Peter Pan ist die Hauptfigur einiger Kindergeschichten von James Matthew Barrie und dort das einzige Kind, das niemals erwachsen wird. Peter Pan lebt im Nimmerland (engl. Neverland), einer fiktiven Insel. Er ist Anführer der "verlorenen Jungs" (engl: The Lost Boys), einer Gruppe Kinder. Ihr größter Feind ist Captain Hook, ein Pirat mit einem Haken an Stelle einer Hand, die ihm von einem Krokodil abgebissen wurde.
PeterPan Statue Londres.jpg, London]]
Peter Pan trat zum ersten Mal 1902 in dem Buch The Little White Bird auf, und wurde dann 1904 sehr erfolgreich im Bühnenstück Peter Pan, or The Boy Who Wouldn't Grow Up (Peter Pan, oder der Junge, der nicht erwachsen werden wollte (oder nicht erwachsen wurde), Premiere in London am 28. Dezember 1904) verwendet. 1906 wurde der Abschnitt von Little White Bird, als eigenständiges Buch Peter Pan in Kensington Gardens veröffentlicht. Arthur Rackham hat diese Ausgabe illustriert. 1911 adaptierte Barrie den Stoff des Bühnenstücks für die Erzählung Peter and Wendy, die heute meist unter dem Titel Peter Pan publiziert wird.
In Barries Geschichte wird Peter von der fliegenden kleinen Fee „Glöckchen“ (engl: Tinkerbell, in anderer Übersetzung auch „Naseweis“ oder „Klingklang“) begleitet und begegnet eines Nachts auf einem Ausflug nach London dem Mädchen Wendy Darling. Er nimmt Wendy und ihre Brüder John und Michael mit ins Nimmerland, wo Wendy für Peter und die verlorenen Jungs eine Mutterrolle übernimmt. Alle zusammen erleben eine Reihe von Abenteuern. Doch schließlich verspüren die Darling-Kinder Heimweh und vermissen ihre Eltern, so dass Peter sie zurückbringt. Auch die verlorenen Jungs werden von den Darlings adoptiert.
In den Kensington Gardens in London steht eine Statue von Peter Pan.
Es gibt viele verschiedene Musicalinterpretationen von Peter Pan. Die bedeutendsten sind: Die Version von Jerome Kern 1924, Leonard Bernstein 1950 und die Version von Jerome Robbins von 1954. Außerdem gibt es noch die von Erich Kästner geschriebene deutsche Bühnenfassung. Auf der Bühne wird die Rolle von Peter Pan meist mit jungen weiblichen Darstellerinnen besetzt.
1989 gab es eine japanische Zeichentrickserie (Anime) unter dem Titel „Peter Pan no bouken“, die zwar Namen aus dem Buch verwendete, ansonsten aber mit der eigentlichen Geschichte nichts zu tun hatte.
2003 gab es eine Verfilmung, die sich um eine realitätsgetreue Umsetzung des Buches bemühte, mit Jeremy Sumpter als Peter Pan und Jason Isaacs als Captain Hook. Abgesehen von einer kaum bekannten russischen Version war dies die erste Kinoversion, in der ein Junge die Hauptrolle übernahm, nicht ein Erwachsener.
2004 befasste sich der Film Wenn Träume fliegen lernen (Finding Neverland) von Marc Forster mit der Entstehungsgeschichte des Stücks.
Das Ende der Romanfassung zeigt dabei deutlich eine Zwiespältigkeit: Peter kann seine Kindlichkeit nur dadurch bewahren, nur dadurch unverändert bleiben, dass er alles Andere, Veränderliche, schon bald vergisst, auch wenn es ihm einmal sehr wichtig war. Als er nach einem Jahr Wendy erneut begegnet, erinnert er sich nicht mehr an Captain Hook und nicht einmal an Glöckchen, die inzwischen, wie der Leser erfährt, wahrscheinlich gestorben ist. Auch Wendy vergisst er bald, und als er schließlich doch wieder zurückkehrt, ist Wendy erwachsen und hat selbst eine Tochter, die ihren Platz als Peters „Mutter“ einnimmt.
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