gezogen, an dem Überwachungskameras und Scheinwerfer angebracht sind. Auf dem Plateau sowie am Beginn der Zufahrtsstraße befinden sich mehrere Sicherheitsschranken und am Rand ein Wachhäuschen.
Das Gästehaus Petersberg umfasst mehrere Tagungsräume mit der für 5-Sterne-Hotels üblichen Ausstattung. Im südlichen Bereich befindet sich die häufig als Konferenzraum verwendete gläserne Rotunde. Um das Gebäude gibt es große Parkflächen und zusätzlich eine Tiefgarage. Das Gästehaus wird rundum von parkähnlich angelegten Gehwegen umgeben, die im Norden auf die Rheinterrasse mit Außengastronomie münden.
Neben dem Ausblick von der Rheinterasse auf Bonn sowie den Drachenfels wurde noch ein kleinerer Aussichtspunkt mit Blick auf die bergseitigen Stadtteile Königswinters Heisterbacherrott, Vinxel und Stieldorf eingerichtet.
Berg im Siebengebirge | Königswinter | Politik (Deutschland) | Regierungsgebäude
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