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Nacre.jpg Perlmutt (Perlmutter, Conchin, Conchyn, Conchiolin) ist ein schillerndes, biogenes Material an der Innenseite einiger schalenbildender Mollusken, das oft als Schmuck Verwendung findet.

Vorkommen


Perlmutt wird von Perlmuscheln, Kreisel- oder Kegelschnecken (Trochiden), Rundmundschnecken (Turbiniden), dem Seeohr (Haliotis), sowie dem Perlboot (auch Nautilus oder Burgos genannt) gebildet. Die Farben des Perlmutts unterscheiden sich je nach Spezies und geographischer Herkunft.

Aufbau


Perlmutt besteht im lebenden Organismus aus drei Schichten.

Cuticula

Die äußere (der Schale zugewandte) Schicht, die Cuticula, besteht aus Conchyolin, einer organischen Verbindung, die mit dem Dentin in Elfenbein sowie dem Keratin in Schildpatt verwandt ist. Die Cuticula, auch Periostracum genannt, ist gewöhnlich braun, grün oder schwarz.

Ostracum

Die mittlere Schicht, auch Prismenschicht genannt, besteht aus prismenförmigen Calciumcarbonat-Kristallen von ca. 0,001 mm Dicke, die in einen organischen "Mörtel" eingebettet sind.

Hypostracum

Die innere, der Molluske zugewandte Schicht, ist das "eigentliche" Perlmutt. Sie besteht zu 95 % aus rhombischen Calciumcarbonat-Kristallen von ca. 0,0006 mm Dicke und 0,01 mm Durchmesser. Diese Kristalle sind ebenfalls in ein organisches Gemisch aus Proteinen und Chitin eingebettet, was die mechanische Stabilität der Schicht gegenüber "reinen" Calciumcarbonat-Kristallen um das etwa 3000fache erhöht. Dieser organische "Mörtel" umgibt die Kristalle mit einer elastischen Hülle und verhindert die Ausbreitung von Rissen im Material. Die Proteine, von denen bislang neun bekannt sind, steuern die Bildung der Kristallplättchen, da Calciumcarbonat normalerweise nur nadelförmig kristallisiert.

Anwendungen


Die geschliffenen und polierten Schalen der Perlaustern waren ein gängiges Währungsmaterial z.B. in der polynesischen Welt. Noch heute haben sie dort vereinzelt einen derartigen Stellenwert. Eine andere Währungsform waren die Perlmutt-Chips in vielen europäische Casinos bis Ende des 19. Jahrhunderts. Perlmutt wird wegen seiner irisierenden optischen Eigenschaften seit langer Zeit auch zur Herstellung von Schmuck verwendet. Früher waren Fischköder aus Perlmutt in Gebrauch. Das prismatische Schimmern täuschte vielen Raubfischarten erfolgreich einen kleinen Leckerbissen vor. Zudem mochten Angler diese Perlmutt-Köder, da Perlmutt gewichtig genug ist, um es mit der Rute samt Angelleine weit (genug) hinaus in den See oder das Meer zu befördern. Beim Bau hochwertiger Musikinstrumente findet Perlmutt auch heute noch breite Anwendung. Auch zu Verzierung von Möbeln und Holzschachteln (Intarsie) wurden neben Furnieren aus Edelhölzern ebenfalls Plättchen aus Perlmutt angewandt. Es wird auch untersucht, ob sich künstlich hergestelltes Perlmutt als korrosionsbeständige Schutzschicht auf Schiffsrümpfen eignet. Für hochwertige Hemden und Blusen werden häufig Knöpfe aus Perlmutt verwendet. Perlmutt ist als Material zur Herstellung von Löffeln von Vorteil, weil es in Berührung mit Eiern oder Kaviar geschmacksneutral ist.

Material | Nicht essbares Tierprodukt

Nacre | Nácar | Nacre | Masa perłowa | Madrepérola | Pärlemor | Sedef

 

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