Perikles (* um 490 v. Chr.; † September 429 v. Chr.) war ein athenischer Staatsmann und General im antiken Griechenland.
Perikles war zweimal verheiratet. Seine erste Frau verliess er um mit seiner zweite Frau, Aspasia aus Milet im Rahmen eines Konkubinats zusammen zu leben. Sie galt als geistvoll und schön, sowie insbesondere als Intellektuelle Quelle für zahlreiche Reden des Perikles. Um 450/445 v.Chr. erfolgte die Heirat mit Perikles, dem sie einen Sohn gebar.
Erstmals trat Perikles geschichtlich durch die Anklage gegen Kimon auf, den damaligen Führer der Aristokraten. Er kam mit seiner Anklage nicht durch, konnte aber kurz darauf gemeinsam mit Ephialtes die Übermacht des Areopags brechen und dessen Einfluss auf die Blutsgegerichte beschränken. Perikles setzte in der Folge weitere demokratische Reformen durch: die Geschworenengerichte wurden für weitere Aufgaben zuständig, ein Tagegeld welches den allgemeinen Besuch öffentlicher Veranstaltungen und Feste möglich machen sollte (Theorika) wurde eingeführt, sowie ein Richterstand eingerichtet. Die Volksversammlung wurde durch ihn zum bestimmenden Gremium der Attischen Demokratie. Deshalb gilt Perikles neben Kleisthenes von Athen als "Begründer" der (athenischen) Demokratie, wobei die moderne Forschung zunehmend auf die Rolle des Ephialtes hinweist und die Rolle des Perikles reduziert.
Nach dem Tode des Kimon wurde Perikles zu einer Art ersten Bürgers und bestimmte maßgeblich die weitere Politik Athens. Allerdings hatte er dabei keineswegs die Interessen "des kleinen Mannes" im Auge, sondern versuchte gezielt mit den Mitteln der Demokratie, seine Interessen durchzusetzen. Er wurde 15 Jahre lang zum Strategos gewählt und konnte seine Rednergabe und sein staatsmännisches Wissen umsetzen. Es bleibt dennoch fraglich, ob Perikles wirklich "Großes" geleistet hat: Nüchtern betrachtet führte er Athen in die Katastrophe des Peloponnesischen Kriegs.
Nach Kämpfen mit dem Perserreich und Sparta konnte er günstige Friedensbedingungen erreichen (449 v. Chr. mit Persien, 446 v. Chr. mit Sparta). Er baute die Kontrolle Athens über den attischen Seebund aus und ließ die Stadt von einer Stadtmauer umgeben. Er baute die Hafenstadt Piräus aus und wappnete Athen gegen den aus seiner Sicht unvermeidlichen Bruderkampf mit Sparta. In der Baukunst sorgte Perikles für die berühmten Bauten Odeum, die Propyläen und den Parthenon-Tempel auf der Akropolis.
431 v. Chr. kam es schließlich tatsächlich zum Krieg mit Sparta. Grund waren neben der Einmischung Athens in einen Konflikt mit Spartas Bündnispartner Korinth weitere Spannungen in Bezug auf Athens unruhigen Bundesgenossen Potidäa und ein Edikt der athenischen Volksversammlung gegen Megara, welches ebenfalls mit Sparta verbündet war. Es ist in der modernen Forschung umstritten, inwieweit Perikles den Krieg in Kauf nahm. Mindestens traf ihn jedoch eine Mitschuld, da er stur auf die athenischen Interessen pochte und zu keinem Kompromiss bereit war.
Dieser so genannte Peloponnesische Krieg sollte sich zu einem Wendepunkt in der Geschichte Athens entwickeln und schließlich zu dessen Niedergang führen. Perikles’ Kriegsplan folgend verbargen sich die Athener in der „Festung“ Athen und sahen zu, wie die Spartaner das Land verwüsteten. Währenddessen plünderten athenische Schiffe die Küste des Peloponnes. Allerdings kam dieser Krieg Athen finanziell teuer zu stehen. Um 430 v. Chr. brach eine Epidemie in Athen aus, an der auch Perikles erkrankte. Sie wird oft als „Pest“ bezeichnet; nach Untersuchungen der Universität Athen im Jahr 2006 handelte es sich um Typhus. Man warf Perikles immer mehr seine offensichtlich wenig effektive Strategie vor. Er wurde verurteilt, verlor sein Strategenamt, wurde aber 429 v. Chr. wieder gewählt. Er starb jedoch schon bald darauf an der Seuche.
Perikles war ohne Zweifel einer der bedeutendsten Staatsmänner Athens, wobei ihm allerdings eine Mitschuld am Peloponnesischen Krieg nicht abzusprechen ist. Sein und zugleich Athens politisches Selbstverständnis entwickelt Thukydides in der berühmten, allerdings frei gestalteten Gefallenenrede des Perikles auf die Kriegstoten des Jahres 431/30.
Mann | Grieche (Antike) | Militärperson (Athen) | Politiker (Athen) | Rhetoriker der Antike | Geboren 493 v. Chr. | Gestorben 429 v. Chr.
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