Perspektive-Deutschland ist eine jährlich stattfindende Online-Umfrage, bei der alle interessierten Bürger einen Fragebogen zu verschiedenen gesellschaftlichen und politischen Themen im Internet ausfüllen können. Initiiert wurde die Umfrage durch vier Partner: Die Unternehmensberatung McKinsey, die Zeitschrift Stern, das ZDF und das Webportal Web.de. Erstmals riefen sie im Herbst und Winter 2001 zum Ausfüllen des Fragebogens im Internet auf. Schirmherr ist seit 2001 der ehemalige Bundespräsident Richard von Weizsäcker. Er benennt den Zweck der Umfrage auf der offiziellen Webseite mit den Worten, die begonnenen Reformen müssten konsequent fortgesetzt werden. Sie könnten jedoch nur erfolgreich sein, wenn sie von den Bürgern mitgetragen würden. Die Meinungen der Menschen sollten daher auf diese Weise in die politische Diskussion eingebracht werden.
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An der ersten Auflage von Perspektive-Deutschland nahmen 170.000 Personen teil. Bei der Befragung im Herbst und Winter 2005 füllten mehr als 600.000 Teilnehmende den Fragebogen aus. Ziel von Perspektive-Deutschland ist es, ein möglichst umfangreiches Meinungsbild der deutschen Bevölkerung zu politischen Reformen in Deutschland zu erhalten und mit den Ergebnissen eine öffentliche Diskussion in Politik und Gesellschaft zu erreichen.
Kritiker/innen halten die Umfrage und die Frageformulierungen für suggestiv und die Ergebnisreports für einseitige und tendenziöse Interpretationen der Ergebnisse.
Die Umfragen finden oft über einen Zeitraum von mehreren Monaten statt.
So nennen NachDenkSeiten und Freitag etwa die Fragen zum Wirtschaftswachstum als wichtigstes Beispiel: Eine Antwortmöglichkeit gab es nur zwischen den Optionen „Ich bevorzuge in Zukunft mehr Wirtschaftswachstum und größere soziale Ungleichheit“ oder „Weniger Wachstum und geringere Ungleichheit“. Diese Alternative suggeriere, dass mehr Wachstum ohne höhere soziale Ungleichheit unmöglich sei und dass höhere soziale Ungleichheit automatisch mehr Wachstum bedeute.
An anderer Stelle soll z. B. bei der Frage „In den nächsten Jahren wird die Bereitschaft der Bevölkerung in Deutschland zunehmen, Reformen mitzutragen, auch wenn diese für den Einzelnen Nachteile mit sich bringen“ geantwortet werden, in welchem Maße dies der Fall sei. Entweder ergebe sich hieraus die Antwort, dass die Deutschen bereit seien auch schmerzhafte Reformen mitzutragen, oder sie erschienen als „Besitzstandswahrer“. Eine Ablehnung der Reformpolitik, weil sie politisch für falsch gehalten wird, sei hier nicht möglich.
Die Süddeutsche Zeitung bemängelt "Schwarz-Weiß-Malerei" bei der Entscheidung zwischen "Mehr Markt" und "Mehr Staat" in einer weiteren Frage.
Zudem bemängeln alle Kritiker, dass die Ergebnisberichte die erhobenen Daten über- oder falsch interpretierten.
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