Peter Reichensperger (* 28. Mai 1810 in Koblenz; † 31. Dezember 1892 in Berlin) war ein deutscher Politiker (Zentrumspartei).
Der jüngere Bruder von August Reichensperger studierte in Bonn und Heidelberg, Rechtswissenschaften, Kameralistik, Physik und Chemie. Nach seinem Abschluss war Reichensperger als Auskulator und Referendar in Trier tätig. Von 1839 bis 1841 war er Assessor in Elberfeld, anschließend bis 1850 Landgerichtsrat in Koblenz und bis 1859 Rat am Appellhof Köln. 1859 wechselte Reichensperger als Obertribunalrat zum preußischen Obertribunal, eine Stellung, in der er bis 1879 tätig war. Reichensperger veröffentliche eine Reihe von juristischen und politischen Schriften insbesondere zur Agrarfrage.
Politische engagierte sich Reichensperger seit 1848, als er in die preußische Nationalversammlung gewählt wurde. 1850 gehörte er dem Erfurter Unionsparlament an, 1858 erfolgte seine Wahl ins preußische Abgeordnetenhaus. Seit 1867 gehörte er bis zu seinem Tod zuerst dem Norddeutschen Reichstag, dann dem Deutschen Reichstag an. Er repräsentierte dabei über Jahrzehnte den Wahlkreis Olpe-Meschede-Arnsberg im katholischen Sauerland. Zusammen mit den Brüdern Hermann und Georg von Mallinckrodt wirkte er entscheidend an der Gründung der Zentrumspartei mit, dessen Programm er ebenfalls maßgeblich beeinflusste und deren Fraktionsvorstand er bis zu seinem Tod angehörte. Reichensperger war ein entschiedener Vertreter der Sache des Katholizismus und einer föderalen Ordnung im Deutschen Reich.
Mann | Deutscher | Reichstagsabgeordneter | Zentrum-Mitglied | Ehrenbürger | Geboren 1810 | Gestorben 1892
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