Den Personalismus gibt es als philosophische Strömung sowie als Kennzeichnungsmerkmal in der Soziologie.
Die Verwandlung des Individuums in eine Persönlichkeit ergibt sich aus einem Wechselverhältnis zwischen Individuum und Kollektiv. Aus diesem Zusammenhang ergibt sich ein besonderes Verständnis von Gesellschaft, menschlicher Freiheit und der Verantwortung gegenüber anderen Menschen.
Gemäß dem Personalismus ist der Mensch frei - er steht grundsätzlich über dem Staat, der Nation, der Familie und anderen Kollektiven. Dennoch ist das soziale und geistige Leben einer Person unmittelbar mit dem gesellschaftlichen Leben verbunden. Ein allzu individualistischer Mensch steht in der Gefahr, sich der Gesellschaft zu entfremden und damit entfremdet er sich zugleich sich selbst.
Wird hingegen die Person allzu stark Interessen und Absichten anderer unterworfen: Partei, Arbeitgeber, Kirche oder Staat, so geht dies ebenfalls zu Lasten der Persönlichkeit. Die Freiheit und Entfaltung der Persönlichkeit ist daher bei jeglicher Gesellschaftsordnung oder menschlichen Organisation zu beachten. Es gehört zur Würde des Menschen, dass eine Person das eigene Glück leben kann.
Der französische Philosoph, Journalist und antifaschistische Widerstandskämpfer Emmanuel Mounier gilt als "geistiger Vater" oder Inspirator der personalistischen Bewegung. Weitere Vertreter der personalistischen Idee sind Martin Buber, Romano Guardini, Giuseppe Flores d' Arcais, Winfried Böhm und Karol Wojtyla.
Soziologie | Sozialphilosophie
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