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Als (ein) Periglazial bezeichnet man einerseits eine erdgeschichtliche Epoche, analog zu „Glazial“ = Eiszeit. Zeitlich sind beide entweder deckungsgleich (sofern jeweils dieselbe Eiszeit gemeint ist) und beziehen sich dann auf unterschiedliche Regionen, oder das Periglazial beschreibt die Übergangsphase zwischen einer Eis- und einer Warmzeit bzw. umgekehrt in demselben Gebiet. In jedem Fall stehen dabei geomorphologische Erscheinungen im Vordergrund, die in einem nicht direkt von der Vergletscherung erfassten, aber davon beeinflussten Bereich auftreten. Diese periglazialen Formen lassen sich auf typische periglaziale Prozesse zurückführen.

In erster Linie wird der Begriff daher räumlich-klimatisch verwendet: Unter periglazialen Landschaften versteht man Gebiete im Umfeld, der Peripherie eines Gletschers bzw. ganze Großlandschaften, entweder in heutigen polaren Breiten (= Tundra) oder im mittelbaren klimatischen Einflussbereich eiszeitlich vergletscherter Räume. Eine periglaziale Landschaft kann man sich als Kältesteppe vorstellen. Morphoklimatisches Kennzeichen ist eine mittlere Jahrestemperatur von <0°C (= Permafrost in den unteren Bodenschichten), wobei aber die Schneeschmelze im Sommer eine Gletscherbildung verhindert. Zu morphogenetischen Phänomenen im Periglazial gehören Solifluktion über Frostboden, Denudation und Erosion durch verschiedene Kräfte (Wind, Schmelzwasser u. a.).

Das Vorkommen der Periglazialgebiete beschränkt sich heute auf die hohen Polarbreiten der Erde (Arktis, Nordamerika, Nordrussland, Nordskandinavien, unvergletscherte Bereiche der Antarktis) sowie auf die periglaziale Höhenstufe der Hochgebirge (in den Tropen: >4000 m NN; in mittleren Breiten, z. B. den Alpen: >2000 m NN).

Im Pleistozän, also während der verschiedenen Eiszeiten, dehnten sich diese Räume über das gesamte Mitteleuropa aus. Auf diese Weise wurde die mitteleuropäische Landschaft bei den Gletschervorstößen u. a. des Saale- und des Weichsel-Glazials auch in den Teilen signifikant geomorphologisch geformt und klimatisch beeinflusst, die nicht unmittelbar von Inlands-Eisschilden überzogen wurden.

Siehe auch: Gletscher, Glaziologie, Glazialmorphologie, Glaziale Serie, Glazial

Glaziologie | Geologie | Geomorphologie | Klimatologie

 

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