Mit dem Begriff Personalservice-Agentur, oder auch Personal-Service-Agency (PSA) werden die nach § 37c des dritten Buches des Sozialgesetzbuchs (SGB III) bei den Agenturen für Arbeit einzurichtenden Stellen bezeichnet. Ihre Bezeichnung als Personal-Service-Agentur ist auf das "Erste Gesetz für moderne Dienstleistungen am Arbeitsmarkt" zurückzuführen. Es ist Bestandteil der Agenda 2010 und des Hartz-Konzepts. Jede Agentur für Arbeit hat die Einrichtung mindestens einer PSA sicherzustellen. Aufgabe der PSA ist insbesondere, eine Arbeitnehmerüberlassung zur Vermittlung von Arbeitslosen in Arbeit durchzuführen sowie ihre Beschäftigten in verleihfreien Zeiten zu qualifizieren und weiterzubilden.
Zur Einrichtung von PSA schließt die Agentur für Arbeit namens der Bundesagentur mit erlaubt tätigen Verleihern Verträge. Für die Verträge mit den PSA gilt das Vergaberecht. Die Agentur für Arbeit kann für die Tätigkeit der PSA ein Honorar vereinbaren. Sind Verträge nicht zu Stande gekommen, kann sich die Agentur für Arbeit namens der Bundesagentur an Verleihunternehmen beteiligen. Kreditaufnahmen von Mehrheitsbeteiligungen sind nur in Form von Gesellschafterdarlehen der Bundesagentur zulässig. Der Bundesrechnungshof prüft die Haushalts- und Wirtschaftsführung der PSA, an denen die Agenturen für Arbeit namens der Bundesagentur mehrheitlich beteiligt sind. Kommt auch eine Beteiligung an einem Verleihunternehmern nicht zu Stande, kann die Agentur für Arbeit namens der Bundesagentur eigene PSA gründen.
Vorteil ist, dass ein Unternehmen für einen längeren Zeitraum den qualifizierten Leiharbeiter ohne längerfristige vertragliche Bindung im Unternehmen beschäftigen kann, bevor es einen langfristigen Arbeitsvertrag mit dem Arbeitssuchenden schließt. Ein Arbeitssuchender hat wiederum die Chance, seine Qualifikation nicht nur in seinen Bewerbungsunterlagen zu dokumentieren, sondern seine Fähigkeiten auch praktisch nachzuweisen.
Die Einstellung von Arbeitslosen wird durch Fallpauschalen von der Bundesagentur bezuschusst. Wird nun der PSA-Beschäftigte von einem Entleiher oder auch ohne Einschaltung eines Verleihers, d.h. direkt von einem Unternehmen, für mindestens drei Monate übernommen/eingestellt, so erhält die PSA wiederum durch die Arbeitsagentur eine Vermittlungsprämie. Nach einer Beschäftigungsdauer von sechs Monaten erhält die PSA erneut eine Nachhaltigkeitsprämie durch die Arbeitsagentur.
Mit den Rechtsänderungen zum 1. Januar 2006 endete die Pflicht jeder Agentur für Arbeit, mindestens eine PSA einzurichten; der § 37 c Drittes Sozialgesetzbuch wurde in eine "Kann"-Bestimmung geändert. Gleichzeitig entfiel auch die Möglichkeit für die Agenturen, zur Durchführung von PSA´en eigene Entleihunternehmen zu gründen oder sich an solchen Unternehmen zu beteiligen. (§ 37 c Absatz 3-5 SGB III -Alt-)
Es wird vom Verleiher keine Vermittlungsgebühr erhoben. Die Agentur für Arbeit zahlt der PSA die Vermittlungsprovision.
Diese ist aber gestaffelt nach Monaten und verringert sich vierteljährig. Die Provision wird in zwei Teilbeträgen gezahlt, den ersten Teilbetrag erhält die PSA sofort bei der Übernahme, aber auch nur wenn das entsprechende Formular vorliegt, den zweiten Teil nach sechs Monaten (Nachhaltigkeitsprüfung). Der ausgehandelte Lohnkostenzuschuss verringert sich vierteljährig um 25 Prozent.
Das ist so nicht mehr richtig, denn seit Mitte 2005 erhält die PSA für sechs Monate eine monatliche Kostenpauschale von 500,- Euro (inkl. Mehrwertsteuer) was in Anbetracht der aktuellen Zeitarbeitstarife mehr oder weniger einer Lohnkostenförderung ovn 30 % entspricht.
Die zwei vorangegangenen Abrechnungsmodelle - beide auf neun Monate Förderung angelegt - zu diskutieren wäre zu umfassend und obsolet. Quelle für weitere Infos ist z.B. Arbeitsagentur.de
Will sich nicht mal jemand erbarmen und diesen kreuzschlechtigen Artikel grundlegend überarbeiten????
thor_of_asgard@web.de
2004 lagen die Integrationen der PSA um zehn Prozent höher als die der Agentur für Arbeit und einigen anderen Integrationsprojekten. Jedoch sieht die Bundesagentur einen Rückzug aus dem PSA-Geschäft vor, da es zwar Vermittlungserfolge gibt, jedoch nicht in der erwarteten Höhe.
Da 2005 die Vermittlungsquote der nicht suventionierten Zeitarbeitsunternehmen in ähnlicher Höhe lag wird bezweifelt, ob die hohen Kosten der Agentur für Arbeit für den Zuschuß an die PSA´s wirtschaftlich zu rechtfertigen sind.
Nur wenige arbeitsmarktpolitische Maßnahmen in den Hartz-Gesetzen haben Arbeitslosen den Einstieg in eine neue berufliche Tätigkeit bisher erleichtert. In weiten Teilen habe die Reform ihr Ziel verfehlt, für eine Belebung des deutschen Arbeitsmarktes zu sorgen. Insbesondere die Einrichtung von PSA habe sich als untaugliches Arbeitsmarktinstrument erwiesen. Einige PSA-Beschäftigte seien sogar noch später in den Arbeitsmarkt integriert worden als vergleichbare Arbeitslose. Darüber hinaus führe ein Beschäftigter in einer PSA zu durchschnittlichen Mehrkosten von 5700 Euro – ohne Verbesserung der Beschäftigungschancen. Deshalb hat die Bundesregierung im Januar die Arbeitsagenturen von der Pflicht entbunden, eine PSA einzurichten. Auch der Vermittlungsgutschein wurde von den Wissenschaftlern schlecht beurteilt.
Dabei ist zu erwähnen, dass viele namhafte Experten die Ausarbeitung der IAB kritsierten. Hier wurden nämlich "vergessen", dass die PSA´en ausschliesslich auf - oft mehrfach leistungsgeminderte - von der Arbeitsagentur vorgeschlagenen Arbeitslosen beschränkt sind, während "andere" Zeitarbeitsfirmen sich am freien Markt bedienen und schlicht jeden einstellen dürfen.
Die Vergleichbarkeit war also bei weitem nicht gegeben. Zudem mag es zwar stimmen, dass die PSA´en durchaus ein teures Instrument sind - aber es ist Fakt, das andere Arbeitsmarktinstrumente bei weitem teurer und nicht wirksamer sind. (Umschulungen, berufliche Weiterbildungen)
Die Tatsache, dass durch Einstellung in die PSA sofort ein sozialversicherungspflichtiges Beschäftigungsverhältnis (Zahlung von Renten-, Kranken-, Arbeitslosenversicherung = Zufluss von Mittel in die öffentlichen Kassen) entsteht und welche Effekte dies bewirkt wurde bei dieser Ausarbeitung in keiner Weise berücksichtigt.
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