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Den Personalismus gibt es als philosophische Strömung sowie als Kennzeichnungsmerkmal in der Soziologie.

Personalismus in der Soziologie


In der Soziologie und Politikwissenschaft versteht man unter Personalismus die Hervorhebung bzw. Ausrichtung auf eine bestimmte Person, z.B. im Wahlkampf. Ein personalistischer Wahlkampf wäre damit auch ein Wahlkampf, der sich weniger auf Sachthemen bezieht.

Personalismus in der Philosophie


In der Philosophie gilt Personalismus als eine Strömung, die zwischen dem Individualismus und dem Kollektivismus angesiedelt ist; sie entstand als Antwort auf die Krise des bürgerlichen Individualismus in den 30er Jahren. Der Mensch wird im Personalismus gleichermaßen durch gesellschaftliche Zusammenhänge wie auch durch individuelle Faktoren bestimmt angesehen. Neben kirchlichen Kreisen ist der Personalismus besonders für Ordoliberale von Bedeutung, auch, um sich vom reinen Individualismus anderer liberaler Strömungen zu unterscheiden.

Die Verwandlung des Individuums in eine Persönlichkeit ergibt sich aus einem Wechselverhältnis zwischen Individuum und Kollektiv. Aus diesem Zusammenhang ergibt sich ein besonderes Verständnis von Gesellschaft, menschlicher Freiheit und der Verantwortung gegenüber anderen Menschen.

Gemäß dem Personalismus ist der Mensch frei - er steht grundsätzlich über dem Staat, der Nation, der Familie und anderen Kollektiven. Dennoch ist das soziale und geistige Leben einer Person unmittelbar mit dem gesellschaftlichen Leben verbunden. Ein allzu individualistischer Mensch steht in der Gefahr, sich der Gesellschaft zu entfremden und damit entfremdet er sich zugleich sich selbst.

Wird hingegen die Person allzu stark Interessen und Absichten anderer unterworfen: Partei, Arbeitgeber, Kirche oder Staat, so geht dies ebenfalls zu Lasten der Persönlichkeit. Die Freiheit und Entfaltung der Persönlichkeit ist daher bei jeglicher Gesellschaftsordnung oder menschlichen Organisation zu beachten. Es gehört zur Würde des Menschen, dass eine Person das eigene Glück leben kann.

Der französische Philosoph, Journalist und antifaschistische Widerstandskämpfer Emmanuel Mounier gilt als "geistiger Vater" oder Inspirator der personalistischen Bewegung. Weitere Vertreter der personalistischen Idee sind Martin Buber, Romano Guardini, Giuseppe Flores d' Arcais, Winfried Böhm und Karol Wojtyla.

Siehe auch


Weblinks


Soziologie | Sozialphilosophie

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