Liveatleeds06.jpg Pete Dennis Blandford Townshend (* 19. Mai 1945 in Ealing, London) ist ein britischer Musiker und Kopf der Rockband The Who. Er verfasste den Großteil der Songs der Gruppe. Berüchtigt waren in den 1960er und 1970er-Jahren seine Live-Auftritte, an deren Ende er gemeinsam mit The Who-Schlagzeuger Keith Moon oft das Instrumentarium der Band zerstörte.
Den Confederates folgte The Detours, eine Skiffle-Band mit dem Blechschweißer Roger Daltrey als Frontmann. Als The High Numbers kam es zu ersten erfolglosen Singles-Veröffentlichungen. Unter der Führung Townshends entstanden daraus The Who. Townshend wurde zum Songwriter der Gruppe und schrieb über 100 Lieder, die auf den zehn Studioalben der Band erschienen.
Eine wichtige Quelle der Inspiration für viele seiner Arbeiten war Townshends Glaube an den indischen Guru Meher Baba, der Elemente des Buddhismus und Sufismus (islamische Mystik) mit christlichen Konzepten verband.
Neben seiner Arbeit mit The Who war Townshend als Solokünstler aktiv. Ab 1969 nahm er acht Studioalben sowie drei religiöse Alben auf. Zwischen 1969 und 1977 arbeitete Townshend eng mit Ronnie Lane, dem Bassisten der Faces, zusammen, der ebenfalls ein Anhänger Meher Babas war.
Townshend nahm auch acht Livealben auf, darunter eines zusammen mit Deep End, einer Gruppe, die nur für drei Livekonzerte und eine Fernsehshow bestand, um Geld für Drogenabhängige zu sammeln. 1984 veröffentlichte Townshend unter dem Titel Horse's Neck eine Anthologie von Kurzgeschichten. Zudem tauchten Gerüchte auf, er wolle eine Autobiografie schreiben. 1993 schrieb er zusammen mit Des MacAnuff eine Broadway-Adaption des The Who-Albums Tommy sowie ein etwas weniger erfolgreiches Musical auf Basis seines Soloalbums The Iron Man. MacAnuff setzte später dieses Musical in dem Zeichentrickfilm The Iron Giant um.
Anfang Januar 2003 gab Townshend zu, seine Kreditkartennummer im Internet bei einem kommerziellen Kinderpornografie-Angebot eingegeben zu haben. Seinen Aussagen zufolge habe er die Bilder dort nur aus Forschungszwecken betrachtet. Dieses Geständnis legte er ab, nachdem der Vorgang im Rahmen der Operation Ore, einer groß angelegten Razzia gegen Kinderpornoringe, entdeckt wurde. Im Mai 2003 erhielt er von der Polizei eine Verwarnung (deren Annahme technisch gesehen ein Schuldeingeständnis ist). Die Polizei entschied jedoch, keine Anklage zu erheben, nachdem man keinen Beweis dafür gefunden hatte, dass Townshend noch im Besitz der Kinderpornos war. Statt dessen wurde Townshend auf das Sex Offenders Register gesetzt, das ihm zur Auflage macht, sich einmal im Jahr und bei Umzug bei der Polizei zu melden. Ein Verstoß gegen diese Auflagen ist mit einer Haftstrafe bis zu fünf Jahren verbunden.
Die Behauptung, nur geforscht zu haben, wird durch ein Dokument gestützt, das Townshend im Januar 2002 verfasst und auf seiner Website veröffentlicht hatte. Darin beschreibt er den Markt für Kinderpornografie im Internet und nennt die Versuche der Polizei, dem Herr zu werden, als Hexenjagd, die auch vor unschuldigen Beteiligten nicht Halt macht.
2003 begann Pete Townshend mit der Veröffentlichung einer literarischen Forsetzungsgeschichte im Internet unter dem Titel "The Boy Who Heard Music". In ihr beschreibt ein fiktiver Erzähler namens Ray High die Story von drei befreundeten Kids, welche die Band GLASS HOUSEHOLD gründen, mit der sie in den 1980ern erfolgreich Popmusik veröffentlichen, bevor sie sich komplexeren musikalischen Dingen widmen. High erzählt die Geschichte im Jahre 2035, als er (selbst an Alzheimer erkrankt) seine Erinnerungen vor dem Verschwinden bewahren will. Inzwischen sind im Internet mehr als zwanzig Kapitel des virtuellen Buches erschienen.
Anfang des Jahres 2006 warnte Townshend über die Presse davor, dass er durch zu weit aufgedrehte Kopfhörer in seiner langen Studioarbeit schwere Hörprobleme davon getragen habe. Er sei gezwungen, zwischen einzelnen Studioeinspielungen jeweils Ruhepausen von mindestens 36 Stunden einzulegen, damit seine strapazierten Ohren sich wieder regenerieren könnten.
Townshend lebt heute in Richmond upon Thames, England. Er war von 1968 bis 2000 mit Karen Astley, der Tochter des Komponisten Ted Astley, verheiratet und hat mit ihr drei Kinder: Emma (*1968), Arminta (*1971) und Joseph (*1989).
Nicht aufgelistet sind die Alben anderer Künstler, auf denen Townshend als Musiker mitwirkte.
Mann | Brite | Geboren 1945 | Musiker | Gitarrist
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